Hastenbeck Hastings (Fräncis Rawdon) 695
Freunde machte, zeigte er, als er 1837 seine gänzliche Entlassung aus kucheff. Dienstennahm. Ein neuer Wirkungskreis erüffncte sich ihm in Hohenzollern-Sigmaringen, wo er sich,als er daselbst im Nov. >838 die Leitung der Regierung und des Hosgerichts übernahm,vbschon seine Anstellung Anstoß erregt hatte, doch bald Vertrauen erwarb, sodaß man ihn,als er im Juni 1839 als Civilgouverneur an die Spitze der Verwaltung des neuzuorgani-sirenden Eroßherzogthums Luxemburg trat, ungern scheiden sah. Mehrfache Reklama-tionen gegen seine Verwaltung hatten indeß schon im I. 1830 seine Entlassung aus demniederländ. Staatsdienst zur Folge, worauf er sich nach Berlin wendet«, wo er im Nov.
1830 zum Geh. Obertribunalrath und l 833 zum Staatsrath ernannt wurde.
Hastenbeck, ein Flecken im hannov. Fürstenthum Kalenberg, unweit Hameln, istwegen der im Beginn des Siebenjährigen Krieges, am 26. Juli 175 7 zwischen den Fran-zosen und dem Herzoge von Cumberland gelieferten Schlacht merkwürdig. Bei Annähe-rung der 90000 M. starken stanz. Armee unter dem Marschall d'Eströe« zog sich die au«etwa 30000 Hannoveranern, Hessen, Braunschweigern und Preußen bestehende Armeeder Verbündeten unter Cumberland über die Weser zurück und bezog bei Affecde ein La-ger, sodaß H. den Stützpunkt des rechten Flügels bildete, und ein hier befindliches Gehölzdas auf Anhöhen aufgestellte Ccntrum, sowie den noch überdies durch einen Landgrabc«geschützten linken Flügel deckte. Am 2 ',. näherten sich die Franzosen in mehren Colonnen,begnügten sich aber, die feindliche Stellung zu recognosciren. Am 26. gleich nach Mitter-nacht ließ Estrees vier Brigaden und die leichte Infanterie gegen die feindliche Hauptstel-lung vorrücken und griff zu gleicher Zeit den linken Flügel vom Gehölz und dem Landgra-ben aus so heftig an, daß er wich und seine Batterien, sowie die des Cenkrums erobertwurden. Zwar sammelte der Erbprinz von Braunschweig, welcher hier befehligte, mit vie-ler Geistesgegenwart die zurückgeschlagcnen Truppen und eroberte die verlorenen Batterienwieder, ja der Oberst Brcitcnbach fiel dem rechten Flügel der Franzosen sogar mit nach-drücklichem Erfolg in die Flanke; bereits aber hatte der Herzog von Cumberland muthlosund übereilt das Schlachtfeld verlassen und sich nach Hameln zurückgezogen, wodurch derErbprinz gezwungen wurde, die errungenen Vortheile aufzugeben und ihm zu folgen. DieFranzosen, die gleichfalls auf dem Rückzuge begriffen gewesen waren, kehrten nun auf dasSchlachtfeld zurück und vertrieben die dort zurückgcbliebcneHeeresabtheilung der Verbün-deten. Die Folge dieser Schlacht, in welcher die Verbündeten > 500 M. und die Franzosenfast ebenso viel verloren, war die schimpfliche Convention von Kloster-Seven am 8. Sept.1757, vermöge deren der Herzog von Cumberland den größten Theil seiner Truppen ent-lassen und Hannover und Kassel den Franzosen überlassen mußte.
Hastings, ein alter, neuerdings durch seine Seebäder wieder in Aufnahme gckom-mencrOrt in der engl. Grafschaft Susscx, isthistorisch merkwürdig durch das nahe Schlacht-feld, wo Wilhelm der Eroberer am l 3. Oct. I »66 seinen Rebenbuhler Harald schlug unddas Schicksal von England entschied. Noch jetzt zeigt man daselbst einen Stein, auf wel-chem der Sieger nach der Landung sein Mittagsmahl eingenommen haben soll.
Hastings (Francis Rawdon, Marquis von), brit. Staatsmann, aus einer alten,in Irland angesiedclten normann. Familie, gcb. am 7. Der. 1753, studirte in Oxford unddiente im Kriege gegen die Amerikaner mit solcher Auszeichnung, daß er 1777 Oberstlieu-tenant, >780 Oberst und Generaladjutant des brit. Heerführers, Loä> Cornwallis, wurde.Im I. 17 82 nach England zurückgekehrt, erbte er 1792 von seinem Oheim den Titel eines'Grafen Huntingdon, >793 von seinem Vater den eines Grasen Moira und späterdeneines Marquis von H. von seiner Mutter, der Erbtochter dieses Hauses. Er nahm wäh-rend der stanz. Revolution an mehren Expeditionen zu Gunsten der stanz. EmigrantenTheil, widersttzte sich 1799 der Vereinigung Irlands mit Großbritannien, erwarb sich dieFreundschaft des Prinzen von Wales, nachmaligen Königs Georg'« IV., und versöhntedenselben l 805 mit seinem Vater. Im I. > 800 wurde er Gcneralfeldzeugmeister und1813 Generalgouverneur von Ostindien, wo er die Pin darees (s. d.), denMaratten-fürsten Seindiah und die GebirgSvälkcr von Nevaul besiegte. Nach seiner Rückkehr im I.1823, wegen seiner Verwaltung in Ostindien vergebens angegriffen, wurde er >823 zumGouverneur von Malta ernannt und starb auf der Rhede vor Bajä am 28. Nov. 1826,