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Zweiter Teil. Disposition.
o) Dritte Regel.
156. Wie lautet die dritte Praktische Tispositionsregel?
„Bevor die Disposition begonnen werden kann, muß
der Teilungsgrund (prinoipium äivisionis) gefundensein!"
157. Was heißt „Teilungsgrund"?
„Teilungsgrund" nennt man den Grundsatz, nach welchem
ein Thema in seine Teile zerlegt, oder nach welchem der zurDarstellung des Themas gesammelte Stoff in Haufen oderGruppen vereinigt wird. Auf beiden Wegen, von welchenman elfteren den analytischen, d. h. auflösenden, letzteren densynthetischen, d. h. zusammensetzenden, nennt, gelangt manzu demselben Ziele. Der wesentliche Unterschied besteht nurin dem Ausgangspunkte, indem man auf ersterem Wege vomThema, auf letzterem von dem gesammelten Stoffe ausgeht.Gleich sehr bedarf man aber, mag man nun diesem oderjenem Wege folgen, eines Grundsatzes, dem man, um zumZiele zu gelangen, folgen kann.
Wenn man z. B. über das Thema: „Weise Einteilung derZeit ist Zeitgewinn!" den nötigen Stoff gesammelt, als Zweck desAufsatzes etwa „die Bekämpfung des geschäftigen Nichtsthuns!" sichfestgesetzt und sich dann etwa für die abhandelnde Art entschiedenhat, so wird man drittens fragen: „Nach welchem Grundsätze kannich das Thema in seine Teile zerlegen, oder den gesammelten Stoffin Gruppen vereinigen?" Der geforderte Grundsatz oder derTeilungsgrund kann etwa sein: „Klares Verständnis nötigt zur An-nahme und Befolgung der im Thema ausgesprochenen Wahrheit!"Die also im Thema selbst gefundenen und im gesammelten Stoffebestätigten Teile würden etwa sein: Darlegung, L. Beweis-
führung, 0. Anwendung.
158. Welchem der genannten zwei Wege soll man folgen?
Im allgemeinen wird die Antwort sein müssen, daß man
bei dem logischen Thema, wo der Stoff eben zunächst durchZerlegung der beziehlichen Begriffe gefunden wird, dem ana-lytischen, bei dem historischen Thema, wo der Stoff vorzugs-weise von außen gesammelt wird (s. Fr. 81—98), dem