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14 (1847) Sueven bis Viterbo
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Tacitus (Marcus Claudius)

Ladolini

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das bildende Talent eines großen Künstlers, der in die rohe Mannichfaltigkeit Ordnung undEinheit zu bringen weiß und aus dem Gewirre eines ungeheuer» Staatslebens ein natürlichgeordnetes Gemälde schafft, auf dem sich die Massen in einzelne Gruppen wie von selbstsondern und die Hauptpersonen durch bewundernswürdige Kunst in den Vordergrund tre-ten. Die Zeichnung der Personen und Begebenheiten zeugt von einem seltenen Tiefblickund von hoher Geisteskraft, und der Künstler selbst steht in ruhiger Erhabenheit über derVerworfenheit jenes unglücklichen Zeitalters. Die nicht erkünstelte, sondern gleichsam un-willkürliche Kürze seiner Schreibart ging aus der Eigenthümlichkeit seines Geistes und derStimmung seines Gemüths hervor. In seinem Ausdrucke ist nichts Müßiges, in seiner Zeich-nung nichts Überflüssiges; die Farben sind mit weiser Sparsamkeit aufgetragen und Lichtund Schatten gehörig vertheilt. T. hatte, wie Sallustius (s. d.), den Thncydides vorAugen und es spricht aus ihm der Griechen hoher Geist, aber auch zugleich eine tragischeStimmung, die sein Geist durch seine Weltlage annahm, daher ihn Schclling den Historikerder Tragödie nennt. Seine Darstellung ist übrigens durchaus pragmatisch, weil er Schrittvor Schritt an dem Verfall des röm. Staats die Wirkungen der Sittenlosigkeit und desDespotismus darstellt. Über den Kunstcharakter des T. haben sich Süvern in denAbhand-lungen der berliner Akademie der Wissenschaften" (Berl. 182223) und Hoffmann in derSchriftDie Weltanschauung des T." (Essen 1831) verbreitet. Nach dem ersten unvoll-ständigen Drucke (Ven. >470) wurden die Werke des T. am besten bearbeitet von BeatusRhenanus (Bas. 15 IS und 1733, Fol.); I. Lipsius (Antw. 1573 und 1600, Fol.); I. F.Gronov (2 Bde., Amst. >672 und 1685); Z. A. Ernesti (Lpz. 1, 52; neue AuSg. vonOberlin, 2 Bde., Lpz. 1801) ; Brotier(4 Bde., Par. 1771, 4.); Zmm.Bekkcr, mit den An-merkungen von Lipsius, Gronov, Heinsius, Ernesti und F. A. Wolf (2 Bde., Lpz. 1831);Walther (4 Bde., Halle 183132); N. Bach (2 Bde., Lpz. 183435); Ritter (2Bdc.,Bonn 1834-36); G..A.Ruperti(4Bde., Hannov. 183436) undDübner(Par. >845)Auch besitzen wir eine große Anzahl guter Ausgaben der einzelnen Schriften, des.^ricoia/von Barker (2. Auch, Lond. 18,8), Drvnke (Kobl. 1824; 2. Auch, Fulda >844), Klein(Münch. >825), Becker/Hamb. 1826), Hertel (Lpz. 1827), Peerlkamp (Leyd. 1827),L. Walch, mit deutscher Übersetzung und einem trefflichen Commentar (Berl. 1828) undRoth (Nürnb. 1833); ferner der(-lermuuiu" von Bredow (Helmst. 1808 und >816),Passvw (Bresl. 1817), Dilthcy (Braunschw. >823), Heß (Lpz. >824), Kießling (Lpz.1832), Gruber(Bcrl. 1832), Jak. Grimm (Gott. 1835), Ritter (Bonn >836), Eerlachund Wackernagel (2 Bde., Bas. 183537) und Wcishaupt (Soloth. 1844); endlich desOiuiogur Oe orvtoridus" von Dronke (Kobl. 1828; 2. Auch, 1846), Orelli (Zür. 1830),Bötticher (Berl. (832) und Papst (Lpz. 1841), deutsch von Hübsch (Nürnb. 1837). Un-ter den deutschen Übersetzungen zeichnen sich aus die von Weltmann (6 Bde., Berl. 181117), Stromb.'ck(3Bde., Braunschw. 1816), Rickleffs (4 Bde., Oldenb. 182527), Ent-mann (5Bde., Stuttg. 182830) und Bötticher (4 Bde., Berl. 183134); die derGeschichtsbücher" von Schlüter (Essen 1834); und unter den franz. Übersetzungen die vonBurnouf (7 Bde., Par. 182731) und Panckoucke (5 Bde., Par. 1830). Ein sehrbrauchbaresI.oxicnn IHteum" verfaßte Bötticher (Berl. 1830).

Tacitus (Marcus Claudius), röm. Kaiser vom 25. Sept. 275 Apr. 27 6 , war, alsAurelianus starb, Senator, schon 75 Jahre alt, aber durch Tüchtigkeit ebenso ausgezeichnetals durch Ungeheuern Reichthum, den er, da ihn der Senat nach halbjähriger Zögerung zumKaiser wählte, den Bedürfnissen des Staats opferte. In Kleinasien, wohin er sich begeben,um den Einfällen der Gothen und Alanen zu steuern, wurde er zu Tyana von den Solda-ten, die er beleidigt hatte, erschlagen. Dasselbe Loos hatte nach drei Monaten sein Bruderund Nachfolger Florianus, worauf Prob us (s. d.) Kaiser wurde. T. leitete sein Geschlechtvon dem Geschichtschreiber Tacitus ab, dessen Werke er daher in allen Bibliotheken aufzustel--len und jährlich zehnmal von Staatswegen abzuschrciben verordnete.

Tadolini (Adam), ital. Bildhauer, geb. zu Bologna >789, wurde von seinem Va-ter für den Handelsstand gebildet und durfte nur im Geheimen sich mit Modellircn beschäftigen.Erst auf Verwendung des Prinzen Ercolani kam er auf die Kunstschule zu Bologna, wo erin kurzer Zeit mehre Preis« gewann und dann seinen Lehrer, den Bildhauer Dcmaria, nach