Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition. 131
selbst, daß auch neben dem relativ bestell Hilfsbuche der Lehrer stetsdas seinige noch zu thun hat, und daß bei eigenen Stilübungender Schüler auch hier wiederum zugleich Lehrersuuktion zu üben hat.
424. Welche besondere Bedeutung hat der dargelegte Stuscn-gang u. s. s. sür den Schullehrer in der Volksschule? (S. Fr.344-352.»
Zuvörderst dieselbe Bedeutung, welche iu den genanntenFragen im allgemeinen ansgesprochen ist. Wenn unserKatechismus aber im besonderen (Fr. 344) gesagt hat, daßin der Elementarschule oder Volksschule im wesentlichen mitder Stilübung im Erzählen abgeschlossen sei, so müssen wiruns dabei hauptsächlich wiederum daran erinnern, daß inden praktischen Uebungen Erzählen und Beschreiben stetsHand in Hand gehen!
e) Vergleichungen.
425. Wann nennen wir einen schriftlichen Aufsatz eine „Ver-gleichung" ?
Wenn in einem schriftlichen Aufsatze mehrere Dinge sonebeneinander gestellt werden, daß ihre Aehnlichkeit wie ihreVerschiedenheit zu erkennen ist, so nennt man solches eine„Vergleichung".
426. Wie reihen sich die Vergleichungen an Erzählungen undBeschreibungen?
Jede Vergleichung ist zugleich eine Beschreibung, abersie unterscheidet sich von der gewöhnlichen Beschreibung da-durch, daß sie die Gegenstände, welche sie beschreibt, nurindirekt darstellt, d. h. den einen Gegenstand an dem andernerkennen läßt.
Z. B. „Der Mensch und das Tier" ; „die Fichte und die Tanne";„die Taube und die Henne" rc.
427. Worauf kommt es bei einer Vergleichung besonders an?
Darauf, daß der Verfasser sich zuvörderst die Merkmale
zusammenstellt, in welchen die zu vergleichenden Dingeeinander ähnlich sind, und dann auch die Merkmale, inwelchen sie voneinander verschieden sind.