Druckschrift 
14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
Seite
723
Einzelbild herunterladen
 

Vigogne Dillanr 723

endet hatte, trat er >814 in Milltairdienste und nahm, nachdem er bei der Invasion inSpanien 1823 vergebens, das Schwert ziehen zu können, gehofft hatte, 1828 als Capitainseinen Abschied und lebte fortan in Paris. Seit l 820 hatte er einige Gedichte einzeln undin Zeitschriften drucken lassen, z. B. „Lina", „No'ise", „Vvloriüs" u. s. w.; sie erschienengesammelt und vermehrt als „Roemesiinticzuesetmoclernes" (Par. 1828; 5 Allst, 1841).Der große Beifall, den sic fanden, war ein verdienter, obgleich die classische Kritik an seinenDichtungen ungeachtet der trefflichen Form mancherlei auszusetzen wußte. ZuOleron in denPyrenäen kam V. der erste Gedankezu seinem berühmten historischen Nomane„6ing-Nsrs ou„nscsiijuratitznsousl.o, IIS XIII" (2Bde., Par. 1826; 6.Aust., 1840; deutsch, Lpz. 1829;spätere Ausgaben mit der Vorrede „Rötlexions snr la verite «laus I'urttst, worin er sich sostrenge Gesetze auferlcgt und für ein solches Werk so gründliche, geduldige Studien be-wiesen hat, wie wenige Dichter vor ihm. Ein zweites, mehr philosophisch gehaltenes Werk„8teIIc> VII iss «liablss blsus" (2 Bde., Par. 1832; 3. Aust, >842) besteht aus Erzäh-lungen, die ein Arzt einem Kranken mittheilr. Bevor V. selbständig für die Bühne schrieb,hielt er es für nothwendig, erst einige Stücke zu übersetzen, wozu er den „Othello" (Par.1830) und den „Kaufmann von Venedig" wählte. Dann ließ er im Juni 1831 seinDrama „s.a mareciisls «l'^ncre" (Par. 1831), im Mai 1833 sein Proverbe „Huittepour In peiir" und im Febr. 1835 „Ulliatterton" aufführen, von denen besonders, dasletztere Stück vielen Beifall erntete. Die „8ervitu<Ie et graucleurs militairss" bestehenaus drei Erzählungen, welche durch philosophische Betrachtungen verbunden sind. Seinesämmtlichen Werke erschienen 1838 in acht Bänden. Später ließ er „kvemes pbüosupbi-gues" (Par. 1845) erscheinen, von denen die „Revue «les cleur monckes" die meisten schonfrüher gebracht hatte.

Vigogne, s. Vienna.

Billa hieß bei den Römern ein Haus aus dem Lande; die dazu gehörige Flur wurdekm Allgemeinen ager genannt. Auf den Gütern der reichen Römer, die, wenn sie in derNähe Roms, z. B. bei Tibur, Tusculum,-lagen, siiburban» genannt wurden, hieß das nachstädtischer Art gebaute Herrenhaus villa urbana. In seiner Bauart und Ausschmückungund in den Spielplätzen, Kunstgärten und parkartigen Anlagen, die es umgaben, zeigte sichin den später» Zeiten, wo der Luxus stieg, eine verschwenderische, großartige Pracht. Dieoft sehr zahlreichen Wirthschaftsgebäude, wo auch der Villicus (der Verwalter oder Meier)mit den ihm zur Bewirthschaftung untergebenen Sklaven (der Ramilia) wohnte, und denenzunächst sich die Vogelhöfe, Gemüse-, Obst - und Weingärten befanden, begriff man unterdem Namen villa rustica, oder man unterschied davon noch besonders die Vorrathsgebäudeals Villa lructuaris. Auch ein zu Rom gehöriges Gebäude an dem südlichen Ende desMarsfeldeS, namentlich bestimmt, den Magistraten bei Abhaltung des EensuS und der Trup-penaushebung zu dienen, aber auch fremde Gesandten aufzunehmen, stihrte den Namenvilla publica, d. i. Villa des Staats. — In der Zeit der Karolinger hießen villae re-gia c die königlichen Meiereien oder Domainen, auf denen häufig die Könige ihren Auf-enthalt nahmen. Weil daselbst wegen des zahlreichen Hofstaats ansehnliche Gebäude noch-wendig wurden, so mag davon die Benennung ville auf die eigentlichen Städte überge»gangen sein. — Die heutigen Italiener haben Namen und Sache beibehalten. In allenGegenden Italiens, besonders in der Nähe großer Städte, gibt es Villen, wo die städti-schen Besitzerderselbensich während der schönen Jahreszeit aufhalten; neben dem Wohnhauseund Garten des Besitzers steht daS Haus, wo der Pachter, der den Acker und Weinberg be-sorgt, mit seiner Familie wohnt. In der Nähe von Rom sind, besonders wegen ihres Reich-thums an Kunstschätzen, berühmt die Villen Albani, Borghese, Farnese, Ludovisi, Madama,Medici, Miollir (sonst Aldobrandini), Pamfili-Doria und Spada.

Billästor (Grafvon), s. Terceira (Herzog von).

Vistsilklls,, auch Villanella alla lX-lpolstsna oder (lanLom villanesclis, hießen dieLieder, die schon vor Palestrina in Italien gebräuchlich, in der Dichtung den Volkston nach-ahmten und im ganz einfachen Contrapunkt mehrstimmig gesetzt wurden.

Billäni (Giovanni), ein berühmter Geschichtschreiber, aus Florenz, befand sich im

46*