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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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737
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Hegel 737

in die Zeit seines Aufenthalts in Frankfurt. Nachdem er durch den im 1.17SS erfolgtenTod seines Vaters in den Besitz einiger Geldmittel gekommen war, ging er im J. 1800nach Jena, um sich als Doccnt der Philosophie zu habilitiren. Er that dies, nachdem ervorherÜber die Differenz des Fichlc'schen und Schelling'schen Systems" (Jena 1801)geschrieben hatte, mit der AbhandlungDe orbit>5 planotarum" (Jena l8oi), und gabbald darauf mit Schilling, mit dem er schön im tübinger Stifte eine vertraute Bekannt-schaft geschlossen hatte und mit dessen philosophischen Ansichten er sympathisierte, dasKri-tische Journal der Philosophie" (Tüb. > 802) heraus. In jenem Buche, sowie in den die-sem Journal einverleibten AufsätzenGlauben und Wissen" u. s. w. sehen wir H. gleich,sam in die Geschichte der Philosophie cintreten, indem sich in ihnen schon ein entschiedenesBewußtsein über die nächstvorhergegangenen Systeme zu erkennen gibt. In den folgen-den Jahren arbeitete er diePhänomenologie des Geistes" aus, welche damals als der ersteTheil desSystems der Wissenschaft" (Bamb. 1807) erschien. In diesem, H.'s Eigcn-thümlichkeit am frischesten darstellenden Werke, welches er selbst seine Entdeckungsreisennannte, suchte er nachzuweisen, wie das Subject von der Ünmittelbarkeit des gemeinenBewußtseins allmälig auf den Standpunkt des spekulativen Denkens oder der Philosophiefortgctrieben werde, und entwickelte dabei zum erstell Male im Gegensätze zu der schon letztvon ihm bitter verspotteten intellektuellen Anschauung Schelling's und zugleich in ihrerAnwendung auf ein bestimmtes Object, dic Phänomene des Bewußtseins, die ihm eigen-thümliche dialektische Methode. Er war im I. 1 806 außerordentlicher Professor der Phi-losophie in Jena geworden, ging aber noch in demselben Jahre, nachdem die Schlacht vonJena alle dortigen Verhältnisse gewaltsam gestört hatte, auf Niethammer's Veranlassungnach Bamberg und redigirte daselbst einige Zeit eine politische Zeitung, bis er im Herbst1808 zum Rector des Gymnasiums zu Nürnberg und zum Professor der philosophischenVorbereitungswissenschaften ernannt wurde. Hier arbeitete er seineWissenschaft der Lo-gik" (3 Bde., Nürnb. 181216) aus. Im Herbst >816 wurde er durch Daub's Ver-mittelung als Professor der Philosophie nach Heidelberg berufen, wo er seineEncyklo-pädie der philosophischen Wissenschaften" (Heidelb. 1817; 3. Aust., 1830) schrieb. Schon1818 jedoch folgte er dem Rufe nach Berlin als Professor der Philosophie an Fichte'«Stelle. Gleich von Anfang fand er hier viele Zuhörer und der Kreis derselben erweitertesich immer mehr, da auch Männer aus andern Ständen seine Vorträge besuchten. Über-haupt begann erst mit seiner Übersiedelung nach Berlin, wo er auch seineGrundliniendes Rechts, oder Naturrecht und Staatswissenschaft" (Berl. 1821) herausgab, seine Phi-losophie in Deutschland und namentlich in Preußen Epoche zu machen. Die im I. >827in Gemeinschaft mit seinen Anhängern gegründetenJahrbücher für wissenschaftlicheKritik" wurden ein wirksames Organ für die Verbreitung seiner Lehre, und die Gunst desMinisters von Altenstein sicherte ihr eine Reihe von Jahren hindurch eine große Anzahlakademischer Lehrstühle auf den preuß. Universitäten. So stand H. im Mittelpunkte einerzahlreichen Schule und war mit einer neuen Ausgabe seiner Werke beschäftigt, als ihndie Cholera am >4. Nov. 1831 wegraffte. Vgl. K. Rosenkranz,H.'s Leben" (Berl.1814). Kurze Zeit nach seinem Tode vereinigten sich mehre seiner Schüler zu einerGesammtausgabe seiner Werke (18 Bde., Berl. 183241), unter die sie auch seineVorlesungen über die Neligionsphilosophie, Ästhetik, Philosophie der Geschichte und Ge-schichte der Philosophie mit aufnahmen.

Das Verhältniß der H.'schen Philosophie zu den unmittelbar vorhergehendenSystemen ist im Allgemeinen dadurch bezeichnet, daß H. die Voraussetzung einer absolutenIdentität zwischen dem Wissen und dem Sein, dem Gedanken und der Wirklichkeit, demSubjektiven und Objektiven, dem Endlichen und Unendlichen u. s. w. aus der Schilling'-scheu Jdentitätsphilosophie adoptirte. Aber er sagte sich frühzeitig von der bequemen Ma-nier Schelling's los, diese Identität sammt den Gegensätzen, die sie einschließe und die sieaus sich entlasse, blos durch das Medium einer intellektuellen Anschauung, über die sichkeine begriffsmäßige Rechenschaft geben lasse, zu betrachten; er erkannte das Bedürfniseiner denkenden Entwickelung Dessen, was jene Anschauung bezeichne. Dieses Bedürf«Conv.-Lex. Neunte Aufl. VI. 47