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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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726
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726 Hebräische Sprache und Literatur

(S. Masora.) Dgl. Wahl,Allgemeine Geschichte der morgcnländ. Sprachen" (Lp;.>78ä);Eesenius,Gcschichtcdcrhebr. Sprache und Schrift"(Lpz. 1815; 2.Aust., >827)«ndHartmann,Linguistische Einleitung in das StudiumdcrMcher des Alten Testaments"(Brem. >818). Die besten hcbr. Grammatiken lieferten Michaelis, Dater, Ecsenius undEwald; hebr. Wörterbücher Castelli, CocccjuS, Simonis und Ecsenius, und deutsch-hebr.Bensew (3. Aust.; von LettcriS, 2 Bdc., Wien 1839) und Schröder (Hildeshcim 1831).

Der außerordentliche Einfluß, welchen die religiöse Erkcnntniß der Hebräer auf diechristlichen und islamitischen Völker geübt hat, verleiht ihren alten Nationalschrifteneine welthistorische Wichtigkeit. Nächstdcm übcrtrcffen sic an Alter und Glaubwürdigkeit,an religiösem Gehalt und dichterischer Kraft die Literatur jedes andern vorchristlichen Volksund bilden demnach für die Geschichte des Menschengeschlechts und seine geistige Entwicke-lung höchst merkwürdige Denkmale und zuverlässige Quellen. Jndcß ist vcrhältuiß-mäßig nur ein geringer Thcil jener Literatur auf die Gegenwart gekommen, und selbst derInhalt des noch Vorhandenen nicht unverändert geblieben. Gewiß haben die Hebräer,was schriftlich aufbewahrt werden sollte, in den frühesten Jahrhunderten nur in Stein,Er; oder Holz eingegraben und eines zum Aufschrcibcn größerer Aufsätze geeigneten Ma-terials vor dem Zeitalter David's sich nicht bedient, und selbst in diesem warSchriststellereinoch etwas Seltenes. Überdies vcrrathen verschiedene für alt gehaltene Schriften derHebräer durch Inhalt, Darstellung und sprachlichen Charakter eine spätere Zeit, sodaß wirwol Nichts besitzen, was seiner ursprünglichen Gestalt nach über die genannte Epoche hin-ausginge. Solchergestalt müssen wir nicht nur die innere Anordnung, sondern Mehrcsvon dem Inhalte der angeblich altern Schriften als das Werk späterer Abfassung oderBearbeitung anerkennen. Die Kritik hat hie und da andere und jüngere Urheber, als mangewöhnlich auf den Traditionsglaubcn anzunchmen Pflegt, ermittelt, ohne daß hierdurchdie Ächthcit der erzählten Thatsachen und des diesen Büchern cigenthümlichen Geistes ge-fährdet wird. Es sind demzufolge die vorhandenen Werke der hcbr. Literatur innerhalbeines 999jährigen Zeitraums, zwischen David und den Makkabäern, gearbeitet worden,vorbereitet durch alte Sagen und Lieder, einzelne Nachrichten, Inschriften, Gesetze, vielleichtauch Priesterverzeichnisse. Inhalt und Charakter der einzelnen Werke sind durch die wech-selndcn Schicksale des hebr. Volks bestimmt, das zuerst mächtig und blühend, dann getheiltund zerrüttet, hierauf unter assyr-, ägypt., babylon., pcrs., gricch. und syr. Herrschaft undendlich wiederum selbständig unter eigenen Fürsten lebte. Ihre allgemeine Grundlage je-doch ist die Anhänglichkeit an das vaterländische Princip, sowie die Begeisterung für einevon Gesetz und Geschichte gebssdeke NMnalität; daher waltet durch die gesammte Litera-tur ein religiös-patriotischer Geist. Das Gesetz und die Lehre sind Gottes Wort, Jsrael'SSchicksale Gottes Waltung; die Poesie hat Gott, die Nation und die Weisheit zum Ge-genstände. Zn gewissem Sinne sind daher alle Erzeugnisse dieser Literatur gleichförmig;man kann jedoch nach Form und Inhalt folgende Unterscheidungen annehmen: Gesetz,Prophetie, Geschichte, Lyrik und Spcculation.

Das Gesetz oder die festen Einrichtungen des Staats sind in den fünf BüchernMosis oder demPentateuch niedergclegt, unter denen das fünfte oder das Deuteronomiumkurz vor der Auflösung des Reichs Juda seine gegenwärtige Gestalt erhalten hat. DieProphetie umfaßt die Vorträge und Lehren der gottbcgeisterten Männer, welche alsPfleger der Poesie und Musik, als Rathgeber der Könige, als Lehrer und Tröster in denZeiten des Abfalls und des Ünglücks thätig waren. Hierzu gehören, nächst Mosis Vor-trägen im fünften Buche, die Propheten Amos (s.d.), Hosca (s.d.), Jesaia (s. d.) undMicha (s.d.), sämmtlich vor 790 v. Chr.; ferner Joel (s.d.), Nah um (s.d.), Ze-phania (s. d.), Habakuk (s. d.), Jeremia (s. d.), Obadia (s. d.), Ezechiel (s. d.),Zacharia (s. d,), Haggai (s. d.), sämmtlich zwischen 639 und 529 v. Chr., undMa-leachi (s. d.), im 5. Jahrh. v. Chr. Diese Schriften enthalten die Lehren, Prophezeiungen,oft auch die Schicksale der genannten Propheten; mehre jedoch sind unvollständig oder mitden Werken ungenannter Propheten bereichert, wie z. B. Jesaia. Die Geschichte er-scheint theils als poetische Sage, theils als historische Leistung. Die mythischen Zeiten vorSamuel und David sind in der Genesis, theilweise in den übrigen Büchern Mosis, in Io-