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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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720
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720 Hebelade

schriststeller, geb. zu Basel am ! l. Mai 1760, erzogen zu Hausen unweit Schopfheim imBadischen, wohin sich seine armen Altern gewendet hatten, empfing seine Vorbildung inLörrach und Karlsruhe und studirte in Erlangen. Hieraus wurde er Lehrer am Pädago-gium zu Lörrach und >791 Lehrer am damaligen Gymnasium zu Karlsruhe mit dem Prä-dikat eines Subdiakonus. Er erhielt 1805 den Titel als Kirchenrath, wurde 1808 Direc-kor des nunmehrigen Lyceums, 1809 Mitglied der evangelischen Kirchencommission, >819Prälat und 1821 von Heidelberg aus zum Doctor der Theologie ernannt. Auf einer Reisestarb er zu Schwetzingen am 22. Sept. 1826. Für seine Gedichte wählte er die naive, be-wegliche und schalkhafte Mundart, wclcke in mancherlei Abwechselungen in einem großenTheile Schwabens, namentlich in dem Winkel herrscht, den der Rhein bei Basel bildet.Dieselbe ist reich an sinnlich bedeutenden Worten und an jenen Abkürzungen und Zusam-menziehungen, welche dem Dichter überhaupt und namentlich dem Volksdichter so sehr zustatten kommen. H.'s in dieser Mundart abgefaßteAllemannische Gedichte" (Karlsr.1803; 8. Ausl., 18-12) enthalten treffliche Naturschilderungen, idyllenartig gehaltene Sit-tengemälde aus dem bäuerlichen Leben und durch naive Anschaulichkeit und Gemüthlich-keit der Naturauffassung ausgezeichnete Lieder im echten, doch verfeinerten Volksgeschmack.Hochdeutsche Bearbeitungen derselben lieferten namentlich Schaffner (Königsb. 1811; 2.Aust., 1817), Girardet (Lpz. >811), Adrian (Stuttg. und Tüb. >814) und O. CH. Frei-Herr von Budberg (Heidelb. 1827); doch haben sic, auf den ihnen fremden Boden desHochdeutschen verpflanzt, viel von ihrer naiven Frische cingebüßt. Auch Hoffman» vonFallersleben dichteteAllemannische Gedichte" (Bresl. 1826; 2. Aufl., 1833) ganz inH.'s Manier, die jedoch ungleich geringer» Werthes sind. H.'s VolksschriftenDer Rhein-ländische Hausfreund oder Neue Kalender mit lehrreichen Nachrichten und lustigen Erzäh-lungen" (Karlsr. >80811,-1.; 3.Aufl., Stuttg. 1827);DasSchatzkästlein des rhein-länd. Hausfreundes" (Tüb. 1811; 3. Aust., Stuttg. 1827) undDie biblischen Geschich-ten" (Stuttg. 1822; 2. Aufl., 2 Bde., 1824) sind Muster volksthümlicher Darstellung.Auch schrieb er einige hübsche Lieder und besonders treffliche Räthsel in hochdeutscherSprache. Eoethe's in derJenaischen allgemeinen Literaturzeitung" mitgetheilte Recensionüber die zweite Aussage derAllemannischen Gedichte" trug viel dazu bei, dem Verfasserden Ruhm, den er verdient, zu sichern. H.'sSämmtliche Werke" erschienen zu Karlsruhe(183234; neue Aufl., 183738). Sein Leben beschrieb I. G. Schultheiß (Heidelb.1831). Ein Denkmal in Karlsruhe wurde ihm 1835 errichtet.

Hebelade. Da, wenn mit dem Hebel eine große Last gehoben werden soll, der He-belarm derselben in Verhältniß zu dem der Kraft sehr kur; sein muß, so geht daraus her-vor, daß man mit den gewöhnlichen Hebcbäumen eine Last nur auf eine sehr geringe Höheheben kann. Dieser Umstand hat auf die Erfindung der Hebe lade geführt, welche eigent-lich nichts anders ist, als einHebel (s.d.), bei welchem der Unterstützungspunkt nach und nachimmer höher gerückt wird, je höher die Last steigt. Die gewöhnliche Hebelade besteht dem-nach aus zwei starken, etwa > 012 Zoll breiten und sechs Fuß langen Bohlenwänden, welcheoben und unten durch ein vier Zoll dickes Bohlenstück auseinander gehalten werden, sodaßdas Ganze einen Kasten mit zwei offenen Wänden bildet. Die breiten Bohlen sind mit zweiReihen Löchern in 45 zölliger Entfernung dergestalt durchbohrt, daß die Löcher der einenReihe auf die Zwischenräume der andern treffen. Durch diese Löcher wird nun ein Bolzengesteckt, welcher den Unterstützungspunkt des Hebels bildet, der zwischen den Wänden spielt.Hat man nun mittels des Hebels, wo der Bolzen im untersten Loche der äußern Reihesteckt, die Last möglichst hoch gehoben, so steckt man einen zweiten Bolzen in das zunächstunter dem Hebel befindliche Loch der innern Reihe, hebt dann den Hebel so hoch, daß manden ersten Bolzen in das nächst obere Loch der äußern Reihe stecken kann, wo letzterer dannwieder als Unterstützungspunkt zur weitern Hebung der Last dient, bis man den zweitenBolzen in das nächst höhere Loch der innern Reihe bringen kann und so fort, bis man dieLast hoch genug gehoben hat. Die eisernen Hebeladen bestehen aus einer Stange, welchesenkrecht auf einem breiten Fuße steht. Sie ist an den beiden gegenüberliegenden Seitenwie eine Säge gezahnt, und in diese gezahnten Einschnitte legt sich der Hebel mittels Ga-bel und Biegel immer höher und höher ein, welche demnach die immer wechselnden Unter-