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Hastings (Darren) Hatto I.
Hastingö (Warren), geb. 1732 zu Churchill in der Grafschaft Wertester, wo seinVater Geistlicher war, besuchte die Schule zu Westminster, studirte in Oxford und erhielt17-19 eine Schreiberstcllc in Ostindien. Hier lernte er nicht nur Persisch, sondern erwarbsich auch eine genaue Kcnntniß der brit. Angelegenheiten; er diente 1756 als Freiwilligerin der Armee des Obersten Clive, wurde 1761 Mitglied der Regierung von Bengalen,ging aber vier Jahre später nach England zurück. Sehr bald wurde er indeß zum Mitglied^der Negierung in Madras, 1771 zum Gouverneur von Bengalen und 1773 durch LordNorth zum Gcncralgouvcrneur von Ostindien ernannt. Unter schwierigen Umständen ver-gröffcrte und befestigte er die Macht der Compagnie, beförderte Künste und Wissenschaftenund brachte die öffentlichen Einkünfte von 3 Mill. auf 5 Will. Pf. St. Nachdem LordNorth 1782 aus dem Ministerium geschieden, wurde H. 1785 abberufen und von Burkeam 17. Febr. 1786 vor dem Unterhause angeklagt, in Ostindien mit tyrannischer Willkürgehandelt, unmäßige Geldsummen erpreßt, den Untergang mehrer Fürsten befördert undBedrückungen aller Art ausgcübt zu haben. Die Anklage wurde im Mai 1787 an dasOberhaus verwiesen und der Staatsproccß nahm am 13. Febr. 1788 in der Westminster-Halle seinen Anfang. Schon die Nothwcndigkeit, Zeugen aus Ostindien zu berufen, verzö-gerte den NechtSspruch. Er erfolgte am 13. Apr. 1795 und entschied durch Stimmen-Mehrheit gegen alle Anklagepunkte, verurtheilte aber H. in die Kosten. Die ostind. Com-paguie entschädigte ihn indeß durch ein Jahrgcld von -1099 Pf. auf Lebenszeit, zahlte da-von 42990 Pf. voraus und bewilligte ihm ein Darlehn von 59999 Pf. Das Gerüchtseines Ungeheuern NcichthumS wurde bei seinem Tode, am 22.Sept. 1818, nicht bestätigt.Aon seinen Schriften sind zu erwähnen „NsrNSlive vklbv late trsnssctian st kensrvs"(Kalkutta 1782), „Ueviow vf llm stste okUonFsl" (Kalk. 1786), „l'btz present ststeok tlie Last Imües" (Kalk. 1786) und „8peec!>, in ttie liigli conrt nf pistice in VVest-minsterlmll" (Lond. 1791).
Hatti scherif, d. i. erhabenes Schreiben, heißt bei den Türken jedes Rescript desSultans. Die Hatti schcnss werden in türk. Sprache abgefaßt und mit der arab. Kanzlci-schrift Diwäni geschrieben. Über dem Texte steht als Zeichen der Authenticität des Ne-scripts der verschlungene Namcnszug dcS Sultans, gewöhnlich schwarz, bisweilen rothund in manchen Fällen auch mit Goldschrift. Dieser verschlungene Namenszug heißt Tugraoder auch Nischäni scherif, d. i. erhabenes Zeichen, und der Beamte, welcher ihnübcrschrcibt, Nischandschi, d. i. Zeichner. Am berühmtesten ist in neuerer Zeit derHatti scherif von Gulhane geworden. (S. OSmanisches Reich.)
Hatto I., Erzbischof von Mainz, gegen das Ende des 9. Jahrh., gewann besondersals.Bormund des unmündigen Kaisers Ludwig'S lll. und durch seinen Einstuß aufKaiserKonrad l. polilitische Bedeutung in Deutschland. Den Grafen Adalbert von Babenberg,der mit dem Kaiser im Streite lag, bewog er durch den Schwur, daß er ihn unversehrtwieder nach seiner Burg bringen wolle, ihm in das kaiserliche Lager zu folgen, um sich mitdem Kaiser auszusöhncu. Auf dem Wege dahin wußte er aber den Grafen zu bewegen,nochmals nach seiner Burg mit ihm zurückzukchrcn, wodurch er sich seines Schwurs ent-lcdigte. Im kaiserlichen Lager überlieferte er den Grafen dem Kaiser, der diesen hinrichtenließ. Diese Schändlichkeit gab bei seinem Tode im 1.913 wahrscheinlich zu derSageVer-anlaffung, daß ihn der Teufel erschlagen und in den Schlund des Ätna geworfen habe. —Hatto 1 l., Erzbischof von Mainz seit 968, früher Abt zu Fulda, ist besonders wegen derSage vom sogenannten Mäusethurm bei Bingen, der 1635 von den Schweden zerstörtwurde, merkwürdig. Bei einer Hungersnoth nämlich soll eine Menge armer Leute aufseinen Befehl in eine Scheune gesperrt und darin verbrannt worden sein, und er, als manderen Wimmern vernommen, die Umstehenden gefragt haben, ob sie die Brotmäuse piepenhörten. Deshalb oder, wie Andere erzählen, weil er einst geschworen, die Mäuse sollten ihnfressen, wenn er seinen Eid nicht halte, den er doch nachmals gebrochen, läßt die Sage ihnvon so vielen Mäusen überfallen, daß er, um sich vor ihnen zu retten, mitten in dem Rheinden erwähnten Thurm erbaut, aber auch hier keine Ruhe findet und endlich von ihnen auf-gefressen wird. Andere dagegen lassen ihn um 979 eines natürlichen Todes sterben und