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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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Heideloff (Vict. Pet.)

berühmten Männer auf eigene Kosten gemacht hatten. Einen noch wichtiger» Zuwachsgewann sie unter dem Kurfürsten Otto Heinrich, der nicht nur beide Bibliotheken verband,sondern sie auch mit einer Anzahl der seltensten Handschriften bereicherte, die er auf seinerReise nach Palästina gesammelt hatte. Die Vereinigung der pfälz. Klosterbibliothcken mitderselben, vornehmlich unter Friedrich's Hl. Negierung, sowie ein Vermächtniß von demgelehrten Ulrich von Fugger und andere köstliche Bereicherungen durch ihren berühmtenVorsteher Janus Eruter trugen gleichfalls zur Vergrößerung ihres Umfangs bei. Sie er-hielt damals, abgesehen von den fran;., >956 lat., -13 l griech., 289hebr. und 836 deutsche,also zusammen 3322 Handschriften. Di« gedruckten Bücher waren nicht von so großerBedeutung. Diese ganze Sammlung, mit Ausnahme des Mindcrwichtigen oder sonstdavon Getrennten, wurde l 623 unter des Lev Allatius Leitung nach Rom geschafft, wo sieseitdem unter dem Namen Libliotüscu ziulutiiiu eine eigene Abtheilung der vatikanischenbildete. Im pariser Frieden von 1815 mußte der Papst nicht nur die 38 Handschriften,welche 1792 in Folge des Friedens von Tolcntino nach Paris gewandert waren, an dieUniversität zu H., deren neue Bibliothek 1703 durch den Ankauf der Grävius'schen Samm-lungen gegründet worden war, abtreten, sondern auch auf Ostreichs und Preußens Ver-wendung aus der alten Palatina in Nom sämmtliche altdeutsche Handschriften, 837 an derZahl. Doch die kostbarste Handschrift der schwäb. Minnesänger blieb in Paris zurück, in-dem man sie dort versteckt hielt. Vgl. Wilken,Geschichte der Bildung, Beraubung undVernichtung der alten Heidelb. Büchersammlungen" (Heidelb. 1817) und Augustin Thci-ner,Die Schenkung der Heidelb. Bibliothek durch Maximilian I. an Papst Gregor XV."(Münch. 1833), welche Schrift aber gar sehr der Berichtigung zu bedürfen scheint,aufdieder gegenwärtige Oberbibliothekar, Geh. Hofrath und. Professor Bahr, nicht lange wartenlassen wird. Die Bibliothek umfaßt zur Zeit nicht ganz 150000 Bände und gegen 2000Handschriften; abgesehen von den regelmäßigen Ankäufen, welche in den I. 183639sich auf 3238 Bände beliefen und mit Einschluß des Bindens einen Kostenaufwand von12730 Fl. veranlaßten, wurde sie in derselben Zeit durch die Ilibüntbocs Lutliuna vex.mehrt, ein der Universität zugefallenes Vermächtniß von 1038 verschiedenen Schriftenund Abhandlungen, die sich auf die ehemalige Pfalz beziehen. Seit 1828 ist sie in einemhöchst zweckmäßig eingerichteten Gebäude ausgestellt. Das Universitätsgebäude selbst ist inaltital. Stile 1712 erbaut und hat eine schöne Aula und zahlreiche Auditorien. Auch dienaturwissenschaftlichen und medicinischen Sammlungen sind in neuerer Zeit erweitert undvervollständigt worden. Namentlich sind zu erwähnen die Sammlungen von physikalischenund mathematischen Apparaten, Modellen und Naturalien, die Sternwarte, .das anato-mische Theater, die drei botanischen Gärten für Mediciner, Forstmänner und Ökonomen;die Klinik und Poliklinik und die Entbindungsanstalt mit Wohnungen und einem Lehrsaalfür Hebammen. Mit der theologischen Facultät sind ein homiletisches und ein pädagogisch-katcchctisches Seminar, mit der philosophischen ein philologisches Seminar verbunden. Dasliterarische Organ der Universität bilden dieHeidelberger Jahrbücher".

Heideloff(Vict. Pet.), Bildhauer, Maler und Architekt, wurde 1757 zu Stutt-gart geboren, wo er gleichzeitig mit Schiller, Dannecker und Hetsch Zögling der Karlsschulewar und unter Guibal, dem damaligen Dircctor der Kunstgalerie, die Gcschichtsmalerei,unter Scotti dagegen die Theatermalcrci studirte. Der Herzog Karl von Würtembergschickte ihn nach Italien, wo er 178297 blieb, später nach Paris, wo er sich sieben Jahrelang aufhielt, um sich in den verschiedenen Zweigen der Kunst weiter zu vervollkommnen.In sein Vaterland zurückgekehrt, wurde er als Professor an der Karlsschule und als Hof-und Theatermaler in Stuttgart angestcllt. Auf diese Weise fand er die ausgedehntesteGelegenheit, sein bedeutendes Talent in allen Fächern der Kunst zu bewähren. Bei demTheater suchte er den in den Dekorationen und Costumen damals herrschenden altfranz,Geschmack zu verbannen, und was seine historischen und allegorischen Malereien betrifft,unter welchen die vier Jahreszeiten im königlichen Schlosse zu Stuttgart und ein Altar-blatt in der Kirche zu Rottwcil, den heil. Valentin, wie er Tvdte auferweckt und Krankeheilt, vvrstellend, besondere Erwähnung verdienen, so zeigt er darin eine lebendige, schö-pferische Phantasie. Zu erwähnen ist auch das Prachtwerk, welches er über den herzoglich