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Dritter Teil. Komposition.
Io) ücschrcibnngc».
353. Wann nennen wir einen schriftlichen Aufsatz eine Be-schreibung?
Wenn ein schriftlicher Aufsatz das Sein einer Personoder Sache (s. Fr. 309) durch Angabe seiner ein-zelnen Merkmale so darstellt, daß der Leser von demselbenein anschauliches, ein treues und ein vollständiges Bild erhält.
354. Wie verhält sich demnach, was den Inhalt betrifft, dieBeschreibung zu der Erzählung?
Die Erzählung hat die Darstellung der Lebensäußerungeines Etwas, die Beschreibung die Darstellung seines Seinszur Aufgabe.
355. Welcher von beiden Aufgaben gebührt in der Stillehreder erste Platz?
Wenn es sich nur handelte um die abstrakte Auffassungbeider an sich, d. h. abgesehen davon, daß die genannten Auf-gaben praktisch ausgeübt werden sollen, so würde man derBeschreibung den ersten und der Erzählung den zweiten Platzeinräumen müssen, weil das Sein eines Etwas eher da istals sein Thun, oder seine Seins- oder Lebensäußerung.
356. Weshalb gebührt dennoch in der Stillehre der Erzählungder erste Platz?
Weil die Anschauung diejenige geistige Thätigkeit ist,welche allen übrigen vorhergeht, und weil wir die Dinge inihren Lebensäußerungen anschauen und erst mit Hilfe derAbstraktion, d. h. des Absehens von dem, was wir anschanen,zum Bewußtsein des Seins der Dinge gelangen.
357. Worin zeigte sich uns dasselbe in der Sprachlehre?
Darin, daß wir stets vom einfachen Satze, als von einer
Erzählung, oder der Aussage von der Lebensäußerung einesEtwas, ansgehen mußten, und im Satze wiederum von demVerb, als von demjenigen Worte, worin die Lebensttnßerungselbst ihre sprachliche Darstellung findet.