742 Hegira Hegner
Verfassung" (Lpz. 1817) nieder. An sie schließt sich seine später unter dem Namen FranzBaltisch herausgegebene Schrift „Politische Freiheit" (Lpz. 1832) an. Für die jou»nalistische Thätigkeit befähigen ihn besonders die Leichtigkeit seiner Schreibart und derrichtige Blick in Auffassung einzelner Verhältnisse und Entwirrung politischer Zeitpro-bleme, bei welchen er treffend das Wesentliche vom Unwesentlichen zu scheiden weiß. Ergehört der Reformpartei an und seine Verfaffungstheorie lief im Wesentlichen auf dieengl. Verfassung hinaus. An den politischen Bewegungen seines Vaterlandes Holsteinnahm er stets den thätigsten Antheil; insbesondere unterstützte er Dahlmann's (s. d.)Bemühungen um Herstellung der schleswig-holstein. Stände, und spater Lornsen 's (s. d.)Versuche, für Schleswig-Holstern eine Verfassung zu erlangen.
Hegira oder H edschra, ein arab. Wort, bedeutet so viel als Flucht oder richtigerAuswanderung und dann vorzugsweise die sogenannte Flucht Mohammed's von Mekkanach Medina, welche nach der gewöhnlichen Annahme am >«!. Juli, nach astronomischerBerechnung aber am > 5. Juli 822 n. Ehr., stattfand, und mit welchem Factum die Mo-hammedaner ihre Zeitrechnung anfangen, weshalb Hegira überhaupt die mohrmmedan.Ära bezeichnet. Die Araber waren unter allen Völkern, welche zu einiger Cultur gelang-ten, das einzige, welches seine Zeiteintheilung ausschließlich nach dem Monde richtete, undihnen sind alle Mohammedaner hierin gefolgt. Sie fangen ihre Monate, deren sie zwölfhaben, mit der ersten Erscheinung der Mondsichel in der Abenddämmerung an, und dahierbei keine Ausgleichung des Mond- und Sonnenlaufs bedacht ist, so wandert der Jahres-anfang in Zeit von 33 Jahren, rückwärtSschreitend, durch alle Jahreszeiten hindurch. Denbürgerlichen Tag beginnen sie mit Sonnenuntergang; ihre Woche, welche mit dem Sonn-abend Abend beginnt, hat, wie im Occident, sieben Tage; das Jahr aber zahlt gemeinig-lich 353 Tage; auf 30 Jahre kommen elf Schaltjahre, wo dann der Schalttag dem letztenMonat zugefügt wird. In gemeinen Jahren hat der Monat abwechselnd 29 und 30 Tage
Hegms, eigentlich Alexander von Heck, einer der verdientesten Beförderer derwiedererweckten Wissenschaften, wurde wahrscheinlich zwischen 1330 und 1335 in demFlecken Heck in Westfalen, von welchem er seinen gewöhnlichen Beinamen entlehnte, ge-boren. Von dem Gange seiner Bildung und seines Lebens ist wsnig und nur Unbestimm-tes bekannt. In seiner Jugend unterrichtet von Thomas a Kempis, wurde er da mit Nu-dolf Lange, Rudolf Agricola, Ludwig Dringenberg u. A. bekannt. Später trat er in dengeistlichen Stand ein und wurde Magister. Er scheint, ohne in Italien gewesen zu sein,durch eigenen Fleiß einen für seine Zeit ungewöhnlichen Umfang von Kenntnissen sich an-geeignet zu haben, und erwarb sich große Verdienste um die Gelehrsamkeit nicht durch Ent-deckung neuer wissenschaftlicher Schätze, wol aber durch Verbreitung dersclhen als Lehrerin Deventer, zuerst bei der durch die Brüder des gemeinsamen Lebens errichteten Schule,nachher als Vorsteher entweder ebendieser oder einer neu von ihm eingerichteten Schulan-stalk. Einen im I. 1396 an ihn ergangenen Ruf als Rector an die reorganisirte Dom-schule zu Münster schlug er wegen seines herannahenden Alters aus. Er starb am 27. Der.1398. Aus seiner Schule gingen treffliche Köpfe, unter Andern EraSmus, hervor. Vonseinen Schriften haben sich nur wenige erhalten.
Hrgner (Ulrich), ein bekannter schweizer. Schriftsteller, geb. 1759 in Winterthur,wo sein Vater Stadtphysicus war, wurde für den väterlichen Beruf bestimmt und bezog1776 die Universität zu Strasburg, wo er, ganz seiner Phantasie folgend, ein seltsamesLeben führte, sich jedoch 1781 die mcdicinische Doctorwürde erwarb. Auf einer Reise nachNorddeutschland lernte er in Dresden die Kunst liebgewinnen, der er sich hier sowol wienach seiner Rückkehr in die Heimat mit großem Eifer widmete, da er sie allen Ernstes zuseinem künftigen Lebensberufe machen wollte. Bald nachher wurde er indeß mit der seitJahrhunderten von seiner Familie verwalteten Landschreiberei der Grafschaft Kyburg be-auftragt, die er bis zur Staatsumwälzung im I. 1798 verwaltete. Hierauf wurde er indas Appellationsgericht nach Zürich versetzt, wo er nun in Lavater's Hause lebte, ohne andem Treiben des Parteigeistes irgend Antheil zu nehmen. Nach Lavater's Tode nahm er1801 seinen Abschied und machte eine Reise nach Paris, die ihm zu der Schrift „Auch ichwar in Paris" Veranlassung gab, Dann schrieb er seine treffliche in Dichtung gekleidete,