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Katechismus der praktischen Kindergärtnerei
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Inneres Leben des Kindergartens.

schaffendes Wesen ist, das feine hohe Bestimmung ohne guteund schöne Entfaltung des Thätigkeitstriebcs nicht erreichen,ja vielmehr durch einen vcrdumpften und irregeleiteten Triebdes Schaffens und Thuns zu einer thierischen Creatur herab-sinkt. Fröbel ist der erste Pädagog, der diesen Grundsatz betontund anwendet.

41. Wodurch wird dieser Grundsatz im Kindergarten zur An-wendung gebracht?

Durch Spiel und Beschäftigung (Arbeit).

427 Welche Hanptgesetze werden bei der kindcrgärtncrischenThätigkeit befolgt?

Die Gesetze von den Gegensätzen und deren Vermit-telung.

43. Was begreift Fröbel unter dem Gesetz der Gegensätze?

Er sagt: Die Geistesgesctze sind identisch mit den Welt-gesetzen, d. h. im menschlichen Geiste wirken dieselben Gesetze,die im Naturlcben sich vorfinden. Jede Wirkung ruft eine Gegen-wirkung hervor, Physisch wie psychisch. Als Gegenwirkung derersten Sinnesrcccptionen ist die Thätigkeit des Willens, dasStrampeln und Greifen anzusehen. So hat auch jeder Gegen-stand sein Entgegengesetztes: Natur und Gott, Vater und Mutter,Kugel und Würfel u. s. f.

44. Was versteht Fröbel nun unter dem Lcrmittelungsgcsctz?

Die Gegensätze haben ein Drittes, in welchem die Eigen-schaften beider verbunden erscheinen, z.B. Natur MenschGott; Vater KindMutter; KugelWalze Würfel;Anschauung Phantasie Wille (schaffende Thätigkeit).

45. Wie werden die Gesetze des Gegensatzes und der Ver-mittelung im Kindergarten befolgt?

Dem einen Spiel- und Beschäftigungsmittcl ist stets einanderes, gleiches entgegengesetzt, dazwischen besteht ein drittes,mit beiden verwandtes: Kugel Walze Würfel; Sitzen(Ruhe) Stehen Gehen (Bewegung); blau grüngelb; Ausstechen (Punkt) Ausnähen (Linie) Aus-