Heblinger Hedwig (Jadwiga) 73 l
thologischc Lexikon", zuletzt von Schwabe hcr«usgcgcbcn(Lpz. 177»). Anch'verfaßte er eine„Anleitung zu den vornehmsten mathematischen Wissenschaften" (7.Aust., Mittend. >71-1).
Heblinger (Joh. Karl), einer der ausgezeichnetsten Stempelschncidcr des I8.Jahrh.,geb. zu Schwyz am 2». Mar; > »91, erlernte die ersten Anfänge der Kunst bei dem Münz»mcistcr Craucr, dem er nach Luzern und nach Pruntrut folgte, wo er sich zuerst in Portrait«Medaillen versuchte. Zu seiner weitern Ausbildung ging er hierauf nach Nancy und dannnach Paris. Hier wurde er für den schweb. Hof gewonnen. Zur Entschädigung dafür, daßer die vortheilhaften Anerbietungen, welche man ihm von Petersburg aus machte, aus-schlug, erlaubte man ihm 1726—28 eine Reise nach Nom zu unternehmen. Im I. 1735mußte er nach Petersburg kommen, um dort das Bildniß der Kaiserin Mnna Jwanownazu stechen. Von 1739—-i-l lebte er zur Wiederherstellung seiner geschwächten Gesundheitin der Schweiz, wohin er auch später, nachvem er seine Entlassung genommen, zurückkehrteund am 1-1. März 1771 starb. H. kann mit Recht als einer der größten Meister seinesFaches seit Anbeginn der Kunstgeschichte gelten, und war in der Technik vielleicht der aus-gezeichnetste seit dem Erlöschen der antiken Kunst. Seine Köpfe sind ohne die Derbheit desNaturalismus doch voll hoher Charakteristik und verhalten sich zu jenen der meisten Me-dailleurs wie Tizian zu den Manieristcn. Das Fleisch, die Gewandung, dieHaare sind mitunerreichter Schönheit und Leichtigkeit dargestellt. Die Mängel H.'s sind die seiner Zeit:unschöne Allegorien und Sinnbilder auf den Rückseiten. Aber auch da steht er, abgesehenvon der vollkommenen Technik, hoch übcrden meisten Zeitgenossen, insofern Stil und Grup-pirung der Figuren sich von der Manier seiner Zeit frei erhalten. Zudem hat H., wo er im-mer nur durfte, sich mehr und mehr der Antike und den bessern päpstlichen Medaillen ge-nähert, deren Rückseiten einfacher, edler, in den Symbolen verständlicher waren. Bei sei-nem unermüdlichen Fleiß hat er fast unzählige mehr oder minder bedeutende Werke ge-schaffen. Treffliche Abbildungen derselben enthalten die von Ehr. v. Mechel herausgcgebe-nen „Oeuvres du cbevslier 8., on rscueil ries medailles de ce celebre srtiste" (Bas.1775, Fol.). Unter seinen Schülern sind besonders Fehrmann, Nik. Eeorgi und Dan.Häsling zu erwähnen.
Hedoniker hießen diejenigen Philosophen, welche die Lusto der dasVergnügen (/Fov^)für das Princip des sittlichen Handelns und somit für das höchste Gut erklärten, wie z. B.die Cyrenaiker (s. d.) und Epikuräer (s. Epikur). Hedonismus nennt man daherdie diesem Grundsätze entsprechende Denkart und Lebensweise.
Hedschra, s. Hegira.
Hedwig, die Heilige, geb. II7-1, war die Tochter des Herzogs Berthold von Me-ran, Markgrafen von Baden, und wurde schon in ihrem zwölften Jahre mit dem HerzogHeinrich von Schlesien vermählt. Sie verpflanzte, indem sie viele Deutsche mit sich brachteund herbeizog, deutsche Cultur und Sitte nach Schlesien. Nachdem sie sechs Kinder gebo-ren, legte sie mit ihrem Gatten das Gelübde der Keuschheit ab; Heinrich ließ sich von daan den Bart wachsen und erhielt den Beinamen des Bärtigen; sie legte auf immer allenSchmuck ab und widmete sich gänzlich geistlichen Übungen. Auf ihren Wunsch erbauteHeinrich 1203 dasCistercienser-Nonncnkloster zu Trebnitz, welchem H. ihren reichen Braut-schmuck (3»0»0 Mark) und viele Güter schenkte, das aber 181» säcularisirt und in eineFabrik umgewandelt wurde. H. starb am 15. Oct. 1213 und wurde 1268 in die Zahl derHeiligen ausgenommen. Zu ihren Gebeinen, die in der Klosterkirche zu Trebnitz unter ei-nem Denkmal ruhen, werden zahlreiche Wallfahrten unternommen. Ihr Sohn, Heinrichder Fromme, fiel >211 bei Wahlstatt (s. d.) gegen die Mongolen.
Hedwig (Jadwlga), Königin von Polen, geb. 1370, war die jüngere Tochter desKönigs Ludwig von Ungarn und Polen. Sie wurde in Ungarn erzogen und schon früh mitdem Herzoge Wilhelm von Ostreich verlobt. Nach dem Tode ihres Vaters wählten sie diePolen zu ihrer Königin, doch unter der Bedingung, daß sie in Polen wohnen sollte, und1381 wurde sie in Krakau gekrönt. Als darauf der Herzog von Lithauen Jagjello (s. d.)um ihre Hand sich bewarb und die Vereinigung seiner Staaten mit Polen, sowie seine undseiner Unterthanen Bekehrung zum Christcnthume versprach, entsagte H. auf des VolksVerlangen mir blutendem Herzen ihrem Verlobten, nachdem dieser vergeblich nach Krakau