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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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Haydn (Jos.)

gadegeneral ernannt, begleitete er Napoleon als Adjutant auf dem Feldzuge nach Rußland,>vo er in der Schlacht bei Mohilew den Grad eines Divisionsgenerals sich erwarb. Nach-dem er l8> 3 die Befestigung Hamburgs mit großem Geschick und in kürzester Zeit bemerk,stelligt hatte, begab er sich ins Hauptquartier der franz. Armee nach Dresden und wurdeVandamme beigegeben, der mit einem Corps von -tvWU M. in Böhmen einfallen sollte,um die Aufmerksamkeit der Verbündeten zu theilen. Gleich diesem in der Schlacht bei Kulmgefangen genommen, erhielt er nach dem Frieden von >813 seine Freiheit wieder. Lud»wig XVIII. überhäufte ihn mit Zeichen seiner Gnade und Beweisen seines Vertrauens; erernannte ihn zum Ludwigsritter, zum Commandeur der Ehrenlegion und stellte ihn an dieSpitze der königlichen Garde. Bei Napoleon's Rückkehr schloß er sich dessenungeachtet dem-selben aufs neue an Und machte den Feldzug von 1815 mit, in welchem er sich namentlichbei Waterloo auszeichnete. Auch nach der zweiten Restauration gelang es ihm, in Parisfür sich persönlich Vergessenheit alles Vorgefallencn zu erhalten. Er wurde Mitglied desKriegsgerichts, welches über den General Lefevre-DesnouetteS zu richten hatte und stimmtefür den Tod dieses seines Kriegsgefährten. Dieser Beweis seiner Ergebenheit erwarb ihmnun vollends das unbedingte Vertrauen der Negierung wieder, die ihn nun auch zum Ge-ueralinspector des Zngenieurcorps ernannte. Nach der Zulirevolution war er einer der Er-sten, welche die neue Ordnung der Dinge anerkannten. Im Nov. 1832 wurde ihm dieLeitung der Belagerung der Citadelle von Antwerpen unter dem Oberbefehl des MarschallsEerard übertragen, wobei er wieder sein Talent in der glänzendsten Weise bekundete.Von Ludwig Philipp zum Pair erhoben, nahm er an den Verhandlungen der Kammerfast nur Theil, als es sich um die Befestigung von Paris handelte, die aber erst nach sei-nem Tode zur Ausführung kam. Er starb am 2',. Juni 1837.

Haydn (Jos.) wurde in dem Dorfe Nohrau auf der Grenze von Ungarn und Ost-reich am 31. März 1732 geboren. Sein Vater, ein armer Wagner, spielte die Harfe undmachte daraus einen Sonntagsverdienst, indem seine Frau dazu sang. Der fünfjährigeKnabe figurirte neben seinen Altern mit einem Bretchen und einer Ruthe, als ob er die Geigespiele. Ein Schulmeister aus dem Städtchen Haimburg, den der Zufall zu einem dieserConcerte führte, glaubte bei dem Knaben musikalische Talente zu entdecken und erbot sich,ihn in seine Schule aufzunchmen. Hier'lernte H. lesen und schreiben; auch erhielt er Un-terricht im Gesänge, auf der Geige und andern Instrumenten. Zwei Jahre hatte er daselbst.zugebracht, als der kaiserliche Kapellmeister von Reuter, der zugleich der Musik in der St.-Stephanskirche zu Wien Vorstand, den Dechant von Haimburg besuchte. Auf des LchternEmpfehlung bei Jenem wurde nun H., acht Jahre alt, Chorknabe in der Stephanskirchezu Wien. Bereits in seinem elften Jahre versuchte er sich schon in sechzchnstimmigen Com-Positionen. Mit seinem herrlichen Sopran verlor er im 16. Jahre seine bisherige Stelle.Er gab nun Unterricht, spielte im Orchester mit, beschäftigte sich mit der Composition underwarb sich auf diese Weise seinen nothdürftigen Lebensunterhalt. Zu gleicher Zeit studirteer mit außerordentlicher Sorgfalt die sechs ersten Sonaten von K. PH. E.Bach, die ihm zu-fällig in die Hände fielen. Doch seine Lage war immer mislichcr geworden, als er das Glückhatte, ein Fräulein von Martine;, die bei Metastasio lebte, zum Unterricht im Gesang undClavier zu erhalten, wofür ihm freie Wohnung und freier Tisch gewährt wurde; doch mitder Abreise des Fräuleins von Martine; von Wien war er wieder dem größten Elend preis-gegeben. In dieser Zeit wurde er mit Porpora bekannt, der ihn in seinen Singstunden zumBegleiten auf dem Clavier gebrauchte, und dem er selbst niedere Dienste leistete, nur umdabei von ihm in Gesang, Composition und ital. Sprache etwas zu lernen. Später nahmein Friseur in der Lcopoldstadt sich seiner an; doch entsprang aus dieser Bekanntschaft fürH. ein Quell vieler Leiden, indem er dessen Tochter heirathete, die seine schönsten Tage ihmverbitterte. Er war 18 Jahre alt, als er sein erstes Quartett componirte, das allgemeinenBeifall erhielt, obschon strenge Theoretiker daran Vieles zu tadeln hatten. Der Baron vonFürnberg nahm ihn nun mit edler Gastfreiheit auf, und bald nachher wurde er Organistbei den Karmelitern in der Leopoldvorstadt. Vom Schauspieler Kurz dazu aufgefodertcomponirte er hierauf denHinkenden Teufel", eine Oper, die jedoch ihrer satirischen Ten-denz wegen nach bei dritten Vorstellung verboten wurde. H. war bereits so bekannt ge-