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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
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Zweites »iopitcl. Besondere Regeln der Komposition.

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334. Welche Aufgabe läßt sich als die siebente Stufe danebennennen?

„Erzähle eine Geschichte, in welcher sich die Unwahr-heit dieses oder jenes Sprichworts oder Ausspruchs zeigt!"

335. Wie verhält sich diese siebente Aufgabe zu der sechsten?

Sie giebt dem Schüler, indem sie seinen kritischen Sinn

heransfordert, zu dem ersten Fingerzeige noch einen zweiten.Dadurch wird aber in diesem Falle die Aufgabe nicht geradezuerleichtert, sondern insofern erschwert, daß der Schüler sichaus der gewöhnlichen Annahme der Wahrheit eines Sprich-worts herausdenken muß.

Sprichwörter, welche dabin gehören, wären etwa: „Not kenntkein Gebot!" „Not lehrt beten!" „Frisch gewagt ist halb gewonnen!"„Einmal ist keinmal!" :c.

336. Welche Aufgabe läßt sich als die achte Stufe nennen?

„Bilde eine Erzählung, in welcher folgende Wörter

(entweder in der gegebenen Reihenfolge, oder ohne dieselbe)Vorkommen!" (S. Sprach!. Fr. 90 u. 94 f.)

337. Inwiefern steht diese Aufgabe auf einer höheren Stufeals die vorhergehenden?

Weil der Schüler genötigt ist, sich in der ihm gestattetenfreien Bewegung des Erfindens innerhalb eines bestimmtenKreises zu halten.

338. Was ist schwieriger, die Reihenfolge der gegebenenWörter innczuhalten, oder nicht <s. Fr. 336)?

Theoretisch angesehen ist es schwieriger, die gegebeneReihenfolge einzuhalten, weil damit der freien Bewegungeine noch engere Fessel angelegt wird; aber praktisch zeigtsich ein entgegengesetztes Resultat, denn die Aufgabe desErfindens gelingt leichter, je bestimmter der gegebene Finger-zeig ist.

Wer in der Schule die Aufgabe gehabt hat, zum Abfassenschriftlicher Aussätze Anleitung zu geben, der hat oft genug seinenSchülern gegenüber die Erfahrung gemacht, daß das alte Wort:„Wer die Wahl hat, der hat auch die Qnal!" wahr ist.