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Künstler bildet. — Ein naher Verwandter des Obigen, U. Bieusseux, in Londonlebend, ist Verfasser des Buchs„Itu!)- »ixi tl>e ltslisns" (Lond. 1824; deutsch von Lotz,Bcrl. -825).
Vieuxtemps (Henri), unter den gegenwärtigen Violinvirtuosen einer der ausge-zeichnetsten, wurde zu Vcrvicrs 1820 geboren, und, nachdem ihn Beriot als Knaben hattespielen hören, dessen Schüler. Er war noch nicht zwölfZahrc alt, als Beriot seinen Unterrichtfür beendigt erklärte, und ihn demVaterzurückgab, der nun mit ihmKunstrcisen unternahm,zuerst nach Belgien dann nach Wien. Don Wien aus besuchte er Dresden, Leipzig, Berlin;dann ging er nach Rußland. Hier ist er längere Zeit geblieben und neuerdings, nachdemer mehrjährige größere Reisen, auch nach Amerika, unternommen hatte, dahin in eine festeStellung zurückgekehrt.
Bigerus (Franciscus), eigentlich Vig ie r, ein um die gründliche Erlernung dergriech.Sprache verdienter franz. Gelehrter des 17-Jahrh., gcb. 1591 zu Rouen, daher er sichRatawageusis nannte, trat frühzeitig in den Jesuitenorden und lehrte dann die Beredt-samkeit und alte Literatur zu Paris, wo er am 15.Dec. 1017 starb. Seinen Nus bei derNachwelt verdankt er dem Buche „Le praecipnis grase. ckictionis ickiatismis", das seit sei-nem ersten Erscheinen (Par. 1027) durch die Bearbeitung von Hoogevccn und Zeune, be-sonders aber von G. Hermann (Lpz. 1802; -1. Aust., 183-1) einen so reichen Schah vontrefflichen Bemerkungen und Abhandlungen erhalten hat, daß dasselbe in dieser neuen Ge-stalt noch jetzt als ein vorzügliches Hülfsmittel für das Studium der griech. Grammatikbettachtet werden muß. Außerdem besitzen wir von V. eine nicht wcrthlose Ausgabe der„Lraepsrstia evangelica" des Eusebius mit lat. Übersetzung (Par. 1628, Fol.).
Vigilien. Bei den Römern war, wenn sie im Felde standen, die Zeit von Sonnen-untergang bis Sonnenaufgang in vier Vigilien oder Nachtwachen abgetheilt, deren jede ausdrei Stunden bestand, welche nach Beschaffenheit der Jahreszeit länger oder kürzer wgreu.— In der katholischen Kirche heißt Vigilie (franz. veills) der Tag vor den großen Kirchen-festen, auch vor dem Festtage eines Apostels und Heiligen. Die Benennung entstand, weil manin der Urkirche vor einem solchen Festtage einen Theil der Nacht mit Wachen und Beten zu-brachte, um sich auf den folgenden Festtag vorzuberciten. Insbesondere noch bezeichnet manin der katholischen Kirche mit Vigilie den Gottesdienst am Abend vor dem Tage aller See-len, bei welchem gewisse Psalmen in der Kirche gesungen werden. Auch werden solcheVigilien zuweilen am Tage vor einem feierlichen Tobten - oder Seelcnamte gehalten.
Vignetten nennt man allerhand kleine Verzierungen, Gruppen, Ansichten u. s. w.,die man auf Rändern, Titeln oder Anfangsseiten einzelner Abschnitte in den Büchern an-bringt, gleichviel durch welche Kunst sie hervorgebracht werden, ob durch Kupferstich, Holz-schnitt oder Lithographie. Johannes Veldener oder Valdener, welcher vom I. >176 anin Löwen, Utrecht und Cuilenborch in Gelbem druckte, war der erste Buchdrucker, dersie in seinem „Lascicuiiis tewporum" anwendete. Da diese Verzierungen, vorzüglicham Rande, zuerst aus Weinranken bestanden, so nannte man sie in Frankreich Vignettesund behielt dann auch in Deutschland diese Benennung für kleinere Verzierungen aller Artin Werken der Typographie bei.
Vignöla (Giacomo Barozzio), ital. Baumeister, geb. 1507 zu Wignola im Modenesi-schen, arbeitete anfangs in Bologna, Piacenza, Assisi und Perugia, bis er unter Papst Ju-lius II. als päpstlicher Architekt nach Rom berufen wurde. Hier baute er die Kirche del Gssir,die nach seinem Tode Giacomo della Porta beendete, und sur den Cardinal Famese das SchloßCaprarola in der Nähe von Rom. Nach Michel Angelo's Tode wurde er 1701 Architekt derPeterskirche und starb in Rom 1573. Durch ihn wurden die antiken Formen auf festeRegeln gebracht. Von seinen Schriften sind zu erwähnen die „Kegoie ckells cinque orckiosck'arclntettura" (1563) und „Legale ckella Perspektive prsttisa"(Rom 1583, Fol.).
Vignoles (Etienne),s. Lahire.
Vigny (Alfred, Graf), einer der bedeutendsten Dichter dcS neuem Frankreichs, dersich zur romantischen Schule hielt, ohne die Excentticitäten derselben zu theilen, wurde am27. März 17so auf dem Schlosse Loches an der Jndre in Touraine geboren. Nachdem eranfangs zu Paris, dann unter Leitung eines Privaterziehers seine literarische Bildung voll-