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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
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Zweiter Teil. Disposition.

Oder wenn das Thema vorläge:Schilderung der Gracchen undihrer Zeit!" so dürste dieses Thema manchem Publikum gegenüberals völlig unpraktisch erscheinen. Allein eine einleitende Frage hin-sichtlich der Beziehung der Staatsdomänen zur Prosperität einesLandes könnte dem bezeichneten Publikum es vorführen, wie diebetreffende Schilderung gerade zeitgemäß, mithin recht treffendpraktisch sei.

204. Weshalb wurde aber <Fr. 203) verlangt, daß in derEinleitung solche Fragen nurangeregt" werden sollen?

Wenn die Einleitung solche das fehlende Interesse desPublikums weckenden Fragen nicht nuranregt", sondernvollständig beantwortet, so muß hier wiederum (s. Fr. 195)bemerkt werden, daß die Einleitung ihrem eignen Zweckeeutgegenarbeitet, indem sie die angespannte Aufmerksamkeitsofort wieder abspannt.

205. Wie lautet nach Fr. 191 die dritte Regel?

Bemühe dich durch deine Einleitung das etwaige vor-handene Interesse für deinen Aufsatz noch mehr zu beleben!"

206. Weshalb bleibt die besprochene Aufgabe der Einleitungauch dann noch bestehen, wenn weder eine Mißstimmung zu be-seitigen, noch eine Gleichgültigkeit zu bekämpfen ist?

Weil jedesmal der Erfolg eines Aufsatzes wesentlichdavon abhängt, ob der Leser demselben von Anfang an mitvoll lebendigem Interesse gefolgt ist oder nicht.

Erinnern wir uns daran, daß es (s. Fr. 4) ein erster Grundsatzwar, daß jeder schriftliche Aussatz nur als die Stellvertretung einesmündlichen Vortrags anzusehen sei. Nun aber können wir an unsselbst und anderen immer wieder die Erfahrung machen, daß dererste Eindruck einer bisher unbekannten Persönlichkeit welcher ebenfür den bisher unbekannten schriftlichen Aufsatz durch die Einleitungbeschafft wird jedesmal von großem, nicht selten viel zu großemEinflüsse ist; und daß daher der große Gewinn, welchen jeder Menscheiner angenehmen Persönlichkeit verdankt, für den Aufsatz zunächstdurch die Einleitung gesucht werden muß.

207. Was ist danach im allgemeinen über diese dritte undletzte Regel zu sagen?

Daß, wie bei der zweiten Regel die subjektive Beziehung,so hier die objektive mehr zurücktritt, indem, wenn man im