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ist sie selten; sie wird gewöhnlich mit einer verwandten Art aus Westindien verwechselt, welchebisweilen in Europa Früchte trägt. Als Gewürz ist die Vanille geschaht und theuer, als Arz-neimittel wenig gebräuchlich; ihr starker Gebrauch schadet durch Überreizung der Nerven.
Vamni (Lucilio oder, wie er sich später aus dem Titel seiner Schriften nannte, JuliusCäsar), ein ital. Freidenker aus der Schule des Pomponatius (s. d.), wurde 1585 zuTauresano oder Taurozano in Neapel geboren. Er studirte zu Rom und Padua, empfingdie priesterliche Weihe, widmete sich aber bald ganz den Studien. Er hatte die Eitelkeit,als Polyhistor zu erscheinen, durchreiste einen Thcil Deutschlands, Böhmen und die Nie-derlande, und hielt sich einige Zeit in Genf und in Lyon auf, wo er Unterricht gab. Alser von hier nach England flüchten mußte, wurde er ins Gefängniß geseht. Nachdem erseine Freiheit wieder erhalten hatte, kehrte er nach Lyon zurück, wo er sein „^mpbitkeatrnmueternse provickentiae" (1615) herausgab, das zwar gegen Cardanus (s. d.) und an- <dere Gottesleugner gerichtet zu sein schien, durch welches er sich aber doch den Verdacht ^zuzog, selbst für die Verbreitung des Atheismus wirken zu wollen. Er mußte dcswe- ,gen Lyon abermals verlassen und ging nun nach Paris. Hier gab er >616 „ve aclmi-rnntlis nsturse^ retinae clenegue mortalimn, nrcsnis", eine Schrift mehr physikali-schen Inhalts, heraus, die ihm, obschon sie mit Erlaubniß der Sorbonne gedruckt war, jdoch eine Anklage wegen Atheismus zuzog. Daher ging er >617 nach Toulouse, wo er >Unterricht ertheilte. Auch hier des Atheismus und der Zauberei angeklagt, verurtheilte ihndas dasige Parlament I6IS zum Fcuertode. Das ohne weitern Beweis der ihm schuld-gegebenen Verbrechen gesprochene Urtheil wurde noch an dem nämlichen Tage vollzogen.
Er wurde zum Nichtplatze geschleift, wo man ihm die Zunge herausriß, ihn erwürgte unddann verbrannte. Übrigens hat diese TodeSart ihn berühmter gemacht, als er es durch seineSchriften geworden sein würde. Herder sagt von ihm: Er war ein eitler junger Mann, von ' ,vielen Fähigkeiten und vieler Ruhmsucht; er wollte ein Julius Cäsar in der Philosophie sein 'und fiel als ihr trauriges Opfer. W. Fr. Arpe, Bayle und Voltaire unterzogen sich seiner 'Verthcidigung, dagegen wurde er von Dav. Durand in dem Werke „I.n vie et >es «entimen, ^
6s I.uc.V."(Notterd. >717) hart angegriffen. Vgl.„Lebenund Schicksale, Geist,Charakter > 'und Meinungen des Luc. V." (Lpz. 1806) und eine andere gutgeschriebene Biographie inMünch's „Biographisch-historischen Skizzen" (Bd. I, Stuttg. > 836).
Vanloo ist der Name einer zahlreichen niederländ. Malerfamilie. Am berühmtestensind Joh. Bapt. und Karl Andr. V., die Söhne Ludw. V.'s, der ebenfalls als Zeichner ^und Frescomaler, erst in Paris und dann in Air in der Provence, wo er lebte, sich großenRuf erwarb. — Der älteste, Joh. Bapt. V-, geb. zu Aix 1683, war Geschichts- und 'Portraitmaler, hielt sich in Frankreich, Italien und England auf und malte sehr viele Por- '
traits. Von seinen historischen Gemälden sind die meisten in Paris, Toulon, Turin, Rom >
und London. — Der zweite, Karl Andr. V., geb. zu Nizza 1705, lernte bei dem alternBruder, studirte dann in Nom, malte Historien und Landschaften und wurde nachmals Pro- "fessor an der Akademie der Künste zu Paris. Seine Historien- und Landschaftsgemälde sind *meist in Frankreich geblieben. Der Stil beider Brüder trägt bei vieler Sicherheit und Tüch-tigkeit ganz das Gepräge des 18. Jahrh. und seiner manierirten Grazie. l
Vannucchi, s. Sarto (Andrea del). ^
Van Praet, s. Praet (Jos. Bas. Bernard van).
Vansittart (Nikolas), s. Bexley (Lord). -
Vanucci (Pietro), gewöhnlich Pietro Perugino genannt, Hauptmaler der um- „krischen Schule und Lehrer Rafael's, war zu Citta della Pieve 1336 geboren. Seine Bil-dungsgeschichte ist durchaus dunkel; man nennt als seine Lehrer Benedetto Bonfigli, Pietro ^della Francesca u. A.; auch scheint er mit Niccolo Alunno zusammenzuhängen. Sicherist, daß er um 1370 sich nach Florenz begab und bei Andrea Verocchio lernte; später lebte er .in Rom und seit dem Ende des 15. Jahrh. als Haupt einer bedeutenden Schule zu Perugia,wo er das Bürgerrecht erhielt, und im Besitze eines beträchtlichen Vermögens erst vierJahre nach seinem großen Schüler, 1523, starb. Sein Stil deutet auf verschiedene Einwir- ^knngen hin; unter dem Einflüsse des florentin. Naturalismus sind z. B. die wenigen nocherhaltenen Fresken V.'s in der Sixtinischen Kapelle (1480) und die Anbetung der Könige