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Hauff
sterne", 1816, und „Nosaura", 1817) entwickelte er ein Talent, das mehr in die Tiefe zugehen, als der Gewandtheit der Form nachzustreben versprach. Zu seiner weitern wissen-schaftlichen Ausbildung unternahm er 1821—27 eine Reise durch Deutschland, Italienund Frankreich. In seinen Tragödien „Bajazet", „Tiberius" (deutsch, Lpz. 1836), „Gre-gor VII." und „Don Juan", vereinigt in der Sammlung „Dramatiste Värker" (2 Bde.,>828—29), ferner in „Karl den FemteS Död", „Mastrichts Veleiring" (>833; deutsch,Lpz. 183-1) und „Sveed Grathe" (1831) ist besonders ein tüchtiges Studium der Cha-rattere anzuerkennen; die meisten Züge sind ebenso wahr als individuell; ein lebendiges,oft plastisches Colorit erhöht die Wirkung derselben. Durch das episch-dramatische Ge-dicht „Hamadryaden" (1830), welches ganz aus dem Born des Romantischen geschöpftist und die Entwickelung und Aneignung des Bösen im Menschenherzen mit durchgreifen-der Wahrheit schildert, erwarb er sich die Anerkennung Tieck's und Schubert s. Auch alsromantischer Erzähler in „Wilhelm Zabcrn" (>833), „Gnldmageren" (1836; deutschvon Christian!, 2 Bde., Kiel 1837) und „En polst Familie" (2 Bde., 1839; deutsch, Lpz.l 832) bekundete er ein nicht gemeines Talent. Endlich hat H. als genialer NaturforscherManches geleistet; seine „Übersicht der rudimentarischen Organe und ihre Bestimmungin der Natur", seine „Bemerkungen über das Nervensystem rücksichtlich der verschiedenenVerrichtungen desselben und besonders des thierischen Gefühls", sowie andere Aufsätze inden „Blandinger fra Soröe" enthalten eine Fülle selbständiger und von wahrer Beobach-tungsgabe zeugender Zusammenstellungen.
Hauff (Will).), beliebter deutscher Erzähler, geb. am 29. Nov. >892 zu Stuttgart,wurde nach des Vaters Tode, im I. 1809, von der Mutter in Tübingen erzogen und fürdie Theologie bestimmt, >816 in die Klosterschule zu Blaubeuren ausgenommen, worauf er182V die Universität zu Tübingen bezog. Als Hauslehrer zu Stuttgart eröffnete er seineschriftstellerische Laufbahn mit dem „Märchenalmanach auf das I. 1826". Dem Stoffenach zwar meist entlehnt, zeichneten sich diese Märchen doch durch die freie und phantasie-reiche Behandlung wie durch die schöne Abrundung der Darstellung höchst vortheilhaftaus, weshalb sie auch unter dem Titel „Märchen" bereits die fünfte Auflage (Stuttg.>832) erlebt haben. Aus den Märchenalmanach folgten die „Mittheilungcn aus den Me-moiren des Satans" (2 Bde., Stuttg. >827), zwar ein mehr fragmentarisches, aber dochan Phantasie und Darstellungskunst reiches Werk, und der „Mann im Monde" (Stuttg.>827), ein Roman, welcher ursprünglich wol als Original angelegt, zu einer Caricaturder Clauren'schen Manier und wie jedes andere Clauren'sche Werk von der lüsternen Mengeverschlungen wurde. H. suchte sich vor der Kritik und seinem eigenen literarischen Gewisssen dadurch zu rechtfertigen, daß er erklärte, er habe darin eine Satire und Persifflage aufdas Clauren'sche Ünwesen liefern wollen ; da indeß der Name Clauren auf dem Titelblattestand, wurde der Verleger Franckh in einen Proccß verwickelt, welcher, gegen die Ansichtdes Publicums und selbst vieler Rechtsgelehrten, zu Gunsten Clauren's entschieden wurde.Ernstlicher gemeint war die sarkastische „Controverspredigt über H., Clauren und denMann im Monde, gehalten an das deutsche Publicum" (Stuttg. >826), worin H. aller-dings seinem Gegner in der Meinung des Publicums den Todesstdß versetzte. Sein Ro-man „Lichtenstein" (3 Bde., Stuttg. >826), worin, bei einiger Breite, die Charaktere, be-sonders die der schwäb. Bauern, gut gezeichnet und die Localitäten anschaulich geschildertsind, gehört zu den bessern Romanen, welche in Deutschland nach dem Muster WalterScott's geschrieben wurden. Seine berühmten „Phantasien im bremer Nathskeller"(Stuttg. 1827) zeichnen sich durch originelle Erfindung, launige Phantastik und meister-hafte Darstellung aus. Ünter seinen vielen kleinern Erzählungen sind besonders die No-Vellen „Die Bettlerin vom Lont cles arts" und „Das Bild des Kaisers" als kleine Mei-sterstücke hervorzuheben. Durch ursprüngliche Erfindungsgabe steht H. überhaupt unterden deutschen Novellisten in der ersten Reihe, wenn schon es ihm im Ganzen nur selten ge-lungen ist, seinem Stoffe einen liefern poetischen oder philosophischen Gehalt abzugewinnen.Nachdem er noch einige Zeit die Redaction des „Morgenblattes" geführt, starb er am 18.Nov. 1827. Seine „Sämmtlichen Werke" wurden von G. Schwab herausgegeben (36Bdchen, Stuttg. 1830; 2. Aust., 10 Bde., 1837; 3. Aust., 5 Bde., 1810). — Sein