564 Valentinns Valerius
meister, dessen Anmaßungen er entgegentrat, zu Vienna in Gallien gctodtet. —- Valen- §tinianus III., der Sohn des Konstantius, Mitkaiscrs des H ouorius (s. d.), und der ?Schwester des Letzter» Placidia, war sieben Jahre alt, als ihn der vström. Kaiser Theodo- i
stus II. als Kaiser des Westens durch seine Feldherren im I. 425 einsetzte-. Seine Mutter d
führte statt seiner die Negierung bis zu ihrem Tode im 1.459; nachher leitete ein Eunuch den "
weichlichen, wollüstigen Kaiser, unter welchem sich die Vandalen im I. 429 Afrikas bemach- si
tigten, die Sachsen um 459 in dem von den Römern verlassenen Britannien sich nieder-ließen, Attila in Gallien und, dort auf den Catalaunischen Feldern (s. d.) von A'etius Hund den Westgothen geschlagen, im I. 452, als ihm des Kaisers Schwester Honoria abge- si
schlagen worden, in Italien eindrang, bis ihn des röm. Bischofs Leo I. Bitten zur Umkehr ^
vermochten. Abneigung gegen Aetius und Furcht vor dessen Macht bewogen den Kaiser, seinen ^Feinden Gehör zu geben; mit eigener Hand ermordete er meuchlings den Mann, der dieStütze des Reichs war, im Z. 454; aber schon im nächsten Jahre, 455, traf ihn dasselbe
Schicksal durch die Hand des Petronius Maximus, dessen Ehebett er geschändet. ..
Valentmus, einer der einflußreichsten Gnostiker (s. d.), stammte aus Ägypten,ging um 149 von Alexandrien nach Rom und soll da oder in Cypern um 169 gestorbensein. Das Charakteristische seines Systems liegt einmal in der Anerkennung des Heiden-thums als einer Vorstufe der chrifflichcn Offenbarung; dann aber darin, daß er die höhereGeisterwelt in 15 Syzygien oder Äonenpaare theiltc, von denen jedes aus einem männ-lichen oder lebcngebenden und aus einem weiblichen oder lebcncmpsangcnden Äon besteht.Die erste Syzygie bildet nach ihm der Bythos, d. i. Gott in sich, und die Ennoia, d. i. Gottals sich selbst denkend; aus ihnen cmaniren zunächst der Nus und die Aletheia, und so fort.Indem der letzte Äon, Sophia, über die durch den Äon Heros bestimmte Grenze hinaus-strebte, lind ein Theil seines Wesens in das Chaos sich verlor, bildete sich die Achamoth, ein ,unreifes Wesen, welche durch den von ihr ausgegangencn Deminrgus die beseelte Körper-Welt erschuf. Nun Heilte zwar Horos den Menschenseelen ein pneumatisches Element mit, >allein dieses erlangte erst volle Wirksamkeit, als Christus, eine Collectivcmanation aus alle» ^Äonen, als Soker erschien und mit dem Menschen Jesns sich vereinigte. Dereinst wird allesPneumatische, ja selbst das ursprünglich blos Psychische, soweit es sich jenem assimilirt hat, indas Pleroma zurückkehrcn. Die bedeutendsten Schüler des V. waren Markus, PtolcmäuSund Heraklcon, die jedoch in manchen Punkten von ihm abwichen.
Valerianus (Publius Licinius), röm. Kaiser vomJ. 253—269, hatte sich als Feld-herr ausgezeichnet und war unter Kaiser Decius bei einem Versuch, die Censur zu erneuern,wegen seiner Rechtlichkeit und einfachen Sitte zum Censor gewählt worden. Auf den Thronwurde er durch die gallischen Legionen erhoben. Er ernannte seinen Sohn Gallienus (s.d.)zum Mitregentcn, und zeigte sich auch als Kaiser von eifrigem Streben für das Veste disReichs durchdrungen, doch vermochte er weder imJnnern derVerwirrung, dienachhcr unterseinem Sohne und den 39 Tyrannen den Gipfel erreichte, zu steuern, noch die Angriffe derbarbarischen Völker entscheidend zurückzuschlagen. Mit den Franken, die durch Gallien bisTarraco in Spanien streiften, kämpfte sein Feldherr Aurelianus; die Alemannen schlug,als sie bis Mailand vorgedrungen waren, Gallienus; Thrazien, Macedonien, Griechenlandsund die Inseln des Archipelagus wurden von den Gothen (s. d.) geplündert; den Persernnahm V. zwar Antiochien wieder, doch wurde er später von ihnen geschlagen, bei einer Zu-sammenkunft mit ihrem König SaporeS von diesem im I. 269 gefangen und bis zu seinemTode in harter, schimpflicher Gefangenschaft gehalten. Unter V. fällt auch eine Christen-verfolgung, in welcher der Bischof Cypri an us (s. d.) im I. 258 den Märtyrertod erlitt.
Valerius ist der Name eines berühmten rom. patricischen Geschlechts, das sabinischerAbstammung war und sich von dem Volesus Valerius, einem Gefährten des Titus TatiuS(s. d.), ableitete. Aus der großen Anzahl bedeutender Männer, die aus ihm entsprangenund höhere Staatsämter bekleideten, sind folgende besonders wichtig. — PubliuS A,der im ersten Jahre der Republik, 599 v. Chr., an die Stelle des Consuls Lucius TarquiniuS,Collatinus ttat, dann das Consulat noch dreimal, in den I. 598, 597 und 594, bekleideteund 593 starb. Er ließ die Fasces, aus denen er innerhalb der Stadt die Beile zu nehmengebot, vor der Volksversammlung senken, und diese Anerkennung der Macht der Volks-,