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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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700 Hairg Haugwitz

Bruder Hermann H. folgte ihm in derNedaction dcS „Morgcnblattes" und ist Verfasserder geistreich geschriebenen Werke „Moden und Trachten" (Stuttg. >841) und „Skizzenaus dem Leben und der Natur" (2 Bdc., Stuttg. l 839).

-Paust (Joh. Christoph Friedr.), deutscher Lieder- und Epigrarnmendichtcr, geb.am l!>. Marz I76l zu Niederstotzingcn im würtcmbcrg. Oberamte Albeck, erhielt von sei-nem Vater, welcher Pfarrer in Magstatt war, den ersten Unterricht, besuchte die Schule inLudwigsburg, dann das Gymnasium zu Stuttgart, und studirte sodann auf der Karls-schulc die Rechte. Nach seinem Abgänge von der Karlsschule wurde er 1783 Sccretair beidem herzoglichen Geheimen Cabinet, 179-1 Geh. Sccretair und >817 Hofrath und Biblio-thekar. Er starb zu Stuttgart am 39. Jan. 1829. Seine reiche Ader epigrammatischenWitzes drängte ihn zum Epigrammcndichter. Besonders merkwürdig und für die Beweg-lichkeit und Mannichfaltigkcit seines Witzes Zcugniß ablegend sind seine „ZweihundertHyperbeln auf Herrn Wabl's große Nase" (Stuttg. 1893; neue Aust., Brünn >822 ).Auch gab er mit C. F. Weifscr eine interessante „Epigrammatische Anthologie" (> 9 Bde„Zur. 1897—9) heraus. Seine zu große Productivität auf so beschränktem Gebiete ver-führte ihn aber häufig zur Trivialität, wie überhaupt sein epigrammatischer Witz zum gro-ßen Thcile etwas für uns Veraltetes hat. Daneben versuchte er sich indcß auch in der ernst-haften und gcmüthlichcrn Ode; überdies besaß er ein außerordentliches Talent im Impro-visier». Er arbeitete für mehre gelehrte Zeitungen, für Journale und Taschenbücher undhatte längere Zeit Tlzcil an der Herausgabe des „Morgenblattes". Eine Auswahl seiner„Gedichte" erschien in Hamburg (2 Bde., 1827).

Haugwitz (Christian Hcinr. Karl, Graf von), Freiherr von Krapvih, ein bekannterprcuß. Staatsmann, geb. 1752 auf dem väterlichen Gute Pauke bei Öls inSchlesicn, ver-mählte sich kur; nach beendigter akademischer Studienzeit im I. 1776 mit der Tochter desGenerals Grafen von Täuenzien und machte hierauf mit seiner Gemahlin eine Reise nachder Schweiz und Italien, wo er mehre Jahre verweilte und in ein freundschaftliches Vcr-hältniß zu dem Erzherzoge, nachherigem Kaiser Leopold II. trat. Nach seiner Rückkehr aufseine Güter, in deren Verschönerung er sich gefiel, und wo er sich durch seinen anspruchslosenEifer, nützlich zu sein, Achtung und Liebe erwarb, lehnte er aus Liebe zur Unabhängigkeitmehre Auffodcrungcn, in den prcuß. Staatsdienst zu treten, ab, und nur die Wahl derschles. Stände zum Gcnerallandschaftsdirector im I. 17!» 1 nahm er an. Indcß hatte Lco>pold II. den Kaiserthron bestiegen, und da derselbe nach der Zusammenkunft mit FriedrichWilhelm II. zu Pillnitz gewisse wc'itumfasscnde Plane im Einverständnisse mit dem prcuß.Cabinct, das fortdauernd noch widerstrebte, auszuführcn wünschte, so erbat er sich an dieStelle Jacoby-Klöst's H. als prcuß. Gesandten in Wien. Zwar lehnte H. anfangs ansdem Grunde der Ungeübthcit in diplomatischen Geschäften diesen Antrag ab, sah sich aberzuletzt, um nicht zwei Fürsten zugleich zu misfallen, genöthigt, darauf einzugehen, nahmjedoch keinen Gehalt an. Mit H.'s Eintreten in Wien schien der kaiserliche Hof einen grö>ßcrn Einfluß auf Preußen zu gewinnen und der Krieg gegen Frankreich wurde beschlossenund angefangen. Während nun H. in dieser Zeit, zu wenig vertraut mit seinem Wir-kungskreise, vielfach Preußens wahres Wohl verkannte, war er cs dagegen auch wieder,der, an dcS Grafen Schulcnburg Stelle im I. >792 zum Cabinetsminister ernannt, dieFricdcnsverhandlungcn zu Basel leitete und zu Stande brachte und auch nachher, trotzmancher Verwickelung, Preußen gleichsam zum Mittelpunkte aller politischen Verhand-lungen zu machen und demselben nicht unbedeutende Erwerbungen zu verschaffen wußte.H. erhielt hierauf zugleich als Entschädigung für die Uneigennützigkcit, mit welcher er bis-her dem Staate gedient hatte, Güter in Südpreußen, deren Werth man zu 299999 Thlr.anschlug. Als aber im I. 1893 die Franzosen Hannover besetzten und somit die Neutra-lität des nördlichen Deutschlands verletzten, sodaß das bisher von H. beobachtete politischeSystem gefährdet war zog sich H., um seinen Grundsätzen nicht untreu zu werden, unterdem Vorwände geschwächter Gesundheit auf seine Güter zurück. Hardenberg trat an H.'sStelle und änderte dessen System dahin ab, daß Preußen durchaus neutral blieb. Indcßführte die GrbietSverletzung der Franzosen, welche im J. >895 unter Bernadotte 69999M. stark durck Ansbach marschirten, eine Irrung herbei, die sogleich den Krieg zur Folge