748 Heideloff (Karl Alex.) Heiden
würtemberg. Park in Hohenheim herausgab. Er starb l 816, nachdem er schon seit 1804zum Theil erblindet war.
Heideloff (Karl Alex.), Architekt, Professor und königlicher Conservator der Kunst,denkmäler in Nürnberg, Sohn des Vorigen, geb. 1788 zu Stuttgart, machte seine Stu-dien auf der dasigen Kunstakademie unter Leitung seines Vaters, Scheffhauer's undDan-nccker's und lernte die Architektur bei dem Ritter von Seele und bei dem LandbaumcisterArzel. Die prachtliebende Regierung des damaligen Königs Friedrich hatte überdies einebedeutende Anzahl von Künstlern nach Stuttgart gerufen, von welchen besonders Wäch-ter, Thouret und Gotthard von Müller den strebenden Jüngling durch Rath und Auf-munterung förderten. Vorzugsweise widmete er seine Kräfte dem Studium der mittelal-terlichen Baukunst, deren bedeutendere Monumente uufzusuchen er mehrfache Reisenmachte. Seit l 818 als Lehrer und städtischer Baumeister in Nürnberg angestellt, fand erin der Ausführung eines Grabmals für den letzten Fürstbischof von Bamberg zuerst Ge-legenheit, seine Studien des mittelalterlichen Baustils in Anwendung zu bringen. Im I.1822 wurde er Professor an der Polytechnischen Schule zu Nürnberg, die er früher alsPrivatunternehmen gegründet und geleitet hatte und an der er noch gegenwärtig wirkt.Nach neuen zahlreichen Reisen und Ausflügen zu kunsthistorischen Zwecken begann er nuneine Reihe eigener Schöpfungen, meist in Nürnberg und der Umgegend. Der neue Altar-aufsah zu St.-Sebald, der Dürers-Brunnen, die Herstellung des Portals der Frauenkirche,der gänzliche Umbau und die neue Decoration der St.-Jakobskirche sind ehrenvolle Zeug-nisse seines Strebens, den german. Stil mit seiner alten Schönheit wieder in das Lebenzu rufen. Auch das schöne Plattner'sche Haus in Nürnberg mit Balcon und Säulen vonGußeisen fällt in diese Zeit. Unter den außerhalb Baicrti nach seinen Planen ausgeführ-ten Bauten zeichnen sich besonders aus das reizende Lustschloß Neinhardsbrunn, der Rit-tersaal in der Veste zu Koburg, die Schlösser Landsberg und Altcnstein, die Bcgräbniß-kapelle in Meiningen, das Schlößchen Nosenburg bei Bonn, die Restauration des durchHauffs Erzählung berühmten Lichtenstein und die zierliche Kapelle des Schlosses Nhein-stein bei Bingen. Die Restauration des Doms vonBamberg ist völlig sein Werk. Seinenrastlosen Bemühungen um die mittelalterliche Kunst verdankte er die Ernennung zum kö-niglichen Conftrvator der Kunstdenkmälcr in Nürnberg und der Umgegend. Von seinenneuesten Arbeiten nennen wir die Restauration und Säuberung von St.-Sebald und vonSt.-Lorenz in Nürnberg und das Denkmal des Generals Byström in Kissingen. Nebenseinen zahlreichen Bauten und Umbauten hat er überdies nicht blos im Portrait, in derkleinern malerischen Composition und in der Radirung sich ausgezeichnet, sondern auchnoch sehr viele und geschätzte Schriften, besonders über daS Baufach geliefert. So er-schienen von ihm „Die Lehre von den Säulenordnungcn" (Nürnb. 1827, Fol.); „Derkleine Vignola" (Nürnb. 1832); „Die architektonischen Glieder, deren Construction, Zu-sammenstellung und Verzierung" (2 Hefte, Nürnb. 1831, Fol.); „Der Bau- und Möbel-schreiner" (4 Hefte, Nürnb. >832—37, -t.); „Der Tüncher" (Nürnb. 1835); „Der kleineGrieche"(Nürnb. 1836); „Derkleine Byzantiner" (Nürnb. 1837); „Nürnbergs Bau»denkmale der Vorzeit" (Heft I, Nürnb. 1838); die in Verbindung mit Görgel heraus-gegebene „Ornamentik des Mittelalters" (0 Hefte., Nürnb. 1838—44, 4.); das kunstge-schichlliche Werk „Der christliche Altar, archäologisch und artistisch dargestellt" (Nürnb.1838, Fol.) mit erklärendem Texte von G. Neumann, und „Die Bauhütte des Mittel-alters in Deutschland" (Nürnb. 1844, 4.). H. ist einer der bedeutendsten kunsthistorischenKenner und praktischen Meister seines Fachs, und hat sich in der so schweren und mislichenWiederaufnahme des german. Stils nicht nur von allem Kleinlichen fernzuhalten, sondernauch das mit den gegenwärtigen Mitteln Erreichbare sicher auszuscheiden und mit demgrößten Schönheitssinne zu behandeln gewußt.
Heiden oder Ungläubige heißen in der Heiligen Schrift und nach dem Sprachge-brauche der christlichen Kirche bis in das Mittelalter alle Menschen, die weder Juden nochChristen sind, weshalb zu den Zeiten der Kreuzzüge auch die Türken unter die Heiden ge-rechnet wurden. Jetzt dagegen versteht man unter Heiden nur Diejenigen, welche sich nichtzum Christenthum, Judenthum oder Islam bekennen. Dieser nur negative Begriff wurde