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schastlich drohenden Gefahr in großer Scenoth vorsätzlich und mit reifer Überlegung ge-macht wird, um größerm Unglücke vorzubeugen. Die aus solchem Schaden erwachsendenKosten tragen Schiff und Ladung im Vcrhältm'ß ihres Werthes; hieher gehören zufolgedes Seerechts der meisten Nationen, mit geringen Abweichungen, Seewurf, vorsätzlicheStrandung, Erleichterung des festgerathenen Schiffs, Prangen (d. h. übermäßiges Segel-führen, um einer Gefahr zu entgehen), Einlaufen in einen Nothhafen, Stillelicgen wegender Convoy»Nanzionirung des Schiffs, Verluste bei einem feindlichen Angriffe und dieaußerordentlichen Kosten, welche zur Fortsetzung der Reise erfoderlich sind und einen Thlr.auf jede Last übersteigen. In jedem Falle aber muß die beabsichtigte Rettung wirklich er-reicht werden. Zur particulairenHaverei rechnet man allen Schaden und die dar-aus entstandenen Kosten, welche nicht Schiff und Ladung gemeinschaftlich, sondern einesvon beiden betroffen und deshalb auch von den Rhedern oder den Abladern allein getragenwerden müssen. So z. B. treffen die Kosten für einen durch Blitz verursachten Schadendas Schiffiallein, wenn die Ladung unversehrt blieb, während der Schade, den die Ladungdurch innern Verderb leidet, nur den Eigenthümer derselben angeht.
Havre »der Havre de Gr ace, einer der bedeutendsten Handelsplätze Frankreichs,die Hauptstadt eines Bezirks im franz. Departement der Niederseine, am rechten Ufer derSeine, die hier noch eine halbe Meile breit ist, wurde 1509 von König Ludwig Xll. ge-gründet, aber schon 1525 vom Meere verschlungen. Auch nach ihrem Wiederaufbau wurdesie, zumal in der ersten Hälfte des l8. Jahrh., zu wiederholten Malen vom Meere heim-gesucht. Die Stadt ist ziemlich befestigt, hat mehre schöne Plätze und Straßen, einen 400Schiffe fassenden Hafen mit drei Bassins, zu deren Erweiterung und Austiefung im I.>839 6 Mill. Francs bewilligt wurden; auch zwei Leuchtthürme; ferner eine Naviga-tionsschule, ein Msrinearsenal, eine Börse, eine Handelskammer und ein Handelstribunal.Sie zählt gegenwärtig 30000 E., welche sich mehrentheils von Fabrikbetrieb in Zucker,Taback, Fayence, Tüchern, Spitzen, Papier und dergl., von Handel, besonders mit Colo-nialwaaren, Schiffahrt und Fischfang nähren. In der Vorstadt Jngouville wurde demhier geborenen Bernardin de Saint-Pierre (s. d.) neuerdings ein Denkmal errichtet.
Hawkesbury, s. Liverpool (Baron Banks Zenkinson, Graf von).
Hawkins (Sir John), ein berühmter brit. Seefahrer, geb. l520 zu Plymouth, hattebereits mehre Seereisen und auf denselben sich mit den damaligen Handelsvcrhältnissenvertraut gemacht, als er 1562 auf den Gedanken kam, den einträglichen Sklavenhandel,den zu jener Zeit nur Spanien mit seinen Colonien trieb, auch für sein Vaterland zu einerergiebigen Nahrungsquelle zu machen. Dreimal unternahm er die Fahrten von Afrikanach Westindien, die ihn zwar bereicherten, aber zugleich als den ersten engl. Sklavenhänd-ler brandmarken. Negersklaven zu erlangen, galt ihm jedes Mittel gleich; boten sich ihmkeine durch Tauschhandel dar, so raubte er sie oder reizte die Häuptlinge gegeneinander zuKriegen auf, an denen er dann Theil nahm. Als Belohnung für die vermeintlich seinem Va-terlande erzeigte Wohlthat erhielt er die Erlaubniß, auf die Helmzierde seines Wappenseinen halben mit einem Stricke gebundenen Neger zu stellen. Später wurde er Schatzmei-ster des Seewesens, 1588 Viceadmiral der gegen die span. Armada ausgesendeten Flotte,und für die bei dieser Gelegenheit geleisteten Dienste mit der Ritterwürde belohnt. MitFrancis Dr äk e (s. d.) vereinigte er sich 1593 zu einer Unternehmung gegen die span. An-siedelungen in Westindien, die aber ziemlich erfolglos blieb. Aus Verdruß darüber starb eram 21. Nov. 1595.
Hapo (Franx. Nicol. Benoit, Baron), einer der ausgezeichnetsten franz. Genieoffi-ziere, geb. am 24. Juni 177 4 in Lothringen aus einer poln. Familie, trat sehr frühzeitigin den Kriegsdienst und kämpfte im revolmionnairen Heere am Rhein und in der Schweiz.Er befestigte als Hauptmann Bitsch und Genf und zeichnete sich als Bataillonschef bei derzweiten Belagerung von Saragossa im I. I809srühmlichst aus, worauf er zum Oberstbefördert, an dem Kriege in Deutschland Theil nahm. Nach seiner Rückkehr nach Spa-nien erwarb er sich großen Ruhm durch die in wenigen Wochen bewerkstelligte Einnahmeder kleinen Feste Mequinenza, die, aus einem steilen Felsen am Zusammenflüsse des Ebround der Linca gelegen, von den Spaniern für unbezwingbar gehalten wurde. Zum Bri-