Druckschrift 
14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

4 Suffren de Saint-Tropez Suhl

im Ganzen und das Stimmrecht selbst, das zu den politischen Rechten des röm. Bürgers ge-hörte, wird mit Suffragium bezeichnet. Die Abstimmung geschah lange Zeit mündlich, erstim 7. Jahrh. der Stadt wurde durch mehre Gesetze die schriftliche Abstimmung (per tabeilas, >d. i. durch hölzerne, mit Wachs überzogene Täfelchen) eingeführt, und zwar zuerst durch dielex 6-rdinis im I. >39 v. Chr. bei Magistratswahlen, im I. >3l durch die lex kspiriabei Gesehvorschlägen, im 3- > 37 durch die lex Lsssis bei Gerichten, mit Ausnahme desHoch-verraths (periiuellio), und im I. 107 durch die lex (üaelis auch für diesen. ^

Suffren de Saint-Tropez (Pierre Andre), einer der größten Seemänner Frank-reichs, stammte aus einer vornehmen Familie der Provence und wurde daselbst am > 3. Juli1726geboren. Er trat 1733 in diesranz.Marine, zeichnete sich durch seinenMuth in mehrenKämpfen gegen die Engländer aus und stieg 1738 zumSchiffsfähndrich. Mit dem Eintrittdes Friedens ging er nach Malta und ließ sich in den dortigen Ritterorden aufnehmen. Erst -als >755 die Feindseligkeiten zwischen Frankreich und England wieder begannen, kehrte erauf die sranz. Flotte zurück und wohnte >756 als Lieutenant der Eroberung von Minorcabei. Ungeachtet seines tapfern Betragens bei verschiedenen Gelegenheiten wurde er erst >772zumSchiffscapitain befördert. Als solcher befehligte er >778, in dem Unabhängigkeitskriegeder Nordamerikaner, in der Escadre des Grafen d'Estaing. Letzterer übergab S. zu Bostoneinen Theil seiner Streitmacht, mit welcher er in den Hafen von Newport drang und diedaselbst eingelaufene brit. Flotille verbrannte. Auf die Empfehlung des Admirals erhielt S.,nach der Rückkehr nach Vreston, noch >770 den Befehl über ein leichtes Geschwader in dervereinigten franz.-span.Flotte unter Don Ludwig von Cordova. An derSpitzc seinerStreit-kräfte griff er am O.Aug. 1780 auf der Hohe vom Cap Saint-Vinccnt eine bedeutende brit-,nach Ostindien segelnde Handelsflotte an, der er zwölfSchiffe wegnahm. Nach dieserHelden-that gab ihm die Negierung eine Escadre von sieben großen Schiffen, mit welcher er unterdem Titel eines Commodore den von den Engländern bedrohten Holländern zu Hülfe eilenmußte. Er schlug am >6. Apr. >781 den brit. Commodore Johnstone in einem Gefechtunweit der capverdischcn Insel San-Jago und vereitelte dadurch den Anschlag des Feindes -auf das Cap der guten Hoffnung, das er eher als die Engländer erreichte und besetzte. ImI. >782 schlug er am I7.Febr. und >2. Apr. den brit. Admiral Hughes in den ostind. Ge- ^wäffcrn^zwar vhm-ümscheidung, doch so,- daß diedperationen derLir iten q eläkmt wurden.Im Sept. nahm er sogar das von dem Feinde eroberte Trinconomale weg und erhieltsich unter fortwährenden kleinen Gefechten auf dieser Station. Gewiß würde er noch vielmehr ausgerichtet haben, wäre nicht ein für ihn bestimmtes Convoi in die Hände der Britengefallen. Nach dem Abschluß des Friedens von > 7 83 wurde er nach Frankreich zurückgerufen.

Er landete am 26.März >783 zu Toulon und genoß vom Volke wie vom Hofe eines enthu-siastischen Empfangs. Ludwig X Vl. verlieh ihm die sämmtlichen Orden und schuf für ihneine besondere Viceadmiralswürde, die nach seinem Tode Wied«: eingehen sollte. Als sich>787 das Verhältniß zwischen Frankreich und England abermals feindselig gestaltete, erhieltS. im Oct. vom Hofe den Auftrag, die Flotte im Hafen zu Brest nach seinem GutdünkenauSzurüsten. Sei» durch unmäßige Thätigkeit geschwächter Gesundheitszustand verhinderteihn jedoch daran; er starb zu Paris am 8. Dec. 1788. S. besaß ein martialisches Äußere, ,zeigte sich im Umgänge unterrichtet, sanft und liebenswürdig, führte aber unter seinen Unter-gebenen eine eiserne und unparteiische Disciplin. Vgl. Trublet,blsssi lnstor.gue sur lavie etles campsgnes clu bsilli 8." (Par. >823). Sein Bruder, Louis Je'röme S.de Saint-Tropez, geb >722, war seit >763 Bischof von Sisteron, wo er >780 denzwei Stunden langen Kanal zu bauen begann, der seinen Namen führt. Er wanderte in derRevolution aus und starb in der Fremde. Die Stadt Sisteron errichtete >823 zu seinemAndenken einen Obelisk.

Suggestivfragen oder verfängliche Fragen heißen in der Nechtssprache solcheFragen des Richters an den Jnquisiten, in welche die Thatsachen, welche der Befragte an-geben soll, schon hineingelcgt werden. Sie sind so unzweckmäßig, daß sie zuweilen die Be-weiskraft des Geständnisses ausheben.

Suhl, eine der ansehnlichsten Städte der gefürsteten Grafschaft Henneberg in Fran-ken, jetzt zu dem Kreise Schleusingen im erfurter Regierungsbezirk der preuß. Provinz Sach-