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14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
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85
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Talleyrand-Pe'rigord 85

ernannt, wirkte er als Mitglied der Generalstaaten für die Vereinigung der Stände, schloßsich Mirabeau an und erhob sich bald zu einem Wortführer der Neformpartci. Er betheiligtesich an allen Finanzfragen, legte einen freisinnigen Unterrichtsplan vor und drang auf denVerkauf der geistlichen Güter, Aufhebung des Zehnten und feste Besoldung des Klerus.Bei dem Bundesfeste, das am 14. Juli 1799 auf dem Marsfelde (s. d.) stattfand, hielter am Altäre des Vaterlands die Messe und weihte die Fahnen. Nach dem Feste half er dieCivilconstitution des Klerus durchsetzen und weihte als Bischof die ersten konstitutionellenPriester. Als ihnPius Vl. hierauf in denBann that, zog er vor, sein Bisthum 1791 nieder-zulegen. Er war damals ein sehr populairer Charakter. Der Hof sendete ihn deshalb nachdem Schlüsse der constituirenden Versammlung mit dem Marquis von Chauvelin als Unter-händlermach England. Beide wurden jedoch vom Minister Pitt zurückgcwiesen. T. traf amTage nach der Revolution vom 19. Aug. >792 zu Paris ein, und wäre beinahe vom Volkeermordet worden, weil man im königlichen Schlosse Papiere gefunden hatte, die ihn com-promittirten. Mit Hülfe Dantvn's rettete er sich nach Nordamerika, wo er sich in Handels-geschäften versuchte. Schon nach dem Sturze der Schreckensherrschaft kehrte er indessennach Europa zurück und bewirkte am 4. Sept. 1795 die Aufhebung des vom Conventgegen ihn erlassenen Anklagedecrets. Wiewol T. die Schwäche der Dircctorialregierungerkannte, übernahm er doch nach dem Staatsstreiche vom >8. Fructidor, am 16.Juli 1797,. das Ministerium des Auswärtigen. Hätte er mehr Kraft und Genie als diplomatische Ge-wandtheit besessen, so würde er sich damals in den Geschicken des revolutionairen Frankreichseine Hauptrolle haben zumessen können. Er zog cs jedoch vor, seine Augen auf den Eroberervon Italien zu richten. Als Bonaparte ans Ägypten kam, verbanden sich T. und Sieyes(s. d.) mit demselben und halfen die Revolution vom 18. Brumaire ss. d.) vollbringen.Nach der Katastrophe begnügte sich T., der Minister des Ersten Consuls zu bleiben und dessenLeidenschaft nach Alleinherrschaft durch kluge Rathschläge zu unterstützen. Er leitete die Unter-handlungen zu Luneville und Ämiens, und trug 1892 viel zur Abschließung des Concordatsbei, das den Katholicismus in Frankreich wiederherstelltc. Der Papst gewährte ihm dafürdie Säcularisation, sodaß sein Verhältnis zu Madame Grant, mit der er seit mehren Jahrenin Civilehe lebte, auch von kirchlicher Seite legitimirt wurde. Nach Errichtung des Kaiser-thrones erhielt er die Würde eines Oberkammerherrn und folgte Napoleon zurKrönung nachMailand. Gegen Ende des I. 1895 begab er sich nach Wien und Presburg und schloß denFrieden mit Ostreich. Jm März 1896 eröffncte er die Friedensunterhandlungen mit England,die jedoch nach Fox's Tode sogleich wieder zerfielen. Wol nicht mit vollem Recht hat man dieArbeiten T.'s während der Kaiserzeit sehr hoch angeschlagen; denn Napoleon zeichnete seinenMinistern jedesmal den Weg auf das strengste vor und warf das Schwert in die Wagschale,wenn die Künste der Diplomatie nicht wirken wollten. Nachdem T. im Juni 1896 zumsouveraincn Fürsten von Benevent erhoben worden, folgte er dem Kaiser nach Deutschland,schloß später zuPosen den Vertrag mitSachsen, betheiligte sich aber wenig an dem Friedens-werke mit Rußland. Von Natur den Krieg scheuend, vorsichtig und die Zukunft berechnend,drang er damals mehr als je in den Kaiser, die Bahn des Eroberers aufzugebcn und denallgemeinen Frieden durch ein solides Bündniß Frankreichs mit Ostreich und England zusichern. Napoleon hingegen, der nach der Herrschaft über die abendländ. Welt strebte,verwarf diesen Rath und neigte zu einem Bunde mit Rußland. In Folge dieses Zwiespaltsund der Unterhandlungen, die er eigenmächtig mit England fortspann, mußte T. nach demFrieden zu Tilsit den Ministerposten niederlegen. DerKaiser ernannte ihn zwar zumReichs-vicegroßwahlherrn (Vics-Aranä-ölecteur) und nahm ihn mit nach Bayonne, dann nachErfurt, aber die Wendung, welche die Ereignisse in Spanien nahmen, trennte den Ministerimmer mehr von seinem Herrn. Fouche beschleunigte diesen Bruch durch seine Jntrigucn.Noch im I. 1898 entfernte sich T. ganz von den Geschäften und zog sich auf sein LandgutValencay zurück.Dies ist der Anfang vom Ende", soll er sich oft über den Krieg inSpanien geäußert haben.

Es unterliegt keinem Zweifel, daß T. seit 1812, als der Thron Napoleon's zu wankenbegann, den Ereignissen v^rausgriff und mit den Bourbons um deren Restauration unter-handelte. Diese Handlungsweise ging nicht aus Rachegefühl gegen Napoleon hervor, son»