Zweites Kapitel. Innerliches Zurechtlegen des gesammelten Stoffes. 47
133. Was ist über das zweite der (Fr. 131) genannten Merk-male einer Disposition zu bemerken?
Die Form einer Disposition muß in der Weise fest-gehalten werden, daß das logische Schematisieren sichtlichhervortritt, indem man mit Hilfe von Buchstaben oderZiffern, durch eingerücktes Schreiben re., das Verhältnis derUeber- und der Unterordnung klar hinstellt.
Man hat um dieser schematisierenden Form willen die Dis-position „das Gerippe des Aussatzes" genannt. Diese Bezeichnungist auch in dem Sinne richtig, daß sie das Knochengebaude aufstellt,an welches die Abfassung Sehnen und Muskeln, Färbung undLeben anfügt.
134. Was ist über das dritte der lFr. 131) genannten Merk-male einer Disposition zu bemerken?
Wie weit die genannte Schematisierung hinabzuführenist, läßt sich im allgemeinen nicht bestimmen, da es sowohlvom Thema, wie auch von der Eigentümlichkeit des Ver-fassers abhängt, bis zu welchem Grade der Genauigkeit undEinzeilheit der innezuhaltende Weg bei der Abfassung vor-geschrieben sein muß. Jedenfalls muß die Schematisierungder Disposition so weit hinab ausgeführt werden, daß einAbirren vom vorgeschriebenen Wege verhindert, oder dochsofort erkannt wird.
Auch bei dem Entwürfe eines Grundrisses hängt es auf dereinen Seite von der Beschaffenheit des Gebäudes, und von derandern Seite von der Beschaffenheit des Baupersonals ab, inwie-weit der Grundriß in das einzelne hinein ausgeführt sein muß.
135. Wann ist die Schematisierung zu weit hinabgesührt?
Wenn durch die Ausführung in das einzelne hinein die
Uebersicht des Ganzen verhindert oder doch erschwert wird.
136. Welche Vorsichtsmaßregel ist solcher Gefahr gegenüberzu treffen?
Tritt die Gefahr ein, daß dem Verfasser durch die umdes Themas willen notwendige Ausführung der Dispositionin das einzelne hinein die Uebersicht des Ganzen erschwertwird, so thut er wohl daran, sich dieselbe durch abgesonderte