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Zweiter Teil. Disposition.
zufassen, und wenn man die verschiedenen Bildungsstufen der Mit-glieder einer kirchlichen Gemeinde in Erwägung zieht und dieErfahrung hinzunimmt, wie gering die Zahl derjenigen ist, welcheeine gehörte Predigt ohne eine solche schließliche Zusammenfassungvollständig auffaßtm und behielten, so wird man den einzelnen,denen ein solches schließliches „Aufsummieren" lästig, weil über-flüssig war, in ihrer Klage darüber nicht recht geben können.
223. Wie lautet die zweite Regel ff. Fr. 219) für die Dis-position des Schlusses?
bb) „Knüpfe den Hauptinhalt deines Aufsatzes schließlichan eine sinnvolle Sentenz!"
224. Worin beruht diese Regel?
Daß der auf den Leser durch die Darstellung hervor-gerufene Eindruck in ihm fortlebe, das ist es, worauf zu-nächst durch den Schluß eingewirkt werden soll. Daraufwirkt aber die Anknüpfung des Hauptinhaltes an eine sinn-volle Sentenz direkt ein, indem diese von dem Gedächtnissedes Lesers auch in ihrer Form festgehalten wird, und indemes ein allgemeiner Erfahrungssatz ist, daß ein einzelnerGedanke diejenigen Gedanken, mit welchen zusammen er unszukam, auch später mitfestzuhalten und gelegentlich hervor-zurufen Pflegt.
Ein berühmter Geistlicher, dessen segensvolle Einwirkung ausseine Gemeinde auch jetzt noch, nach seinem Tode, im unvergessenenAndenken steht, bewies seine originelle Rednerbegabung auch durchdie sinnvollen und treffenden Sentenzen, mit denen er schließlich,wie „in goldenen und silbernen Schalen", seinen Gemeindegliedernden Hauptinhalt seiner Predigt aus der Kirche in die Häuser mit-zugeben Pflegte. Er nannte selbst im gelegentlichen Gespräche alsoangewandte treffende Sentenzen „Widerhaken", und das ist es,worauf es aukommt, daß der hervorgerufene Eindruck an solchenWiderhaken in den Gemütern hastet und fortlebt.
225. Welche Kautel ist dieser zweiten Schlußregel gegeuübersorgsam festzuhalten?
Neben dieser zweiten Schlußregel darf aber die „Kautel",d. h. Vorsichtsmaßregel, nicht übersehen werden, daß dieselbenicht zur „Manier" werden darf, d. h. es darf dieselbe nichtalso angewandt werden, daß die Absichtlichkeit oder Gesucht-