Zweites Kapitel. Innerliches Zurechtlegen des gesammelten Stoffes. 77
heit hervortritt. Denn als allgemeine Regel ist festzuhalten:„Jede Gesuchtheit bewirkt das Gegenteil von dem, wasdurch sie beabsichtigt wird!"
Der Engländer sagt von einer solchen Gesuchtheit: „Sie riechtnach der Küche!" und das ist bekanntlich eine Eigenschaft, welchedie Schmackhaftigkeit der Speisen nicht erhöht.
226. Was hat demnach die Disposition dieser zweiten Schluß-regel gegenüber zu thun?
Sie hat in der Regel nicht die betreffende sinnvolleSentenz bestimmt anzugeben, sondern etwa nur auf ihrenInhalt hiuzudeuten, und dann dem lebendigen Fortgangeder Komposition es zu überlassen, daß sich dem Verfasser diegeeignete Schlußsentenz von selbst darbiete.
ich Die Uebergänge.
227. Was ist unter „Uebergänge" zu verstehen?
Unter „Uebergänge" versteht man die Art und Weise,wie man im Verlaufe der Komposition von einem Teile derDisposition zu dem folgenden „übergeht".
228. Weshalb ist von den Uebergiingen in der Tispositions-lehre zuletzt die Rede?
Weil hierbei nicht von einem Etwas die Rede ist, welchesin dem logischen Schema der Disposition ausdrücklich her-vorgehoben werden soll, sondern vielmehr von der Art undWeise, wie die scharfen Ecken der Disposition in der Kom-position verwischt werden.
229. Wann war davon bereits die Rede?
In den Fr. 135—140, wo davon gesprochen wurde,daß durch eine zu weit hinabgeführte Disposition für dieKomposition die Gefahr hervorgerufen werden könne, daßdieselbe „eckig" werde, d. h. daß der lebendige Fortschrittgestört werde, indem die Uebergänge nicht gelängen.