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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
Seite
743
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Heiberg (Het. Andr.) Heiberg (Iohan Ludw.) 743

jedoch dem Wesen nach wahre Darstellung der revolutionnairen Ereignisse des I. >788unter dem TitelSaly's Rcvolutionstage" (Winterth. l8I4), deren Fortsetzung er aberaus Rücksicht auf Persönlichkeiten, die nicht zu vermeiden waren, unterließ. Im I. l 805übernahm er eine Stelle in dem Rache seiner Vaterstadt, und bald darauf die eines Frie-densrichters, welche er sieben Jahre verwaltete, worauf er als Mitglied der Negierung nachZürich berufen wurde. Weil aber weder die höher» Staatsgeschäfte noch die Ortsverände-rung seiner Geistesrichtung und Lebensweise zusagtcn, blieb er dort nur ein Jahr, woraufer nach seiner Vaterstadt zurückkehrte, um sich mit literarischen Arbeiten zu beschäftigen.Hier starb er am 3. Jan. 1840. Von seinen Schriften sind noch zu erwähnen die mit eben-so viel Geist als Laune geschriebene und als classisch anerkannte ErzählungDie Molken-cur" (Zür. 1812); fernerSuschen's Hochzeit" (Zür. 1819), eine Fortsetzung der erster»Schrift, und vorzüglich seinLeben Hans Holbein's des Jüngern" (Berl. 1828), dasWerk zwanzigjähriger Studien. Auch gab er seineGesammelten Schriften" heraus(5 Bde.,Berl. 1828).

Heiberg (Pet. Andr.), ein ausgezeichneter dän. dramatischer Dichter, Satiriker undpolitischer Schriftsteller, geb. >758 zu Vordingborg, lebte nach vollendeten Üniversitätsstu-dien drei Jahre zu Bergen und spater von >788 an als Translator in Kopenhagen. Alser >789 wegen seines politischen Liberalismus des Landes verwiesen wurde, ging er >800nach Paris, wo er während ver Kaiserzeit als <7Kek rin buresu ckes rektions exterieuresangestellt war. Auch begleitete er Talleyrand nach Berlin, Warschau, Erfurt und Wien.Unter der Restauration wurde er >817 pensionirt. Er starb zu Paris am 30. Apr. 1 84 l .Als Schauspieldichter hat er nächst Holberg (s. d.) die größte Anzahl originaler dän.Lustspiele geliefert, die auch allenthalben mit vielem Beifall aufgenommen wurden. Siezeichnen sich durch Menschenkenntnis Scharfsinn und Witz aus; allein seine Satire istoft mehr beißend als komisch, und seine Charaktere malt er bisweilen mehr mit starken undgrellen als mit echt komischen und ergötzlichen Farben. Das Niedrigkomische gelang ihmam besten in den beiden OperettenDie Chinafahrer" undDer feierliche Einzug", vondenen die erste von Schall, die zweite von Schulz componirt wurde; beiweitem weniger indem LustspieleDie sieben Muhmen"; während seine Parodien von Baggesen'schen Opern(Mittel og Malem",Holger Tydske", 1787) einen außerordentlichen und verdientenBeifall fanden. Übrigens gehören die bedeutendsten Schauspiele H.'s zum höhern Lustspielund seinHeckingborn", der ins Deutsche und Englische übersetzt wurde, kann mit demBesten in dieser Gattung wetteifern. Im Allgemeinen sind jedoch seine Stücke auf Thca-tereffect berechnet. Wenn er auch Holberg in Reichthum und Abwechselung, sowie in ko-mischer Kraft und schaffendem Geiste nachsteht, so dürfte er ihm doch unter den blos komi-schen Schauspieldichtern Dänemarks in den beiden ersten Eigenschaften am nächsten kom-men. Seine sämmtlichen Schauspiele sind zweimal gesammelt, zuerst von ihm selbst (3 Bde.,179294), dann vollständiger von Rahbek (4 Bde-, 1806 19). In Paris war er zehnJahre lang Mitredacteur derkövue eoe^elo;>eilchue". Übrigens beschäftigteer sich meistmit populair-philosophischen und politischen Arbeiten. Zu lehtern gehören seine dänischgeschriebenen SchriftenÜber die Todesstrafe" (Christiania 1820),Uber die Einführungder Souverainetät in Dänemark" (Drammcn 1828), seinePolitischen Aphorismen"(Christiania 1826), und seinkrecis kistorigue et critchue cle la constitution <ls la in»uarckie äanoise" (Par. 1820). SeineI-ettres ä'un I<oirveAien cle la vieille rucke"(Par. 1322) waren eine Nachahmung der Briefe des Junius und stellen die Gefahren ei-ner Abänderung der norweg. Verfassung in zu grellem Lichte dar. Interessante Beiträgezur Darstellung seines Lebens und seiner Anschauungsweise enthalten zwei autobiographi-sche Fragmente von ihm selbstDrei Jahre in Bergen" (Drammen 1829) undErin-nerungen aus meiner politischen, gesellschaftlichen und literarischen Wirksamkeit in Frank-reich (Christiania 1830), beide in dän. Sprache.

Heiberg (Johan Ludw.), dän. Dichter, der Sohn des Vorigen, geb. am 14. Dec.1791, bezog >'809 die Universität, um Medicin zu studiren, wurde aber sehr bald auf dieBahn geführt, die allein seinem Genius eine naturgemäße Entfaltung versprach. Schon1814 trat er als Dichter in demMarionettheater" mit einer Bearbeitung desDon Juan"