Gyulai
Haag
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Zeit verweilte, und hierauf nach London, wo er die besondere Auszeichnung des Prinzen
von Wales genoß. Kränklichkeit nöthigte ihn jedoch, nach drei Jahren nach Deutschlandzurückzukehren. In Brüssel durch die Franzosen aufgehalten, ging er wieder nach Parisund von da später über Berlin nach Wien, wo er 1804 als Kapellmeister am kaiserlichenHoftheater angestellt wurde. Bei der Verpachtung dieses Theaters im 1.1827 wurde auchG. pcnswnirt und lebte seitdem in gänzlicher Zurückgezogenheit. Er schrieb 24 Opern, 45Ballets, eine Menge Duette, Terzette, Quartette u. s. w., sowie Sonaten, Symphonienund Nocturne», auch viele kirchliche Musiken, darunter neun Messen.
Gyulai (Ignaz, Graf von), s. Giulay.
s. Ton und Tonarten.
Haag oder der Haäg, eigentlich s'Grav e nha g e, franz. Is Hi^e, lat. UnAÄ! cainitnm, die Residenz des Königs der Niederlande und vormals der Erbstatthalter der! vereinigten Niederlande, in der Provinz Südholland, eine Stunde vom Strande der Nord-see, ist ein offener, freundlicher Ort und zählt über 63000 E., von denen beiweitem diei Mehrzahl sich zur reformirten Kirche bekennt. Sie liegt höher als die meisten übrigen' Städte Hollands und hat eine reine und gesunde Luft. Die Straßen sind breit und zum! Theil mit farbigen gebrannten Steinen gepflastert und mit Alleen eingefaßt. Der schönstei Theil der Stadt ist het Voorhout; die ausgezeichnetsten öffentlichen Gebäude sind dervormalige Hof der Erbstatthaltcr, der nachmals vom Könige Ludwig Napoleon bewohntund verschönert wurde, und der den Binnenhof einschlicßt, in welchem auch die Gene-ralstaaten ihre Sitzungen halten; die Paläste des Prinzen von Oranien und des Prin-zen Friedrich; das sogenannte Moritzhaus, in welchem die Kunst- und wissenschaftlichenSammlungen sich befinden; das Rathhaus, welches gleich dem Buitenhof treffliche Ge-mälde enthält; das Schauspielhaus und das Staatsgefängniß. Das neue königlicheSchloß, mit «nem großem Garten, ist von außen nichts weniger als schön. Unter den drei^ holländ.-reformirten Kirchen ist die sogenannte Große Kirche zu erwähnen mit einem hohen! sechseckigen Thurme. Große Synagogen haben die portug. und deutschen Juden. Bekanntist besonders die Haager Gesellschaft, welche auf der Synode zu Dordrecht im I.^ 1785 zur Vertheidigung des Christenthums, in der strengen Auffassungsweise Calvin's
gegen Ncologie und Unglauben, Preisfragen stellt und die preisgekrönten Schriften druckenlaßt. Einige Gold-, Silber- und Hutfabriken abgerechnet, ist die Industrie sehr unbedeu-tend ; die Bewohner leben meist von dem Hofe und den zahlreichen Fremden; die vorherr-schende Sprache ist die französische. An einer Seite der Stadt ist ein breiter Kanal, den be-ständig eine Menge Fahrzeuge bedeckt, an die andere schließt sich ein stattlicher Wald, derBosch van Haag, mit einem königlichen Lustschlosse, dem Haus im Busch oderOranien-saal; die übrigen Seiten sind von trefflichen Wiesen und schönen Landsitzen und Gärtenumgeben. In der Nähe der Stadt liegt Ryswijk (s. d.), bekannt durch den Friedcns-, schluß von 16,07, und in den Dünen am Strande das Seebad Schevenin gen (s. d.),wohin eine vierfache Allee führt. H. war ursprünglich ein im Hain erbautes Jagdschloßder Grafen von Holland ; doch schon um 1250 wurde daraus ein Palast, um.welchenherum sehr bald andere Häuser entstanden. Im 16. Jahrh. wurde cs die Residenz der Ge-neralstaaten, und im Laufe des 17. Jahrh. allmälig vergrößert, war es bis zu Anfänge des! 18. Jahrh. der Mittelpunkt der wichtigste» Unterhandlungen der europ. Diplomatik. Hier
! vereinigten sich im sogenannten HaagerConcertam31. März 1710 der deutsche Kai-ser, der König von Preußen, der Kaiser von Rußland und die Seemächte zur Ausrechter-haltung der Neutralität Norddeutschlands gegen Frankreich; auch wurden hier die Triple»»llianz zwischen Frankreich, England und Holland am 4. Jan. 1717 und hierauf am 17.
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