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Heffter Hegel
Hrffter (Aug. Wilh.), Geh. Oberrevisionsrath, ordentlicher Professor der Recht«und Ordinarius des Spruchcollegiums der Universität zu Berlin, geb. am 30. Apr. >796zu Schweinitz im ehemaligen sächs. Kurkreise, studirte in Leipzig, wendete sich aber nachder Theilung Sachsens nach Berlin und wurde im I. >820 Assessor des neuerrichtetenAppellationshofs zu Köln. Seine Schrift „Athenäische Gerichtsverfassung" (Köln > 822)veranlaßte seine Berufung von der ihm damals übertragenen Stelle eines Raths bei demLandgerichte in Düsseldorf an die Universität zu Bonn, welche ihm schon früher die juri-stische Doctorwürde verliehen hatte. Seitdem blieb er dem akademischen Lehrerberufe treuund wirkte als solcher über sechs Jahre in Bonn, drei Jahre in Halle und seit l833 inBerlin. Seine Lehrvorträge bewegen sich vorzugsweise in den Gebieten des Staatsrechts,des Kirchenrechts und des Proceßrechts mit Einschluß der unmittelbaren praktischen Ju-risprudenz, insbesondere der richterlichen Entscheidungskunst, und demselben Kreise gehö-ren auch seine schriftstellerischen Leistungen an, von denen noch die „Institutionen deS röm.und deutschen Civilprocesses" (Bonn >825), die Ausgabe der „lnstitutionum eommen-tarii IV" von Gajus (Berl. >827), die „Beiträge zum Staats- und Fürstenrechte" (Lief.>,Berl. >829), das „Lehrbuch des gemeinen deutschen Criminalrechts" (Halle >833-, 2.Aust., >840) und „Die Erbfolgerechte der Mantclkinder, Kinder aus Gewissensehen u.s.w.bei Lehnen und Familien-Fideicommissen" (Berl. > 836) zu erwähnen sind. Das Charak-teristische in allen diesen Leistungen, zu denen noch mehre zum Theil anonym-publicistischeDeductionen, sowie eine Anzahl Abhandlungen in dem „Archiv für civilistische Praxis"und dem unter H.'s Mitleitung stehenden „Neuen Archiv des Criminalrechts" hinzukom-men, ist eine große Gründlichkeit der Forschung und eine auf dem historischen Boden er-wachsene durchaus ehrenhafte Gesinnung. Wie sehr auch die preuß. Staatsregierung diestEigenschaften anerkannt habe, beweisen die H. zu Theil gewordenen anderweiten Anstel-lungen, in denen er bei der Revision der Gesetzgebung und als Mitglied am Revisions-und Cassationshofe für die Rheinprovinzen thätig ist. — Sein älterer Bruder, Mor.Wilh. H., früher Subrector am Gymnasium zu Torgau, seit >824 Conrector, seit >83>Prorector am Gymnasium zu Brandenburg und seit >839 königlicher Professor, hat sichin der literarischen Welt durch die Schriften „Die Götterdienste auf Nhodus im Alter-thume" (3 Hefte, Zerbst >827—33) und „Die Geschichte der Stadt Brandenburg"(Potsd. >840) bekannt gemacht.
Hegau, ein schwäb.Gau zwischen den Alpen, dem Bodensee, Rhein und der Donau,welcher mit Burgen und Festen deutscher Edeln angefüllt war, bildete in der Folge unterZuziehung einiger benachbarten Districte den gleichnamigen Canton der freien Reichsrit-terschaft, dessen Kanzlei zu Radolfzell ihren Sitz hatte, wodurch sich der alte Gauname bisauf die Gegenwart erhalten hat.
Hegel (Georg Wilh. Friedr.), einer der einflußreichsten Philosophen der neuernZeit, geb. am 27. Aug. >770 zu Stuttgart, wurde theils durch Privatlehrer, theils aufdem dasigen Gymnasium für die Universität vorbereitet und widmete sich dann in dem theo-logischen Stifte zu Tübingen >788—93 dem theologischen und philosophischen Studiuni.Frühzeitig, schon auf dem Gymnasium, hatte sich in ihm nicht nur eine überaus große undvielseitige Empfänglichkeit für alles Wissenswürdige, sondern auch ein reges Streben, dasGelesene und von außen Dargebotene selbständig zu verarbeiten, gezeigt. In das Studiumder Philosophie hatten ihn theils die Alten, theils die Kantischen Schriften eingeführt.Nachdem er seine akademischen Studien durch das theologische Candidatenexamen abge-schlossen hatte, lebte er als Hauslehrer erst in Bern (>793—96), dann in Frankfurt amMain (>797—>800). Diese Zeit der Muße war für seine geistige Entwickelung jeden-falls sehr einflußreich; namentlich beschäftigte ihn in der Schweiz die Kritik des LebensJesu und die Untersuchung des Begriffs der Religion, auf die er auch in Frankfurt wiederzurückkam; außerdem zogen ihn in dieser Zeit besonders historische und politische Studienan. Allmälig jedoch wurde die Philosophie, die damals nach einer kurzen Alleinherrschaftdes Kantischen Kriticismus durch Fichte und Schelling einen raschen Umschwung erfahrenhatte (s. DeutschePhilosophie), immer entschiedener der Mittelpunkt seiner Arbeitenund seines Denkens, und die ersten Entwürfe eines Systems der Philosophie fallen noch