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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
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Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition.

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373. Wie werden diese beide» Arten von Beschreibungen ge-wöhnlich unterschieden?

Man nennt erstere, als die Aufgabe unmittelbar fest-haltend, „Beschreibungen", während man letztere als „Schil-derungen" bezeichnet (s. Fr. 10 ff.).

374. Welche Anforderungen sind danach an eine Beschreibungzu stellen?

Eine Beschreibung muß ein anschauliches, treues undvollständiges Bild von dem beschriebenen Gegenstände ent-halten, kurz, ein Bild, welches dazu ausreicht, sich denselbenklar zu vergegenwärtigen mit Hilfe der Auffassung und Ein-bildungskraft.

375. Welche praktische Regel ergiebt sich aus der erstenForderung?

„Beschreibe einen Gegenstand also, daß er in seinem räum-lichen Fürsichsein und Zusammensein aufzufassen ist!"

376. Woraus erklärt sich diese Forderung?

Der Raum ist die notwendige Bedingung desSeins, wie die Zeit die der Thätigkeit. Wie dahereine Erzählung, um übersichtlich zu sein, die Zeitfolge fest-hält, so hält die Beschreibung, um anschaulich zu sein, dieräumliche Nebenordnung fest, d. h. wir fassen einenGegenstand anschaulich auf, wenn wir sowohl den Raum,welchen er einnimmt, sein räumliches Fürsichsein oderseine ihm gehörende Figur, als auch die räumlichenBeziehungen der übrigen Dinge zu ihm, sein räumlichesZusammensein, auffassen.

Zur anschaulichen Beschreibung eines Elefanten gehört es z. B.,daß man den Umsang und Bau seines Körpers, das Verhältnisder einzelnen Teile zu einander, den besonderen Bau der einzelnenTeile rc., aber auch das Größen- und Fornienverhältnis zu anderenTieren klar darlegt.

377. Welche praktische Regel ergiebt sich aus der zweitenForderung?

„Beschreibe einen Gegenstand also, daß die Beschreibungein im ganzen und einzelnen treues Bild giebt!"