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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
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Dritter Teil. Komposition.

428. Worin liegt es, daß auch in der Stilübung im Ver-

gleichen verschiedene Stufen angenommen werden müssen? ^

Weil jede Vergleichung, wie wir gesehen haben, eine '

Beschreibung ist. Es müssen deshalb zuerst dieselben fünf ^

Stnfen, welche wir bei der Stilübung im Beschreibenfanden, sich auch in der Stilübung im Vergleichen wieder ü

auffinden lassen. Es können nämlich Einzeldinge und auch D

Gattungen, sowie auch Einzeldinge in ihrem räumlichen Zu- !

sammensein vergleichend nebeneinander gestellt werden; es U

können auch Thaten in ihrem zeitlichen Fortgange ver- ^>k

gleichend dnrchgeführt werden; und es kann endlich das >yc

Gesetz der Schönheit in Vergleichungen so sehr hervortreten,daß die Vergleichungen als vergleichende Schilderungen sich jjg

gestalten.

429. Welche Stufen der Stilübung gehören den Vergleichungen cizi

als solchen an?

Zunächst zwei Stufen, nämlich eigentliche Vergleichungen, za

von welchen schon die Rede war, und uneigentliche oder ^

rhetorische Vergleichungen, die gewöhnlich Gleichnisreden, ^

Bilder, Gleichnisse oder Parabeln genannt werden. „

439. Wie unterscheiden sich beide Stufen oder Arten der Ver- "

glcichung voneinander? ^

In den eigentlichen Vergleichungen werden zwei w

ähnliche Einzeldinge u. s. f. nebeneinander gestellt, damit dasgegenseitige Wesen beider in- und aneinander deutlicher und ^

bestimmter hervortrete. In den uneigentlichen oder rheto-rischen Vergleichungen ist nur eine Person oder Sache »

Thema oder Aufgabe der Darstellung, aber dieselbe wird

nicht selbst ausgesprochen, sondern an ihrer Statt eine «i

zweite ihr ähnliche; und eine solche Redeweise nennt man -

eine bildliche oder eine Gleichnisrede. M

431. Worin liegt die besondere Kraft der bildlichen Redeweise? S"

Darin, daß sie jedesmal die lebendige Aufforderung an ""

den Leser enthält, die darzustellende Sache in der dargestellten ^

wie in einem Bilde oder Spiegel aufzusuchen.