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Hebel Hebel (Joh. Pet.) 719
der Erde entführten Ganymed dieses Amt übertrug. Nach Apollodor zeugte Hercules mitihr zwei Söhne, den Aleriares und Aniketos. Bei Homer erscheint sie stets als Jungfrau.In Achen hatte sie mit Hercules gemeinschaftliche Altäre. Abbildungen von ihr sind au-ßerordentlich selten; zu erkennen ist sie nur an der Trinkschale.
Hebel- Der Hebel ist die einfachste, aber zugleich die wichtigste mechanische Potenz.Denkt; man sich eine gerade, unbiegsame und gewichtlose Linie, welche in ihrem Mittelpunkteunterstützt ist, und an deren beiden Enden zwei Gewichte nach einer und derselben Rich-tung hin wirken, so hat man einen mathematischen Hebel und zwar einen doppel-armigen. Dabei kommen drei Punkte in Betrachtung, nämlich der Punkt, welcher un-terstützt ist und bei irgend einerBewegung des Hebels als Drehpunkt dient (der feste Punkt),dann der Angriffspunkt des einen Gewichts, etwa der Last (der Lastpunkl) und endlich derAngriffspunkt desjenigen Gewichts, welches dem erstgenannten das Gleichgewicht haltensoll, der Kraft (der Kraftpunkt). Liegt der feste Punkt am Ende derLinie und derKraft- undLastpunkt auf derselben, so ist der Hebel ein einarmiger. Ein einarmiger Hebel ersterArt oder ein Zughebe l ist ein solcher, bei welchem die Last zwischen dem festen Punkteund der Kraft liegt. Liegt dagegen die Kraft zwischen dem festen Punkte und der Last,so erhält man einen einarmigen Hebel zweiter Art oder einen Wurfhebel. Allediese Hebel können nun gleicharmige oder ungleicharmige sein, je nachdem der feste Punktentweder in der Mitte zwischen dem Kraftpunkte und dem Lastpunkte liegt, oder mehrnach einem oder dem andern der beiden genannten Punkte hin sich befindet. Der Punkt,welcher als Unterstützungspunkt für den Hebel dient, heißt Hypomochlion. Als mecha-nisches Gesetz für den Hebel gilt, daß derselbe im Gleichgewichte ist, sobald das Pro-duct aus der Länge des Hebelarms der Last und der Last dem Producte aus der Länge desHebelarms der Kraft und der Kraft gleich ist. Bei gleicharmigen Hebeln muß also dieKraft der Last gleich sein, bei ungleicharmigen aber wird eine geringe Kraft eine große Lastim Gleichgewichte halten können, sobald nur der Hebelarm der Kraft in demselben Ver-hältnisse länger ist als der der Last. Da nun bei Anwendung irgend eines Hebels stetsdrei Größen von den vier genannten bestimmt sind, so ist es in allen Fällen leicht, die viertezu finden, welche das vierte Glied eines geometrischen Verhältnisses ist, von dem drei Glie-der gegeben sind. Gesetzt, man sollte dutch eine Kraft von 5 Pfd. einer Last von 2» Psd.das Gleichgewicht halten, welche an einem Hebelarme von 2 F. wirkt, so ist die Länge desHebelarms zu derKraft zu suchen. Es stellt sich also das Verhältniß: 5:20 — 2: x, wor-aus x 8 als Länge für den Hebelarm der Kraft bestimmt wird. Liegen beide Hebel-arme nicht in einer geraden Linie, sondern bilden einen Winkel, dessen Scheitelpunkt in demUnterstützungspunkte liegt, so entsteht ein Winkelhebel. Denkt man sich jedoch statt derLinie einen unbiegsamen Balken oder dergl., so erhält man einen physischen oder ma-teriellen Hebel. Bei diesem gelten allerdings die oben aufgestellten Grundsätze gleich-falls, doch tritt hier noch das Gewicht der verschiedenen Hebelarme mit in Rechnung, dasman sich als in dem Mittelpunkte jedes einzelnen Hebelarms concentrirt wirkend den-ken muß. Wirken mehre Kräfte an verschiedenen Punkten der Hebelarme gleichzeitig, soberechnet man ihren Einfluß nach ihrem Gewichte und nach der Länge des Hebelarms.Gleicharmige Hebel sind die gewöhnliche Wage und die Sprengwage an Fuhrwerken;ungleicharmige das Brecheisen, die Hebebäume, Schaufeln und unzählige andere Dinge;einarmige Hebel erster Art die Häckselmaschinen, Citronenpressen u. dgl.; einarmige zwei-ter Art der Dreschflegel, die Schleuder und die durch die Muskeln in Bewegung gesetztenGliedmaßen, und Winkelhebel endlich finden wir bei Steuerungen im Maschinenwesen,auch bei Klingelzügen angewendet. Obgleich man allerdings mittels des Hebels eine un-geheure Kraft entwickeln kann, wie denn Archimedes sagte, man solle ihm einen Unter-stützungspunkt geben und er wolle mit einem Hebel den Erdball bewegen, so ist doch nichtzu vergessen, daß, was man beim Hebel an Kraft gewinnt, an der Schnelligkeit verlorengeht, da der Weg der Last mit dem Wege der Kraft im Verhältniß der Länge der zuge-hörigen Hebelarme steht, bei dem obigen Beispiel also, wenn die Last einen Weg von einemFuß machen soll, der Weg der Kraft schon vier Fuß beträgt.
Hebel (Joh. Per.), der berühmteste deutsche Dialektdichter, ein anerkannter Volks-