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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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710
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710 Havel Havemann

Weiße, 35713 freie Farbige und -10171 Sklaven; 25010 aber auf Negla, Casablanca,Horcon, Cerro und Jesus del monte, welche gewissermaßen als Vorstädte zu betrachtensind, die sich bei zunehmender Bevölkerung immer mehr ausdehnen. Die Stadt ist sehrregelmäßig gebaut, doch sind die Straßen meist eng und schlecht gepflastert. Sie ist derSitz des Generalcapitains und des Generalintendanten der Insel, des Commandantcn derMarine, eines Bischofs, einer Universität und anderer Bildungsanstalten, einer Patrioti-schen Gesellschaft u. s. w. Auch gibt es daselbst ein Appellationsgericht, ein Handelsgerichtund eine Bank. Der Handel ist sehr bedeutend und umfaßt über drei Viertheiie des Um-satzes der ganzen Insel. Im I. 18-13 liefen daselbst 1510 Seeschiffe ein und 1550 aus,die Küstenfahrzeuge nicht mitgercchnet. Die Ausfuhr betrug im J. 18-13 101307 KistenZucker, 773013 Arroben (zu 25 Pfd.) Kaffee, 152009 Kisten (zu 1000 Stück) Cigarren,2,138802 Pfd. Blättertaback, 3571 1 Fässer Molasses (Sirop), 0223 Pipen Num,37018 Arroben Wachs und 2198 Fässer Honig. Durch die am 8. Dec, >813 erfolgteEröffnung der Eisenbahn nach Batabanö ist die Verbindung mit der Südküste hergestellt,welche auch Dampfböte mit den Haupthäfen der Insel vermitteln. Die vorzüglichstenöffentlichen Gebäude sind die Paläste des Gouverneurs, des Intendanten, des Marine-commandanten und das prächtige Zollhaus. In der Kathedrale werden die Überreste desColombo aufbewahrt, welche 1790 von San-Domingo hierher gebracht wurden. Außerder Kathedrale gibt es noch drei Pfarr- und zwölf Klosterkirchen, sowie mehre Kapellen;auch in den Vorstädten sind neuerdings mehre hübsche Kirchen erbaut worden. Die Stadthat ferner ein schönes Waisenhaus, ein Findelhaus, ein Irrenhaus, ein großes neues Ge-fängniß, mehre Hospitäler und Kasernen, drei Theater, von denen eines für die ital. Operbestimmt ist, einen botanischen Garten, einen großen und schönen Excrcirplatz (Campo deMarte) und mehre Markt- und andere, meist mit Springbrunnen versehene Plätze, vonvenen die mit der Marmorstatue Ferdinand's Vll. geschmückte klarer <>e armss einen an-genehmen Spazierplatz darbietet, deren es noch mehre innerhalb und außerhalb der Stadtgibt. Der Circus für die Stiergefechte ist nach Regla, jenseil der Bai, verlegt. An pracht-vollen Läden, Kaffeehäusern und Konditoreien fehlt es nicht. Unter den neuern Bauwerkenzeichnen sich noch der Eisenbahnhof und die großartige Wasserleitung aus; nicht minderverdient das Arsenal mit seinem Schiffsbauwerft Erwähnung, aus welchen: seit >72196 die schönsten span. Kriegsschiffe, darunter 51 Linienschiffe und 22 Fregatten, hervorge-gangen sind, und wo nach langer Unthätigkeit am 30. Jan. 1811 wieder eine Kriegs-brigg, el Habanera, vom Stapel gelassen wurde.

Havel, ein Fluß mittlerer Größe in Nvrddeutschland, entspringt in Mecklenburgunweit Neustrelitz aus zwei kleinen Seen, durchströmt dann, nachdem er bereits schiffbargeworden, die preuß. Provinz Brandenburg, indem er namentlich die Städte Oranienburg,Spandau, Potsdam, Brandenburg und Plaue berührt, undmündet, nachdem er bei Span-dau die Spree ausgenommen, unterhalb Havelberg auf der Grenze zwischen Brandenburgund Sachsen in die Elbe. Durch den Finowkanal ist er mit der Oder und durch den Plaue-schen Kanal mit der Elbe verbunden. Er bildet eine große Anzahl Seen, besonders wäh-rend seines Laufs von oberhalb Spandau bis unterhalb Brandenburg.

Havelberg, eine Stadt im Regierungsbezirke Potsdam der preuß. Provinz Bran-denburg am Einfluß der Havel in die Elbe, hat gegen 2700 E. und eine alterthümlicheDomkirche. Hier im Lande der Hcveller gründete Kaiser Otto I. 916 ein dem Erzbischofvon Magdeburg untergebenes Bisthum, welches 1518, nach Absterben des letzten Bischofs,Busso's ll. von Alvensleben, aufgehoben wurde. Das Domstift wurde hierauf protestan-tisch und bestand bis 1812, wo bei der allgemeinen Reorganisation des preuß. Staats auchseine Auflösung erfolgte.

Havemann (Wilh.), ordentlicher Professor an der Universität zu Göttingen, geb.am 27 . Sept. 1800 zu Lüneburg, bezog, nachdem er zuerst auf dem Johanncum, dann aufder Ritterakademie seiner Vaterstadt sich vorgebildet, zu Ostern 1819 die Universität zuGöttingen, um die Rechte zu studiren. Hier fühlte er zu dem damals austauchcnden Jüng-lingsbunde so mächtig sich hingezogen, daß er demselben als begeistertes Mitglied beitratund seine Thätigkeit mehr den Zwecken desselben als seinen eigentlichen Berufsstudien wid-