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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
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Zweites Kapitel. Innerliches Zurechtlegcn des gesammelten Stoffes. 71

allgemeinen ein vorhandenes Interesse voraussetzen darf,diese Voraussetzung zunächst in der objektiven Beschaffenheitdes Themas begründet sein muß, weshalb die durch die Ein-leitung zu beschaffende Hebung des Interesses sich zunächst andie Persönlichkeit des Lesers oder Publikums zu wenden hat.

208. Weshalb kann hier weniger von einzelnen allgemeinenRegeln die Rede sein?

Weil eine ans die einzelnen Subjekte berechnete Ein-wirkung eben um der absoluten Verschiedenheit dieser willensich nicht unter allgemeine Regeln ordnet, jedenfalls nichtfest regelt.

209. Weshalb lassen sich aber dennoch einzelne Regeln sest-stellen?

Weil ein schriftlicher Aufsatz meistens nicht an einen ein-zelnen Leser, sondern an einen Leserkreis, oder an ein Publikumgerichtet ist, d. h. an eine größere Leserzahl, die dem Aufsatzein mehr oder minder gleicher Weise gegenübersteht; und weilsich eben um dieser vorauszusetzenden Gleichheit der Leserwillen allerdings Regeln aufstellen lassen.

Unter den übrigen schriftlichen Aussätzen tritt uns hier wiederumder Brief als eine eigentümliche Art entgegen, weil bei diesem ebennur ein Leser, oder doch eine beschränkte Zahl von bestimmten, sichnahe stehenden Lesern anzunehmen ist, und eben deshalb die Persön-lichkeit des oder der Leser um so schärfer festgehalten werden muß.Und es wiederholt sich uns hier die Wahrnehmung, daß auf dasBriesschreiben" im Dritten Teile besondere Rücksicht genommenwerden muß.

210. Welche Regeln ergeben sich daraus, daß, wegen derGleichheit oder doch Achnlichkcit der zu einem bestimmten Publikumgehörenden Leser, durch die Einleitung zur Belebung des vor-handenen Interesses gewirkt werden kann?

Wir heben folgende Regeln hervor:

ua)Beseitige durch die Einleitung im voraus Miß-verständnisse deines Aufsatzes, welche von seiten deinesPublikums anzunehmen sind!"