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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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685
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Harz 68',

Leuchtthnrme angelegt. Die gut eingerichteten Seebäder bei H., mit welchen eine Dunst-und Doucheanstalt verbunden ist, sind sehr besucht.

Harz, ein ziemlich isolirtcs, zu dem hcrcynischen Bcrgsystem gehörendes Gebirge imnördlichen Deutschland, zwischen der Saale und der Leine, deren Thälcr cs aber mit seinemFuße nicht erreicht, hat eine Länge von > 2— 15, eine Breite von 4—5 Äl. und einen Flä-cheninhalt von 36 OM. und reicht südöstlich bis Hcttstädt und Mansfeld und nordwest-lich bis Osterode und Goslar. Der nordwestliche kleinere, aber höchste Thcil des Ge-birgs heißt der Oberharz, der südöstliche größcreThcil der Unterharz. Die Höhen,welche im Westen und Süden über die angegebenen Grcnzpunktc hinausrcichen, werdenderVorharz genannt. DcrOberharz ist mit Nadelholz, der Untcrharz mit Laubholz bewach-sen und, obgleich niedriger als jener, doch felsiger und rauher. Die höchsten Spitzen desHarzes sind der Brocken (s. d.), der Königsberg, die Heinrichshöhe, der Bruchberg, dieAchtermannshöhe, der kleine Winterberg, die Feuersteine, der Wormbcrg, der Kahlenbergund der Nammelsbcrg. An der östlichen Seite entspringen die Zorge, Wimper, Eine, Selke,Bode und Holzcmme, die sämmtlich zum Flußgebiet der Elbe; an der westlichen Seite dieSiebe, Söse, Nette, Innerste, Ocker, Ecker und Ilse, die zum Flußgebiet der Weser gehö-ren. Seiner Hauptmasse nach besteht das Harzgcbirgc aus Thonschicfer und Grauwacke.Am Brocken und in seinen nächsten Umgebungen tritt vorzugsweise der Granit zu Tage.Außerordentlich reich ist der Harz in seiner Schieferformation an Erzen, namentlich anSilber, Eisen, Blei, Kupfer, Zink, Arsenik u. s. w., und cs steht derselbe unter den deut-schen Gebirgen in Rücksicht auf Mineralreichthum nur dem Erzgebirge nach. An seinemöstlichen Fuße finden sich sehr ergiebige Salzquellen, die auf einer langen Linie von Ariernbis Salze Gegenstand eines fleißigen Betriebs sind. Die Ausbeute an Silber beträgt fürden ganzen Harz durchschnittlich im Jahr 65956 Mark. Aus dem wenigen Gold, jährlichetwa l6 Mark, welches aus dem Nammclsberge gewonnen wird, wurden sonst die Duca-tcn mit der Umschrift Lx emro lierczniae geschlagen. Übrigens bricht man im Harze auchMarmor, Alabaster und Granit. Auf ihm finden sich zahlreiche offizinclle Pflanzen und Is-ländisches MooS, Waldbecrcn und Trüffeln und in seinen Waldungen Hirsche, Rehe,Schweine und Füchse. Die Zahl der Bewohner des Harzes wird zu 66—65666 angenom-men, in etwa 46 Städten und Dörfern. Aufscinen herrlichen Weiden nähren sich im Som-mer große Heerden; Getreide wird wenig, meist nur Hafer gebaut. Nächst dem Bergbau,der 3666t) Manschen beschäftigt, ist der Holzhandel ein wichtiger Nahrungszwcig der Be-wohner. Zu den Sehenswürdigkeiten des Harzes gehören, nächst dem Sclkethalc, Bode-thale und dem Brocken, der Stauffenberg mit den Ruinen der Burg Hcinrich's des Vog-lers, die Tenfclsmühle, wegen der weltumfassendsten Aussicht, die Noßtrappe (s.d.), derMägdcsprnng (s.d.), die Baumannshöhle (s.d.) und die Bielshöhle (s.d.), dieSchwarzfeldcrhöhlc und das Alexisbad (s. d.). Vgl. Eottschalk, „Taschenbuch für Rei-sende in den Harz" (5. Auf!., Magdeb. 1843), Zimmcrmann, „Das Harzgebirge, in be-soliderer Beziehung auf Natur- und Gewerbkunde" (2 Bdc., Darmst. 1834) und HauS-mann, „Über den gegenwärtigen Zustand und die Wichtigkeit des hannov. Harzes" (Gött.1832). Die ältesten bekannten Bewohner der Harzgcgcndcn waren die Cherusker, in derFolge aber, nachdem die german. Völkerstcllung sich vielfach verändert hatte, bildete derHar; die Erenzscheide zwischen den Sachsen nnd Franken. Seit Karl dem Großen, der dieSachsen und Franken miteinander zu verschmelzen suchte, und mehr noch in Folge des im>6. Jahrh. hier in Angriff genommenen Bergbaus, wurde auch dieses Hochland angcbaut.Auf dem Untcrharz bildeten sich nach und nach mehre dynastische Territorien, wie die Graf-schaften Blankenburg, Ballenstedt, Negenstein, Falkenstein, Wernigerode, Stolberg, Mans-feld, Hohenstein u. s. w., deren Besitzer insgemein Harzgrafen genannt wurden; aufdem Oberharz dagegen dehnten die Welfen ihre von den Ludolfingcrn ererbten Besitzungenaus, erwarben das Forst- und 1235 auch das Bergregal nnd bildeten auf diese Weise densogenannten Harzdistrict, welcher seit 1495 zum Fürstcnthnm Braunschweig-Wolfcn-büttel gehörte, während der wcstfäl. Zwischenhcrrschaft aber zersplittert und bei der Reor-ganisation deS Fürstenthums Braunschweig nur thcilwcise in den gandcrshcimer Distnct