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14 (1847) Sueven bis Viterbo
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88 Tallien

schützen sollte. Mit diesem Acte, durch welchen er die Revolutionsepoche geschlossen meinte,trat T. von dem Schauplätze der öffentlichen Thätigkeit ab. Er ließ sich 1835 aus Londonabrufen und zog sich in die Einsamkeit nach Valencay zurück, obschon das hohe Alter seineGeistesfähigkeiten nicht geschwächt hatte. Öfter erschien er noch am Hofe des Bürgerkönigs,wo er mit großer Auszeichnung und Vertraulichkeit empfangen und von den Frauen alsOrakel verehrt wurde. Im Jan. 1838 begab er sich nach Paris und hielt bei einer Festver-sammlung der Akademie, deren Mitglied er war, eine Lobrede aus den Grafen Rein-hard (s.d.). Seit dieser Zeit nahmen seine Kräfte ab, und eine schmerzhafte Operation brachteden Greis dem Grabe nahe. Er starb sehr gelassen am > 7. Mai l 838 unter den Formen derröm. Kirche. Schon längere Zeit vorher hatte er, um mit Anstand zu sterben, eine Acte ent-worfen, in welcher er sein vormaliges Betragen gegen die Kirche widerrief, und die er, aberzögernd und auf Bitten seiner Verwandten, einige Stunden vor seinem Ende Unterzeichnete.Er soll ein Vermögen von 18 Mill. Francs hintcrlassen haben; zur Haupterbin setzte erseine Nichte, dieHerzogin von Dino, ein. Nach dem Testamente sollen dieMemoiren, welcheer hintcrlassen, erst 3«> Jahre nach seinem Tode veröffentlicht werden.

Tallien (Jean Lambert), Mitglied des franz. Nationalconvents, besonders bekanntdurch seinen Einfluß auf den Sturz der Schreckensherrschaft, wurde 1769 zu Paris geboren.Er erhielt eine wissenschaftliche Bildung durch die Güte des Marquis von Bercy, in dessenDiensten sein Vater stand. Nachdem er bei einem Advocaten als Schreiber gearbeitet, trater als Notar auf, verließ aber diese Laufbahn und nahm eine Anstellung bei der Redactiondes5l»nite>ir". Als eifriger Revolutionsmann und Jakobiner gab er gegen Ende des I.l 9 1 ein selbständiges Blatt,Xmi cl» cito^ en", heraus, das zwar die Jakobiner subventiv-nirten, aber wenig Glück machte und bald eingehen mußte. Während der Revolution voml». Aug. > 7 02 wurde er, als eifriger Theilnehmer an den Unruhen, Secretair des revolu-tionairen Eemcinderaths. Als solcher hielt er mehre wüthende Anreden an die GesetzgebendeVersammlung und bewirkte eine große Zahl von Verhaftungen. Eine noch ärgere Nollespielte T. in den darauf folgenden Septembermeheleicn, vbschon er einzelne Gefangene, wieHue, einen Kammerdiener Ludwig's XVI., rettete. Das Departement Seine und Oisewäkflte ihn inmitten der Greuelscenen zum Deputaten in den Convent. T. gesellte sich als-bald den ausschweifendsten Männern der Bergpartei bei, entfaltete ein nicht unbedeutendesNednertalcnt und drang im Procefse des Königs auf den Tod, ohne Aufschub und Appella-tion an das Volk. Am Tage der Hinrichtung wurde er zum Präsidenten der Versammlungernannt. Drei Monate später erhielt er mit Carra eine Sendung in die gegen den Conventempörten Departements des Westens. In dieser Stellung beförderte er die Girondisten aufdas Schafft, welche der Katastrophe zu Paris entgangen waren und sich in den Provinzenversteckt hielten. Der Convent schickte ihn zuletzt als Kommissar nach Bordeaux, wo er dieNeste der Föderalisten aufreiben sollte. Hier verfolgte er schonungslos die wohlhabendenEeschäftleute, legte denselben unerschwingliche Contributionen auf und ließ die Wider-spenstigen das Schafft besteigen. Gegen Ende des I. 1793 lernte T. in den Gefängnissenzu Bordeaux eine der schönsten Frauen jener Zeit, Madame de Fontenay, die Tochter desspan. Bankiers Cabarrus (s. d.), kennen, und die Neigung, welche er zu derselben faßte,krackte eine plötzliche Veränderung in seinem politischen Treiben hervor. Er befreite nichtnur seine Geliebte, sondern verwandelte fortan seine Todesurtheile in Entlassungsdecrete.Die Schreckensrcgierung gerieth darüber sehr bald in Zorn und rief T. nach Paris, wo er sichverantworten mußte und besonders von Robespierre übel ausgenommen wurde. Zwar suchteer sich durch verstellten Revolutionseifcr wieder Zutrauen zu erwerben; allein Nobespierrehielt ihn fest im Auge, ließ ihn aus dem Jakobinerclub stoßen und veranlaßt« auch aufsneue die Einsperrung seiner Geliebten. Nach Danton's Sturze, dessen Partei er angehörte,mußte T. täglich einem tödtlichen Angriffe von Seiten des Dictators entgegensetzen. Wäh-rend Nobespierre seit dem Juni 1794 zur gänzlichen Vernichtung seiner Feinde Vorkeh-rungen traf, stellte sich T. an die Spitze der Opposition und sammelte die Kräfte für denbevorstehenden Kampf. Wie viel Muth er aber auch besaß, so würde er bei der gänzlichenEinschüchterung des Convents doch unterlegen sein, hätteRobespierress. d.)selbstnichtdie frühere Entschlossenheit verloren und in der Ausführung eines Hauptschlages gezögert.