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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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739
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Hegel 739

unter; nur die Aufeinanderfolge der Momente sollte nach dem Sinne H.'s eine festbe-stimmte sein. Nur beispielsweise mag daher etwa erwähnt werden, daß jedes Moment desdialektischen Protestes als ein Prädicat des Absoluten aufgcfaßt werden kann; daher vonden Bestimmungen: das Absolute ist das Sein, das Werden, der Schein, der Begriff, dieNatur, der Geist, der absolute Geist, keine schlechthin für sich gültig ist, sondern jede erhältihre Bedeutung erst von ihrem Verhältnisse zu allen übrigen vorhergehenden und nach-folgenden. Hierauf beruht auch zum Theil die überaus anspruchsvolle Stellung, welchedas H.'sche System allen übrigen philosophischen Systemen gegenüber einnehmen zu könnenglaubte. Diese betrachtet es nämlich als die nothwendige Reihe der Bewegungen, durchwelche der Geist sich allmälig zur absoluten Philosophie, d. h. zur H.'schen, emporgearbeitethabe; so wenig es daher in ihnen eigentliche Jrrthümer und Rückschritte geben sollte, sowenig können sie auf eine selbständige Geltung Anspruch machen, sondern alle sind nur re-lativ einander übergeordnete Annäherungen an den Standpunkt, der sie als Momenteunter sich enthält, selbst aber die wahre Versöhnung aller philosophischen Gegensätze ist.

Die H.'sche Philosophie hatte durch ihren Zusammenbang mit der Jdentitätsphilo-sophie, durch die originale, auf Kosten derjenigen logischen Gesetze, auf welchen geradezualle Wissenschaften beruhen, schwer erkaufte Neuheit und scheinbare Tiefe ihrer Methode,durch den Schein eines universellen, Gott und Welt gleichmäßig umfassenden Wissens,durch die imponirende Zuversichtlichkeit, mit welcher sie als die alleinige Inhaberin desvernünftigen" Denkens austrat, durch diebestechende Symmetrie ihrer Anordnung, durchdie unverdrossene Anstrengung, mit welcher ihr Urheber, unterstützt von reichen Kennt-nissen, den Grundgedanken des Systems bis in die concr'etesten Erscheinungen zu verfol-gen unablässig bemüht war, endlich durch die Gunst äusserer Einflüsse, die durchaus nichtgering anzuschlagen ist, einen großen und weitgreifendcn Einfluß gewonnen. Unter diezahlreichen Anhänger derselben gehören vornehmlich Marbeineke (s. d.), Daub (s. d.),Gabler (s. d.), Hinrichs (s. d.), Michelet (s. d.), Gans (s. d.), Hotho (s. d.), vonHenning, Rosenkranz (s. d.), Göschel (s. d.), Schallcr, Erdmann, Rötscher, Feuer-bach, Br. Bauer (s. d.), V a t k e (s. d.) u. Ä. Der Einfluß derselben hat sich vorzüglichin Beziehung auf Religion und Theologie, Jurisprudenz und Politik, Poesie und Kunst,endlich auf die Geschichte der Philosophie bemerklich gemacht; wenig oder gar nicht inBeziehung auf die sogenannten exacten Wissenschaften, deren Choragen auch in der Zeitder größten Blüte der H.'schen Philosophie von ihr keine Notiz genommen haben. Ebensosind die beiden ersten Haupttsteile dxs Systems, die Löget' und die.UMrp^ilosophie, vonden Anhängern H.'s verhältnißmäßig nur sehr sparsam behandelt worden, während Er-örterungen über Kunst, Poesie, Literatur, sociale, politische und religiöse Fragen nicht nurin größern Werken, sondern auch in einer Menge von Zeitschriften, die theils der Kritik,theils der Unterhaltung dienen, eine Reihe von Jahren hindurch in Deutschland nicht aufder Höhe der Zeit zu stehen schienen, wenn sie nicht den Standpunkt der H.'schen Philoso-phie vcrriethen. Glaubte man sie doch selbst den Damen zugänglich machen zu müssen.(Mager,H.'s Philosophie für Damen", Bcrl. >837.) Mit der zunehmenden Ausbrei-tung derselben und der wachsenden Zahl ihrer Anhänger haben sich jedoch innerhalb derSchule mehre Spaltungen eingestellt, die aber ihren Grund nicht in dem Bewußtsein derNothwendigkeit, die speculative Grundlage des Systems einer prüfenden Kritik zu unter-werfen, sondern darin hatten, daß namentlich über gewisse religiöse und politische Resul-tate Meinungsverschiedenheiten hervortraten. So lange H. lebte, hielt man sein Systemfür vollkommen fähig, die positiven Glaubenslehren speculativ zu construiren und zumchristlichen, ja zum kirchlich sänctionirten Glaubensinhalte dieselbe friedliche, ja sogar stü-tzende Stellung einzunehmen, wie zu den positiven Einrichtungen und dem historisch beste-henden NechtSzustande des Staats; sie galt für wesentlich conservativ. In den letztenzehn Jahren ist diese Zuversicht vielfach erschüttert worden. Abgesehen von frühern Strei-tigkeiten über das Verhältniß der H.'schen Philosophie zum Christenthume überhaupt,über ihren Eottesbegriff, über ihre Ansicht von der Unsterblichkeit des individuellen Gei-stes, trugen dazu vornehmlich dasLeben Jesu" von Dav. Fr. Strauß (s. d.) und die

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