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gehabt haben würde, wäre nicht der König durch die Ereignisse von Ulm, die während sei-ner Rüstungen eintratcn, zur Unterhandlung wieder geneigter geworden. Napoleon wolltejedoch nur mit einem Manne unterhandeln, der für seine Ideen empfänglich sei. Deshalbwurde H. wieder herbcigerufen, der am Borabend der Schlacht bei Austerlitz im LagerNapolcon's eintraf, aber hier sich nutzlos Hinhalten ließ, bis Napoleon am 2. Dcc. einenentscheidenden Sieg über seine Gegner errungen hatte, worauf H. sich genöthigt sah, einenVertrag cinzugehen, in welchem Preußen Ansbach, Kleve und Neufckatcl an Frankreichabtrat und dagegen Hannover erhielt. Hierauf übernahm nun H. aufs neue aus Harden»berg's Händen das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten. Allein sein politischesSystem fand lauten Tadel, und während die Besitznahme Hannovers Preußen mit Eng-land entzweite, dem sich Frankreich um diese Zeit näherte, trübten sich die Verhältnisse zuFrankreich mehr als je. H. begab sich als Vermittler nach Paris, kehrte aber unver-richteter Sache wieder zurück, und ohne gehörige Vorbereitungen begann der Krieg. H.war Zeuge der Schlacht bei Jena, und nachdem er den König nach Ostpreußen begleitet,ging er wieder auf seine Güter in Oberschlesicn und Polen, wo er zurückgezogen lebte. ImI. >8ll wurde er zum Curator der neuerrichteten Universität zu Breslau ernannt; seit1820 aber nahm er, nach einer überstandenen schweren Krankheit, seinen Aufenthalt ineinem wärmern Klima und lebte abwechselnd in Venedig, in Padua und besonders aufeiner Villa in der Nähe von Este, bis er am 19. Febr. 1832 starb. Rechtfertigungen sei-ner vielfach und hart angegriffenen diplomatischen Handlungsweise finden sich in seinerSchrift „Vriigmeiit lies nivmnires ineüits lill caiote lis n." (Jena 1831) und bei Minu»toli, „Der Graf von H. und Job von Witzleben" (Berl. 184-1).
Haupt (Moritz), ordentlicher Professor der deutschen Sprache und Literatur zu Lcip-zig, geb. am 27. Juli 1808 in Zittau, wo sein Vater, Ernst Fricdr. H., geb. 1774, gcst.1843, der sich durch die für die Sammlung der „Scriptares rer»m lusuticarum" besorgteHerausgabe der „Jahrbücher des Zittauischcn Stadtschreibers Johannes von Guben"(Görl. 1837), sowie als lat. Dichter durch treffliche Übersetzungen Eoethe'scher Gedichte(„Oarmina X Oostbii", Lpz. 1841) und deutscher Kirchenlieder („blxmui sacri", Lpz.1842) bekannt gemacht hat, das Bürgermeisteramt bis zum I. >830 zum Segen derStadt verwaltete. In den I. 1826—30 studirte er in Leipzig unter Gottfr. Hermann'sLeitung Philologie und habilitirte sich daselbst, nachdem er in Zittau längere Zeit priva-tisirt, auch im Sommer 1834 Wien, wo er die Bibliothek benutzte, besucht hatte, im J.1837 als Privatdocent durch Verthcidigung seiner „(Zuaesliones OtuIIianse". ZumAntritte einer ihm im 1.1838 verliehenen außerordentlichen Professur in der philosophi-scheu Facultät schrieb er 1841 „Observation«:» criticae"; die ordentliche Professur derdeutschen Sprache und Literatur wurde zunächst für ihn imJ. 1843 neu gegründet. SeineStudien sind der Philologie des classischen Alterthums und namentlich des deutschen Mit-telalters gewidmet; für beide ist er als akademischer Lehrer und literarisch thätig. Dererster» gehören die erwähnten Schriften und seine Ausgabe der „llalieutica" des OvidiuSund „tHnexetica" des GratiuS und NemesianuS (Lpz. 1838) an; der letztem seine Aus-gaben des „Ercc" von Hartmann von Aue (Lpz. 1839), des „Guten Gerhard" von Nu-dolf von Ems (Lpz. 1840), der „Lieder und Büchlein" und des „Armen Heinrich" vonHartmann von Aue (Lpz. 1842), des „Engelhard" von Konrad von Würzburg (Lpz. > 844)und des „Winsbeke" (Lpz. 1844). Mit Hoffmann gab er „Altdeutsche Blätter" (2 Dde.,Lpz. >836—40) heraus; hierauf gründete er die gehaltreiche „Zeitschrift ffür ^deutschesAlterthum" (Bd. I—4, Lpz. 1841—44). Eine Samnzlung altfranz. Volkslieder hat erfür den Druck vorbereitet.
Hauptmann, im Französischen Oapitaino (s. d.), heißt der Befehlshaber einerCompagnie und bei der Cavalerie, wo er den Namen Rittmeister führt, einer Escadron.Bei der Artillerie commandirt der Hauptmann eine Batterie, auch wol mehre derselben.
Hauptton oder Grund ton heißt derjenige Ton, dessen diatonische Tonlcitcr beiEntwerfung eines Tonstücks zum Grunde gelegt und herrschend ist, welcher daher dieArt der Ausweichung in andere Töne, die hier Nebentöne heißen, bestimmt, und dessenDrciklang meist am Anfänge, stets aber am Ende des Tonstücks gehört werden muß, um