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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
Seite
722
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722 Heber (Reginald)

Höhe des gewöhnlichen Wasserspiegels eine Öffnung an. Sobald daS überflüssige Wasserbis dahin abgehoben war, trat Lust durch diese Öffnung, und das Spiel derHeber war un-terbrochen, bis wieder eine Uberfüllung eintrat, wo es von selbst wieder begann. Stoß-Heber nennt man eine hydraulische Maschine, mittels deren man allein durch den Stoßdes Wassers und den Druck der verdichteten Luft Wasser auf sehr beträchtliche Höhenheben kann. Der anatomische Heber ist ein ungleichschenkeliger Heber, dessen kurzerSchenkel sich am Ende sehr erweitert. Spannt man über diese Erweiterung eine Blaseoder sonstige Membrane und füllt dann den langen Schenkel mit Wasser, so wird dieBlase so gespannt und durchsichtig, daß man ihre Structur genau erkennen kann. DerErfinder dieses Instruments war der berühmte Wolf im Anfänge des vorigen Jahrhun-derts. Das System der Heber dürfte sich auch in der Natur hier und da angewendet fin-den, wie man j. B. den wandelbaren Wasserstand mancher Seen, z. B. des Czirknitzer-sees, einer heberartigen Einwirkung zuschreiben will. Man hat den Heber mehrfach zuüberraschenden Kunststücken verwendet; dahin gehört z. B. der Diabetes der Alten,ein Becher, in dessen Seitenwand ein Heber verborgen ist, dessen langer Schenkel in denFuß des Bechers geht. So lange man den Becher mäßig füllt, hält er den Wein, steigt die-ser aber über den höchsten Punkt des Hebers, so beginnt er zu fließen, und der Wein gehtaus dem Becher in den Fuß über. Wird an einem Heber mit ungleichen Schenkeln derlange Schenkel in die Höhe gebogen, so erhält man einen springenden Strahl, formirtman aber daraus einen Ring und durchbohrt ihn mit feinen Löchern am Umfange, so er-hält man den Sonnenheber. Bildet man an dem Stechheber das untere Ende wie dieBrause einer Gießkanne, so erhält man das Sieb der Vestalin. Hierher gehörenauch der Zaubertrichter und der H erons brunnen (s. d.).

Heber (Reginald), Bischof von Kalkutta, der Sohn eines angesehenen Geistlichen,wurde am 21 . Apr. 1783 zu Malpas in Cheshire geboren. Er besuchte seit 180» die Uni-versität zu Oxford und gewann daselbst 1803 den Preis für eine engl. Dichtung?als-««>»«", die in die wälische Sprache überseht und als Oratorium componirt, seitdem häufigin England bei Feierlichkeiten aufgeführt wurde. Ohne die klassische Literatur zu vernach-lässigen, widmete er sich zugleich mit besonderer Vorliebe der Mathematik. Nachdem ereine Gelehrtenpfründe erhalten, machte er 1805 eine Reise durch Deutschland, Schwedenund Rußland, auf der er sich namentlich auch mit der deutschen Sprache sehr vertrautmachte. Seine Bemerkungen, die er auf der Reise über den Zustand der russ. Geistlichkeitmachte, sowie die trefflichen statistischen Notizen, die er sammelte, wurden später in Clarke'SReisebericht benuht. Nach seiner Rückkehr nach England im I. > 808 gab er das politischeGedichtLurope, lines on tke present »i»r" heraus und erhielt nun diePfarre zu Hodnet,worauf er sich ganz theologischen Studien widmete. Zum Prediger in Lincoln's Inn zuLondon ernannt, erhielt er 1822 noch vor dem Antritt dieses Amtes den Ruf zu dem durchMiddleton'S Tod erledigten Bisthume zu Kalkutta. Von seiner trefflichen Gemahlin auf-gemuntert und diesen Ruf als Wink des Himmels betrachtend, verließ er England imJuni 1823, beschäftigte sich unterwegs mit Erlernung der pers. und hindostan. Spracheund landete im Öct. zu Kalkutta. Schon im Juni des nächsten Jahrs bereiste er seinenSprengel bis in die obern Provinzen HindostanS. JmJ. >825 ging er nach Bombay undCeylon, 1826 nach Tandschoro in der Präsidentschaft Madras. Von hier reiste er nachLrinchinopally, wo er am 3. Apr. 1826 einen Gottesdienst hielt. Nach der Rückkehr ausder Kirche nahm ev, sehr erhitzt, ein kaltes Bad, in welchem man ihn todt fand. Bei Hin-dus, Mohammedanern und Christen erschien H. überall als ein Bote des Friedens. Ersuchte das Christenthum besonders durch Jugendunterricht zu verbreiten. Obschon vonden Vorurtheilen der Hochkirche gegen Dissenters nicht ganz frei, ließ er sich doch nie inStreitigkeiten ein. Nach seinem Tode sammelte man in Indien zur Errichtung von Denk-mälern und Stiftungen, die sein Gedächtniß zu Madras und Kalkutta verewigen soll-ren. In der Kirche zu Hodnet wurde ihm >829 ein Denkmal gesetzt. Seine apostoli-schen Reisen in Ostindien sind beschrieben in derI^srrstive ok u sournex tkrougch tbsupper proviuoes uf lollis trom Lsioitt» to Lombsx" (2 Bde., Lond. 1828, 4.; 3 Bde,S.; deutsch, 2 Bde., Weim. 1831). Seine Witwe, Amalie Shipley, gabPti« iiko ok