Taktik
78 Tagthierchen
Taqtyierchen, s. Ephemeren.
Tajo, einer der größten Flüsse der pyrcnäischen Halbinsel, in Portugal Tejo genannt,entspringt fast in der Mitte Spaniens, auf den Grenzen von Cuenca und Aragonicn, inder Sierra von Albaracin auf dem Berge von Mu-^ de San-Juan aus der Quelle PieJzquierdo. Nach einem Lauf von 78 M. tritt er bei Sedilla nach Portugal über, das er32 M. weit durchströmt. Hier theilt er sich bei Salvaterta, unterhalb Santarem, in denneuen Tcjo und den Mar del Pedro. Nach seiner Wiedervereinigung bei Villafrancaerhält er durch das Zutretcn des Meeres eine Breite von zwei Meilen. Unterhalb Lissabonmündet er in das Atlantische Meer. Der Tajo ist sehr reißend, hat hohe Ufer, morastiges,gelbes Wasser und ist wegen seiner vielen Klippen und Untiefen in Spanien gar nicht, inPortugal nur bis über Abrantes hinauf schiffbar; doch bildet er mit seiner weiten Mündungeinen der sichersten, tiefsten und geräumigsten Häfen der Erde. Bis Santarem hat er Ebbeund Flut; auch tritt er jährlich, besonders in Portugal, aus seinem Ufer heraus.
Takel, Takelwerk oder Takelage nennt man Alles, was zur Ausrüstung undRegierung eines Schiffs gehört, Taue, Segel, Segelstangen, Winden, Rollen, Ankeru. s. w., daher die Ausdrücke takeln und abtakcln. Die wichtigsten Vorrichtungen zurFortbringung eines Schiffs sind dieSegel (s. d.), zu deren Ausspannung Masten (s. d?errichtet werden.
Takt heißt ein Gleichmaß aufeinander folgender Zeittheile, eine Zeitabtheilung in derfortschreitenden Bewegung, durch welche das Aufeinanderfolgende in gleich lang dauerndeund gleich gemessene Glieder zerfällt. Dieses Gleichmaß wirkt angenehm auf das Gehör,wie das symmetrische Verhältniß der Körper auf das Auge, und hat nach der Verschiedenheitseiner Glieder wiederum eine verschiedene Bedeutung; daher die Taktarten. Hiernach gibtes zunächst eine gerade Taktart, deren Glieder eine gerade Zahl bilden, und eine un-gerade, deren Glieder eine ungerade Zahl haben. Einfach ist jene, wenn sie aus zwei, diese,wenn sie aus drei Hauptzeiten besteht. Was die Takttheile betrifft, so haben sie einenverschiedenen innern Werth durch den Accent. Hiernach unterscheidet man gute undschlechte Takttheile (tllesis und ursin oder Niederschlag und Aufschlag). Ein guteroder schwerer Takttheil ist derjenige, der den Accent hat. Ein solcher verlangt bei der Ge-sangscomposition eine lange Silbe, der schlechte aber eine kurze. Gute Takttheile sind in dengleichen Taktarten der erste ftüssis), dieser har absolut das größte Gewicht, weil er den An-fang des Taktes entscheidet. Werden die halben Takte des Viervierteltakts in Viertel ver-wandelt, so erhält das erste und dritte Viertel den Accent, letzteres jedoch einen schwächern,weil sich hier die Viertel untereinander wie die Takttheile verhalten, welche die Viertel aus-machen. Einen noch schwächern Accent erhalten das dritte und sechste Achtel, wenn dieViertel in Achtel verwandelt werden. Bei den ungeraden Taktarten hat wiederum im Drei-zweiteltakt das ersteZweitel das Gewicht, in dem Sechsvierteltakt das erste und vierteViertcldas größte, das zweite und fünfte Viertel ein verhältnißmäßig schwächeres Gewicht und sofort. Für den Erfinder des neuern Taktes gilt Franco von Köln (s. d.). Bei den Grie-chen wurde der Takt zum Gesang des Chors anfangs durch Holzschuhe, bei den Römerndurch das scamillmn oder scsiüllum, ein lärmendes Instrument, angegeben; jetzt bedientmansich daui des Taktstocks. Taktstrich nennt man den senkrechten Strich, mittels dessendie Abschnitte, welche der Takt im Rhythmus bildet, bezeichnet werden.
Taktik heißt die Lehre von dem Verhalten der Truppen auf dem Marsch, im Lagerund beim Gefecht. Wenn daher die Strategie (s. d.) die allgemeinen Anordnungen gibt,wann und wohin marschirt, wann und wo geschlagen werden soll, so bestimmt die Taktikdie Art der Ausführung jener Bestimmungen, oder das Wie derselben. Daß es keine scharfeGrenzlinie zwischen Taktik und Strategie gibt, liegt auf der Hand. Ob sich das Corps beimMarsch in einer oder in mehren Colonnen, neben - oder hintereinander bewegen, ob esTreffen - oder Flügelweise, rechts oder links abmarschiren soll, wird zwar zuweilen von stra-tegischen Gründen abhängen, in der Regel aber bestimmt nur die Taktik den Marsch (s.d.),die Folgereihe der Truppcnartcn, die Zusammensetzung der Avant- und Arrieregarde, dieEntsendung der Flankendeckungen, und endlich auch die Lagerordnung. (S. Lager,) Ebensofallen die Evolutionen und Manveuvres vor dem Feinde der Taktik anheim. Damit aber die