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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
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Erster Teil. Invention.

Wir sahen ferner (s. Fr. 66), daß dasjenige in das Merkbucheinzutragen sei, dessen äußerliche Form wir zugleich bleibendfestzuhalten wünschen. Aber es ist damit zwar Wohl demGedächtnisse gegenüber, allein nicht an sich der Umfang des-jenigen angegeben, was in das Merkbuch gehört.

In das Merkbuch gehört alles dasjenige, was von uns,unmittelbar oder mittelbar, als ein Neues und irgendwieBedeutungsvolles wahrgenommen wird.

Weil niemand von uns den Wechsel seines künftigen Lebens über-sieht, mithin auch nicht vorher weiß, nach welcher Seite hin späterseine geistige Thätigkeit in Anspruch genommen werden wird, so istdas Merkmal:irgendwie bedeutungsvoll" objektiv und nicht subjektivzu fassen. Dem Einwande des zu großen Zeitverlustes ist durchdie Hinweisung (s. Fr. 66) auf die kurze und bündige Notizforin zubegegnen, sowie darauf, daß wir alle Tage Menschen antreffen können,die sich jetzt durch den Wechsel ihres Schicksals ausgefordert sehen,schriftliche Aufsätze über Themata abzufassen, an die sie während ihrerJugend kaum gedacht haben.

72. Wie verhält sich das Notizbuch zum Lesen?

Aus der wesentlichen Verbindung der unmittelbarenWahrnehmung mit dem Gedächtnisse und der mittelbaren,oder des Lesens, mit dem Merkbuche ergiebt es sich, daß derdurch Lesen gewonnene Stoff zunächst in das Merkbuch gehört.

73. Welche Regel ergiebt sich daraus?

Bei jedem, was du liesest, liege dein Merkbuch in derNähe!

74. Inwieweit gehört der Inhalt des Gelesenen in dasMerkbuch hinein?

Insoweit, daß der Faden oder Hauptinhalt des Gelesenenangemerkt werde, sowie diejenigen einzelnen Punkte, welche,positiv oder negativ, von besonderem Interesse sind.

75. Welcher besondere Nutzen geht daraus hervor, auch ab-gesehen von der im Merkbuche enthaltenen Stoffsammlung?

Wem, während er liest, das Merkbuch in der Nähe liegt,der blättert nicht in dem Buche, das vor ihm liegt, sondern