582 Vasall Vase
Germanen und sendeten den abgetrennten Kopf als Siegeszeichen an Marbod, der ihn nachRom an Augustus schickte.
Vasall oder Lehnsmann (vssallus, vasnus, miles, lideH« oder IsudstArins) hießseit Ausbildung des Lehnswcsens im Mittelalter Derjenige, welcher sich einem Andern (demLehnsherrn) zu Treue und Dienst, hauptsächlich zu Kriegsdiensten, verpflichtete, gegen dasVersprechen des Schutzes und die überlassene Benutzung eines Gutes, eines Grundstücks,einer Rente oder eines Amtes, woraus sich in der spätern Periode des Lchnswesens einwahres Nutzungseigenthum (dominium ntils) entwickelte. Im Deutschen Reiche unterschiedman unmittelbare Neichsvasallen (immediuti), die unmittelbar vom Kaiser oderReiche belehnt waren, und mittelba re Vasallen (mediati), welche bei einem deutschenReichsfürsten oder einem andern Herrn zu Lehn gingen. Oftmals hatten auch die mittel-baren Vasallen wieder Untervasallen, daher in Italien die Abstufung der espitunei, vslvs-sores und vulvssini. In Deutschland bestand für die im Lehnsverband Begriffenen einesiebenfach gegliederte Rangordnung (die sieben Heerschilde). In der neuern Zeit haben dieVerhältnisse der Vasallen zu den ehemaligen Lehnsherren fast in ganz Deutschland durch dieAblösung des Grundeigenthums (s. d.) eine andere Gestalt gewonnen. (S. Lehen.)
Vasari (Giorgio), berühmt besonders als Kunstschriftsteller, geb. 1512 zu Arezzoim Großherzogthum Toscana, war ein Schüler Michel Angelo's und bei dem CardinalJppolito de' Medici, Papst Clemens VIl. und den Herzogen Alessandro und Cosmo vonFloren; in Diensten. Nach dem Tode des Letztem trat er nicht wieder in Hofdienste, undstarb 1574. Er war als Baumeister sehr thätig und tüchtig, als Maler aber nur ein ge-wandter Nachahmer des Michel Angelo. Seine berühmtesten Bilder sind ein Abendmahlim Dom zu Arezzo und mehre andere im-Palazzo Vecchio in Floren; und im Vatican. Sietragen alle Mängel des spätflorcntin. Stils und sind meist nur flüchtige, geistlose Bravour-arbeit. Dagegen haben seine „Vite cls' piü eccsllenti Witter,, scultnei ecl nrclntetti" nochimmer einen hohen Werth wegen der in ihnen enthaltenen Nachrichten sowol als auch wegender eingestreuten Bemerkungen über das Fortschrcitcn der Künste. Für die ältere Zeit wareine Handschrift des Ghiberti seine Hauptquelle; nur wo er ohne Leidenschaft als Augen-zeuge spricht, darfman seinen Angaben trauen, doch kann man ihn im Vergleich mit manchenmodernen Kunstkritikern noch immer ein Muster von Objektivität nennen. Seine vielenJrrthümer haben besonders della Valle, Numohr und E. Förster berichtigt. Sehr anziehendist der einfache, treuherzige Ton, in welchem V. erzählt. Die erste, von den später» inwichtigen Einzelheiten abweichende Ausgabe erschien >550; erst 1568 gab V. eine be-reicherte Umarbeitung heraus, welche den spätem Ausgaben zu Grunde liegt. Unter letztemgehört die römische (3 Bde., 1759 fg.) und die mailändische (16 Bde., 1867) zu den besten;unter den Übersetzungen ist die von Schorn und Förster (5 Bde., Stnttg. 1832—47) durchihre berichtigenden Noten ein unentbehrliches Hauptwerk geworden. Außerdem besitzen wirvon V. „RnAionsinenti snpru Is invenLwni da Im dipinti in Virenro" (Flor. 1588;Arezzo 1762, 4.).
Vasco de Gama , s. Gama (Vasco de).
Vase ist der allgemeine Name für jede Art von Gefäßen für Flüssigkeiten; doch be-zeichnet der neuere Sprachgebrauch damit vorzugsweise die bald lufttrockenen, bald gebrann-ten Gefäße von Thon, welche früher seltener, jetzt in Massen in Mittel- und Unteritalien,auch in Griechenland und aufseinen Inseln gefunden werden. Die Hauptfundorte sind inApulien und Lucanien Nuvo, Bari, Ceglie, Anzi, Armento, Canosa und Locri; inCampanien Nola, Cumä, Pästum, San-Agata de' Goti, Avella und Capua; in Etrurienvor Allem die ungeheuer reiche, seit 1828 ausgegrabcne Nekropole von Volci, dann auchTarquinii, Cärc und das Küstenland; rohere Arbeit liefern die Gräber bei Chiusi, Perugia,Arezzo, Volterra, Viterbo und Bomarzo. Die Auffindung dieser Tausende von Vasen mitgriech. Form, Inschrift und Darstellung in allen Gegenden eines nicht griech. Landes, wieEtrurien, ist eines der auffallendsten Phänomene der ganzen Archäologie. Zwar soll schonum 656 v. Chr. Demaratus von Korinth die Töpfcrkunst nach Tarquinii gebracht haben;allein die Fortsetzung völlig griech. Kunstübung auf etruskischem Boden, und zwar haupt-sächlich während des 5.Jahrh. v.Chr., erklärt sich nur durch die Annahme einer kunstbegab-