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der Waffenführung entwöhnten Inwohner ihres Gebiets ausübtcn, wurde neben dem Blut-bann, den sie besaßen, eine Hauptquelle ihrer nachherigcn Landeshoheit. Zu gleicher Zeitkam bei jener Umwandlung des Heerbanns, zur Bezeichnung des Nangunterschicds derHcerbannpflichtigen, eine Eintheilung des Heers in sieben Elasten oder sogenannte Herr-sch i l d e auf; den ersten Schild nämlich führte der Kaiser, den zweiten die geistlichen Für-sten, den dritten die weltlichen Fürsten (die Herzoge, Mark-, Land - und Pfalzgrafen), denvierten die Grafen und Dynasten, den fünften die Bannerhcrrcn (s. Banner), den sechs-ten die Ritterschaft und den siebenten alle Freie von nichtritterlicher Geburt. So lange imMittelalter die Hauptkraft des Heers in der Reiterei bestand, welche nur durch längereÜbung zum Dienste befähigt werden konnte, wurde der Heerbann mehr und mehr durchden Vasallendienst verdrängt; die Erfindung des Feuergewchrs führte das Bedürfnißeines streitgeübten Fußvolks und stehender Heere (s. d.) herbei. Die neuere Zeit hat denHeerbann in dem allgemeinen Aufgebote der Nationalgardcn, der Landwehr und des Land-sturms wiederhcrgcstellt. (S. Volksbewaffnung.)
Heeren (Arnold Herrn. Ludw.), einer der vorzüglichsten deutschen Historiker, gcb.am 25. Oct. 1760 zu Arbergen bei Bremen, wo sein Vater, der als Dompastor zu Bre-men 1804 starb, damals Prediger war, erhielt seine gelehrte Bildung auf der bremer Dom-schule und auf der Universität zu Eöttingcn. Da er dem Studium der Theologie, welchemer sich widmen sollte, keinen Geschmack abgewinnen konnte, so wendete er sich unter Heyne'öund Spittler'S Leitung zu den philologischen und historischen Studien und beschloß, sichzum akademischen Lehrer zu bilden. Als Privatdoccnt machte er sich der literarischen Weltzuerst durch die Ausgabe der Schrift des Rhetors Menander „71e encomüs" (Gött. >787)bekannt. Zur Vorbereitung seiner Ausgabe der „Ldngse ;,li)-sicae et etllicae" des Sto-bäus (4 Bde., Gött. 1792—1801) unternahm er eine Reise nach Italien, den Nieder-landen und nach Paris. Nach der Rückkehr wurde er l 787 zum außerordentlichen, sodann1794 zum ordentlichen Professor der Philosophie und 1801 zum ordentlichen Professorder Geschichte, nachher zum Hofrath und später zum Geh. Justizrath ernannt. Er starbzu Göttingen am 7. März 1842. Schon >784 war er Beisitzer der Societät der Wissen-schaften und 1789 Mitglied derselben geworden. Auch hatte er gleich nach seiner Anstel-lung in Göttingen mit Mitscherlich und Tychsen die Herausgabe der „Bibliothek der altenLiteratur und Kunst" übernommen. Nach Eichhorn's Tode übernahm er 1827 die Nedac-tion der „Göttinger Gelehrten Anzeigen". Seine Universitätsvorträge bezogen sich vomAnfänge an mehr auf die griech. und röm. Alterthümer und die Geschichte der schönenWissenschaften, als auf die eigentliche Sprachphilologie, die endlich durch die wachsendeNeigung zu dem Gcschichtsstudium ganz in den Hintergrund gedrängt wurde. Vorzüg-lichen Einfluß hatte auf seine Geistesrichtung das Studium des Polybius, wodurch sichihm die alte Welt von einer neuen Seite, von der des Handels und Verkehrs und, was da-mit in genauer Verbindung steht, des Ursprungs, der Bildung und der Verfassung der al-ten Staaten, zeigte. .Auf diese Weise entstanden seine „Ideen über Politik, den Verkehrund den Handel der vornehmsten Völker der alten Welt" (2 Bde., Gött. 1793—96;4.Ausl., 5 Bde., 1824—26), ein Werk, welches, nach Inhalt und Form klassisch, ihm eineStelle unter den vorzüglichsten Historikern sür alle Zeit sichert. Wenn seine „Geschichtedes Studiums der klassischen Literatur seitdem Wiederaufleben der Wissenschaften" (2 Bde.,Gött. 1797—1802) die Erwartungen der gelehrten Welt weniger befriedigte, so war da-gegen „Die Geschichte der Staaten des Alterthums" (Gött. 1799; 5. Ausl., 1826), sowieseine „Geschichte des europ. Staatensystems und seiner Colonien" (Gött. > 809; 4. Aufl.,1822), beide aus seinen Vorlesungen hervorgegangen, reich an neuen Ansichten und scharf-sinnigen Entwickelungen. Für seine „Untersuchungen über die Kreuzzüge" erhielt er vondem sranz. Nationalinstitut den Preis. Auch schilderte er Johannes von Müller als Hi-storiker (Lpz. 1810), Spittler (Berl. 1812 ) und seinen Schwiegervater Heyne (Gött.1813) in besonder« Schriften. In seinen „Kleinen historischen Schriften" (3 Bde., Gött.1803—8) sind höchst interessante Abhandlungen enthalten. Seine „Historischen Werke"(15Bde., Gött. 1821 —26) sind zum Thcil neue Auflagen der erwähnten Schriften.