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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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723
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Hebert 723

u. 8." (2 Bde., Lond. 1830) heraus. Vgl. Krohn,H.'s Leben und Nachrichten überIndien" (2 Bde., Berl. 1831).

Hebert (Jacq. Nene), genannt Uera vnciiesns, einer der ausschweifendsten Cha-raktere derfranz. Revolution, war 1755 zu Alen;on geboren. Von niedriger Abkunft,suchte er, noch sehr jung, zu Paris ein Unterkommen und wurde erst Billeteur an einemkleinen Theater, dann Bedienter. Beide Male wegen Veruntreuungen entlassen, lebte ernun als Abenteurer. Zu Anfänge dck Revolution veröffentlichte er mehre Flugschriftengegen den Hof, trat, von natürlicher Bcrcdtsamkcit und angenehmem Äußern unterstützt,als Volksredner auf u^d machte sich besonders bei den Jakobinern beliebt. Ein Postbeam-ter, Namens Lemairc, gab damals unter dem Titel?ere vudiesne" ein kleines, auf dieVerbreitung der konstitutionellen Grundsätze berechnetes Volksblatt heraus. Der Erfolgdavon vcranlaßte die Jakobiner zur Gründung eines glcichbcnanntcn Journals, dessen Re-daction man H. anvertraute. In diesem neuenUöre Iludie-me", der namentlich in denProvinzen und im Heere verbreitet wurde, und dessen Name auf den Redacteur selbst über-ging, ricf H. in der fanatischsten Weise das Volk zum Aufstande und zum Umstürze desThrons und der Verfassung auf. In Folge der Ereignisse vom 10. Aug. 1792 wurde erdafür in der Eigenschaft eines Substituten des Eemcindcanwalts CH au mette (s-d.)Mitglied des revolutionairen Ecmeindcraths. So erhielt er Gelegenheit, bei den Septem-bergreueln Und allen Volksbewegungen eine wichtige Nolle zu spielen. Als im Mai 1793die sogenannte revolutionaire Gemeinde mit den wüthendstcn Jakobinern einen Anschlagauf das Lebender gemäßigten Conventsmitglicder, der Girondisten (s. d.), vorbereitete,ließ die vom Convent zur Untersuchung berufene CoumiMon der Zwölf am 25. Mai H.und einige Andere verhaften. Der Convent aber würde deshalb vomPöbel so heftig bedroht,daß er die Verhafteten freigcbcn und die Commission auflösen mußte. Der im Triumph em-pfangene H- trieb nun den Cynismus und den Scandal in seinem Blatte aufs Höchste.Nachdem er im Processe der Königin und in dem der gestürzten Gironde mit abscheulicherGemeinheit als Ankläger ausgetreten, erhob er sich mit Chaumctte gegen den katholischenCultus. Er selbst nämlich, Chaumctte, Clootz (s. d.), der Buchdrucker Momoro hattenschon längst den crasscsten Materialismus gepredigt und die Einführung des sogenanntenCultus der Vernunft betrieben. Am > 7. Brumaire (7. Nov. 1793) brachten sie es unterBeihülfe von Pache (s. d.) und dem Departemcntsanwalt Lhuillier dahin, daß der cvn-stitutionelle Bischof von Paris, Gobel, mit mehren andern Pfarrern sein Amt vor denSchranken des Convents niedcrlegte. Sogleich verwandelten nun H. und seine Genosseneigenmächtig die Metropolitankirche Notrc-Dame in einen Tempel her Vernunft. Da-erste Fest der Vernunft wurde daselbst am 29. Brumaire gehalten; alle Sektionen undBehörden mußten sich dabei cinfinden. Die Gattin Momoro'S, eine junge schöne Frau,übernahm dabei die Nolle der Göttin der Vernunft, und die Büsten Lepelletier'S und Ma-rat's waren an der Stelle der Heiligen ausgestellt. Gleichzeitig begann diese ultrarevolu-tionaire, vom Pöbel getragene Partei bei den Cordcliers (s. d.) und im Gemeinderatheeine Verfolgung und Verdächtigung der sogenannten Gemäßigten- Nächst H. waren derKriegsminister Bouchotte, dessen Sccretair Vincent und der General Ronfin die Haupt-anstister dieser Bewegung. Die eifrigsten Revolutionaire, selbst DeSmoulins und Dan-ton, wurden auf Robespierre's und seines Anhangs Betrieb als Zweideutige bezeichnet.Dasselbe Schicksal erlitten Proly, Pcreira, Gusman, Dubuisson und DeSficux, die,sämmtlich im Auslande geboren, aus Überzeugung der Revolution bcigetreten waren undbisher als ausgezeichnete Patrioten gegolten hatten. Als indcß diese auch von den Jako-binern verdächtigten Ausländer die Gefahr erkannten, in der sie schwebten, suchten sie dieUltrarevolutionaire oder die sogenannten Hcbcrtisten auf deren eigene Lage aufmerksamzu machen. RobeSpierre und seine Freunde hatten nämlich das steigende Übergewicht desGemeinderaths und den großen Einfluß der Hcbcrtisten auf das Volk mit Misvergnügenbemerkt und den Untergang Aller beschlossen. Von jetzt an begannen nun zwischen denParteien zahllose Jntriguen, persönliche Angriffe und meuterische Anschläge, die jedenAugenblick in eine offene Revolution auszuschlagen drohten; ja der Gemeinderath ging