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lernte. Sein und ihr Ruhm veranlaßen seine Berufung nach Dresden als Oberkapellmei-ster mit l 2000 Thlr. Gehalt. Jndcß hielt er sich anfangs nur zu Zeiten in Dresden undmehr i» Italien auf; erst 17-10 nahm er seinen festen Sitz daselbst, nachdem er vonLondon zurückgekehrt war, wohin man ihn berufen hatte, um Händel, bei den mancherleiZwistigkeiten mit diesem, einen würdigen Componisten entgegenzustellen. DurchdasBom-bardemcnt Dresdens im I. 176" verlor er seine sämmtlichen Bücher und die zu einer voll-ständigen Ausgabe seiner Werke geordneten Handschriften. Zn Folge mehrfacher Ein-schränkungen des Hofs wurde auch H. 1763, obwol mit einer anständigen Pension, entlastsen und begab sich nun nach Wien und 1770 mit seiner Familie nach Venedig, wo er am23. Dcc. 1783 starb. H. war unstreitig einer der natürlichsten und einsichtsvollsten Com-ponisten seiner Zeit; an Kraft der Harmonik stand er indeß Händel, an Tiefe der Charak-teristik Gluck nach, dessen Neuerungen er vergeblich bekämpfte. Geschrieben hat er so viel,daß er manches seiner Werke nicht wiederzuerkcnnen selbst eingestand. Die vollständigsteSammlung seiner kirchlichen Kompositionen findet sich im Archiv der königlichen Kapellein Dresden. — Seine Gattin, Faustina Bordoni, geb. 1700 zu Venedig, trat hierin ihrem 16. Jahre zuerst auf. Ihr Ruhm verbreitete sich bald allgemein und in Florenzschlug man. ihr zu Ehren selbst Denkmünzen. Nachdem sie in London und Wien unterden glänzendsten Bedingungen engagirt gewesen war, kehrte sie nach Venedig zurück, wosie H. kennen lernte, dem sie nun fortan als treue Gefährtin folgte.
Hassel (Joh. Georg Heinr.), einer der berühmtesten deutschen Statistiker, geb. am30. Dee. 1770 zu W^lfenbüttel, wo sein Vater Consistorialrath war, besuchte das Gymna-sium seiner Vaterstadt und seit 1780 die Universität zu Helmstedt, wo er neben der Rechts-wissenschaft mit vorzüglichem Eifer Geschichte und Geographie studirte. Durch die alsAnilsactuar zu Wolfenbüttel mitBege herausgegebene „Geographisch-statistischeBeschrei-bung der Fürstenthümcr Wolfenbüttel und Blankenburg" (2 Bdc., Braunschw. 1802)und seinen „Statistischen Umriß der sämmtlichen enrop. Staaten" (2 Hefte, Braunschw.1805, Fol.) erregte er die Aufmerksamkeit des Herzogs Karl Wilh. Ferdinand von Braun-schweig, der ihm einen kleinen Jahrgehalt aussetzte. In Folge davon entschlossen, sich ganzder literarischen Thätigkeit zu widmen, schlug er mehre Berufungen auf auswärtige Univer-sirätcn aus und folgte nach kurzem Aufenthalte in Nürnberg und Güttingen der EinladungBertuch's nach Weimar, um bei den literarischen Unternehmungen des Landcs-Jndustrie-comptoirs mitzuwirken. Als der braunschweig. Minister, Graf von Wolfradt, Minister desInnern im neuen Königreich Westfalen geworden, übertrug er H. 1800 die Leitung desstatistischen Bureaus und stellte ihn später im Departement des Unterrichts und des Cultusin Kassel an, wo derselbe vielfache Gelegenheit fand, wohlthätig zu wirken, zumal da seinRath in staatswirthschastlichen Angelegenheiten sehr viel galt. Nach der Auflösung desKönigreichs Westfalen wurde er von der braunschweig. Negierung zum Bevollmächtigtenbei der wcstfäl. Ausgleichungscommission ernannt und 1815 nach Paris geschickt, um dasdahin entführte braunschweig. Eigenthum zurückzufodcrn. Bei der Gunst, in welcher erbei dem Herzoge Friedrich Wilhelm stand, schien er eine dauernde Wiedcranstellung inDraunschweig erwarten zu dürfen; doch dieseHoffnung wurde ihm durch seine Neider ver-eitelt, die ihn als den Verfasser eines dem Herzoge misfälligen Artikels über dessen Rück-zug im I. 1800 im „Westfälischen Moniteur" bezeichnten. H. ging daher 1816 wiedernach Weimar, wo er für Bcrtuch arbeitete und nach dessen Tode die Herausgabe der „Geo-graphischen Ephemeriden" besorgte. Schon früher ein thätiger Mitarbeiter an der vonErsch und.Gruber gegründeten „Allgemeinen Encyklopädic" übernahm er, als die Abthei-lung dieses Werkes in drei Sektionen beschlossen war, in Verbindung mit Wilh. Müllerdie Besorgung der zweiten Section, die er nach Müller's Tode (1827) mit dem Kirchen-rath Hoffman» in Jena thätig fortsetzte, bis er am 18. Jan. l 820 zu Weimar starb. Un-ter der großen Menge seiner Schriften sind besonders hervorzuhcben der „Statistische Ab-riß des östr. Kaiserthums" (Nürnb. >807); „Statistischer Abriß des Kaiserthums Ruß-land" (Nürnb. 1807) und „Geographisch-statistischer Abriß des Königreichs Westfalen"(Wenn. 1800); das „Lehrbuch derStatistik der curop. Staaten" (Weim. >812), vielleichtdas gehaltreichste seiner Werke; das „Allgemeine curop. Staats- und Adreßhandbuch für