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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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715
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Haydorr Hazardspiele 715

chencompositionen sichern seinem Namen ein ehrenvolles Andenken. Er schrieb 20 Messenmit lat. und vier mit deutschem Text, l 14 Graduale, 160 Offertorien u. s. w.; doch nurWeniges davon hat durch den Druck oder sonst weitere Verbreitung gefunden. Sein letz-tes großartiges Requiem blieb unvollendet.

Haydon (Benj. Rob.), Historienmaler, geb. 1786 zu Plymouth, der Sohn einesBuchhändlers, begann nach langem Widerstreben seines Vaters seine Studien 1804 zuLondon in der königlichen Akademie, mit welcher er jedoch später zerfiel. Eine seiner erstenArbeiten, zu der er sich durch fleißiges Zeichnen der Elgin'schen Antiken trefflich vorberei-tete, war Dentatus, für den ihm die Lritisl» Institution >810 den ersten Preis zuerkannte.Dagegen machte ihm sein Macbeth ( 1810 > 2) großen Verdruß und brachte ihn, da derBesteller das bedungene Honorar nicht zahlen wollte und konnte, und die Kritik das ganzeGemälde verwarf, in äußerste Verlegenheit. In der mislichsten Lage begann er seinUr-theil Salomo's", das ihn wieder in Gunst und aus der Noth brachte. Mit Wi lkie(s. d.)reiste er 1814 nach Paris, und nach der Rückkehr arbeitete er, soweit es seine Gesundheitgestattete, sehr fleißig. Doch sein Bestreben, in der Historienmalerei Bedeutendes zu lei-sten, fand bei der herrschenden Richtung des Kunstgeschmacks in England, die über derPortraitmalerei jene ganz vernachlässigte, so geringe Anerkennung, daß er fortwährendmit harten Entbehrungen zu kämpfen hatte, und selbst von den zum Ankäufe von Gemäl-den bestimmten öffentlichen Fonds wurde zu seinen Gunsten nichts verwendet, so großenBeifall auch seinUrtheil Salomo's", sein kolossalerEinzug Christi in Jerusalem"(1820),Christus am Ölberge",Moses, von Pharao entlassen" und seineAuferwe-ckung des Lazarus" (1823) gewannen. Ein Aufenthalt imSchuldgefängnissc imJ. 1827gab ihm den Stoff zu den beiden ausgezeichneten GemäldenTke moclc election" und,,'1'ks clisirinF ok tüe memkers", in denen wahrhaft Hogarth'sche Laune herrscht und wel-ches erstere Georg IV. für 500 Guineen kaufte. Seinen Ruhm erhöhten endlich die bei-den meisterhaften BilderNapoleon, den Sonnenuntergang betrachtend" undNapoleonvor seinem künftigen Grabe auf St.-Helena", welche er 1831 und 1832 ausstellte.

Haynro oderHaimo, auchAimo, einer der wenigen Gelehrten des finstern 9. Jahrh.,geb. um 778, stammte wahrscheinlich aus England, während Andere ihn zu einem Gallier,oder auch zu einem Deutschen machen. Seine Bildung erhielt er im Kloster zu Fulda, woer ein Zellengenosse des Hrabanus Maurus (s. d.) war, mit dem er 803 nach Toursging, wo er den Unterricht Alcuin's genoß. Nachher kehrte er als Mönch nach Fulda zu-rück, wurde hier Vorsteher der Schule, sodann im I. 839 der zu Hirschfeld und 840 durchKaiser Ludwig den Frommen zum Bischof von Halberstadt ernannt, wo er 853 starb. Ab-gesehen von seiner Gelehrsamkeit, war er ein helldenkender Geist, daher erhaben übermanche Vorurtheile seiner Zeit, und von sittlich-reinem Lebenswandel. Er commentirteeinen Theil des Alten Testaments, sämmtliche Briefe des Paulus und die OffenbarungJohannis und verfaßte mehre dogmatische und ascetische Schriften; sein wichtigstes Werkaber ist dasLrevisriuw instoriae ecolesiasticae" (beste Ausgabe von Buxhorn, Leyd.1650), das Einige, obwol mit Unrecht, einem andern Haymo n, der zu Anfänge des> 0. Jahrh. in England geboren wurde, nachher als Mönch zu Saint-Denys in Frank-reich lobte und um die Mitte des 11. Jahrh. als Archidiakon von Canterbury starb, habenbeilegen wollen. Dasselbe besteht in einem Auszuge aus Nufin's lat. Übersetzung des Euse-bius und ist der erste, freilich sehr unvollkommene Versuch einer Kirchengeschichte. Vgl.Anton,Vs vita et cloctrins blozinoiiis" (Halle 1704, 4.) und Derling,I>e Hormons"(Helmst. 1747, 4.).

i Hazardspiele nennt man diejenigen Spiele mit Karten, Würfeln, Kugeln oderNummern, z. B. Farv, Biribi, RouA« et noir, Vingt-un, Bassette, Schnitt, Lanz-knecht, Grobhäusern, Paschen, Roulette, Lotto u. s. w., deren Ausgang nicht durch dieKunst des Spielers bedingt ist, sondern blos vom Zufall abhängt. Daß bei den Hazard-spielen der Spielende (Pointeur) gegen den Banquier oder Bankhalter im Nachtheilesteht, ist eine ausgemachte Sache. Denn abgesehen davon, daß mehre derselben, wie z. B.das Faro und Vingt-im, geradezu auf den Vortheil des Banquier berechnet sind, ist auchder Pointeur in der Regel den Einwirkungen der Leidenschaft in weit höhcrm Grade aus-