Syrakus 61
stattfanden, begründet; bei den Gamoren (Landeigenthümern), den Geschlechtern der dori-schen Gründer der Stadt, war die Herrschaft; ihnen als Knechte unterworfen waren die al-ten Bewohner der Gegend, Kyllyrier genannt; als aber die Stadt sich schnell durch Handel hob,gesellte sich ein dritter Stand in den Griechen, die allmälig zuwandcrten, hinzu, die zwar frei,aber ohne Anthcil an der Regierung blieben und bald als Demos (Gemeinde) die größere Massebildeten. Durch sie wurden zu Anfang des 5.Iahrh. v.Chr. die Gamoren vertrieben. Ge-lon (s. d.), der Herrscher von Gela, an den sie sich wendeten, führte sie im I. 484 zurück, be-mächtigte sich aber zugleich der Herrschaft (Tyrannis), die er mit solcher Kraft und Klugheitund so glücklich führte, daß unter ihm S. der mächtigste unter den sieil. Staaten wurde, anden sich die Geschichte der Insel, die er durch den Sieg bei Hin, era (s. d.) im I. 486 gegenden ersten Eroberungsversnch der Karthager beschützte, von nun an vorzugsweise anschließt.Ihm folgte sein Bruder Hiero I. (s. d.), -177—467, diesem sein Bruder Thrasybulus, derschon 466 wegen seiner Grausamkeit vertrieben wurde. An die Stelle der Tyrannis tratnun eine vollkommene Demokratie, in welcher der, wie der atheniens. Ostracismus (s. d.)im I. 454 eingerichtete Petalismus gegen das Übergewicht einzelner Bürger schützen sollte.Trotz innerer Parteiungen blieb S. doch blühend und nach außen mächtig; die landeßein-geborencn Siculer, die im J.451 Dueetius gegen die Griechen vereinte, wurden nach hartemWiderstand unterworfen, die Kriege, welche mit den griech. Städten, namentlich auch mitAgrigent, darüber entstanden, daß S. seinen Vorsitz in ihrem Bunde in Oberherrschaft zuverwandeln strebte, meist glücklich geführt, bis im Z. 424 der Syrakusaner Hermokrates denFrieden vermittelte. Als aber imI. 4 l 6 Selinus (s. d.) gegen Segesta (s. d.) von denSyrakusanern unterstützt wurde, riefen die Segestaner Athen, das schon im I. 427 den Le-ontinern gegen S. bcigestanden hatte, um Hülse an, die ihnen auf des Alcibiades (s. d.)Betrieb gewährt wurde. Eine starke Flotte wurde nach S. gesendet, dieses belagert und imZ. 4 14 von Nicias (s. d.) hart bedrängt, als es von den Spartanern unter GylippusHülfe erhielt. Zwar sendeten auch die Athener neue Truppen unter Demosthenes; nachdemaber ihre Flotte vernichtet worden war, mußte sich das Landheer im I. 4! 3 ergeben; Niciasund Demosthenes wurden hingerichket und 7666 gefangene Athener in den Latomien durchNoch und Elend aufgerieben. Im Innern des Staats siegte die Volkspartei, untcrDioklcs,der die alte Demokratie herstellte und strenges Recht einzuführen bemüht war, über die desAdels unter Hermokrates im I. 412. Nach dem Tode des Erstern aber kam es zu neuenParteistreitcn, in denen Hermokrates den Tod fand; zugleich drohte Gefahr von Karthago(s. d.), das damals in Sieilien festen Fuß gefaßt hatte. Da erhielt S.in Dionysius I.(s. d.), der, unterstützt von Philisters, im I. 466 die Tyrannis erwarb, einen zwar gewalt-thätigcn, aber einsichtigen und kraftvollen Herrscher, der den Kampf mit den Kartha-gern, wenn auch mit wechselndem Glück, bestand, gegen die unterital. Griechen und dieetrur. Seeräuber siegreich kriegte, und unter dem sich der Handel und die Macht der vonihm stärker befestigten Stadt ansehnlich hoben. Neue innere Kämpfe, in denen die einzelnenStadttheile oft wie feindliche Städte gegeneinander standen, und die von den Karthagern,mit denen Hiketas, der Tyrann von Gela, verbündet war, benutzt wurden, füllen die Zeit vomI. 367—343, in der sein Sohn D iony sius II. (s. d.) zweimal, zuerst bis 357, wo er vonDion (s. d.) vertrieben wurde, dann vom J. 346 an, die Herrschaft sührte. Timo lcon(s. d.), von Korinth gesendet, vertrieb ihn wieder, beschränkte die Karthager, nachdem er sie346 am Krimissus geschlagen, durch einen Frieden auf ihr Gebiet im westlichen Theile-derInsel und vereinte die griech. Städte, nachdem er ihre Tyrannen, unter ihnen den Hiketas,gestürzt, in einen Bund, an dessen Spitze S. stand, dessen Demokratie er wiederhcrstcllte.Sogleich nach seinem Tode im I. 337 zerfiel aber sein Werk, und S. erhielt, nachdem eineReihe von Jahren unter Parteikämpfen und Streitigkeiten mit andern Städten vergangenwar, im I. 317 wieder einen Tyrannen in Agathokles'(s. d.), der sich, gesichert durchseine Söldner, die Mamertiner (s. d.), unter Kriegen mit den Karthagern, die er inAfrika selbst angriff, und den Krotoniatcn und Bruttiern bis zum I. 289 behauptete.Als nach seinem Tode S. von neuem der innern Zwietracht verfiel, sodaß drei Parteien sichbekämpften, drangen die Karthager 279 vor die Stadt selbst, die gegen sie den Pyrrhus(s. d.) aus Italien zu Hülfe ries, von dem sie bis Lilybäum zurückgedrängt wurden. Zn den